Andria verbindet ein weithin markantes Bauwerk mit Kirchen, Kulturorten und der Landschaft der Alta Murgia. Castel del Monte ist eine achteckige Festung aus dem 13. Jahrhundert und als UNESCO-Welterbestätte anerkannt. Zugleich liegen 12.000 Hektar des Gemeindegebiets im 2004 gegründeten Parco Nazionale dell’Alta Murgia. Wer Andria als Reiseziel auswählt, kann daher unterschiedliche Schwerpunkte setzen: Bau- und Glaubensgeschichte, eine Sammlung zur handwerklichen Confiserie oder Wege durch die Murgia-Landschaft.
Castel del Monte und die Baukunst Andrias
Castel del Monte wurde von Federico II di Svevia errichtet. Seine achteckige Form gibt dem Bauwerk eine klare architektonische Gestalt; die UNESCO-Anerkennung kennzeichnet seine Bedeutung als Kulturerbe. Für die Orientierung zu diesem Ausflugsziel fährt die städtische Buslinie 6 vom Terminal Bus auf der Piazza Marinai d’Italia bis zum Castel del Monte. Prüfen Sie vor der Fahrt den Fahrplan und die Fahrpreise, denn beides kann sich ändern.
Auch in Andrias religiösen Bauwerken begegnen sich Architektur und Geschichte. In der Cattedrale “Santa Maria Assunta in Cielo” werden die Sacra Spina, der Überlieferung nach ein Teil der Dornenkrone Jesu, und die Reliquien des San Riccardo verehrt. San Riccardo war Bischof von Andria. In der Krypta befinden sich die sterblichen Überreste von Jolanda Di Brienne und Isabella d’Inghilterra, zwei Ehefrauen von Federico II di Svevia. So verbindet die Kathedrale religiöse Verehrung mit den Namen zweier Frauen aus dem Umfeld des Stauferkaisers.
Ein weiteres religiöses Ensemble ist das Santuario di Santa Maria dei Miracoli. Es besteht aus einer oberen Basilika, der Cappella della Crocifissione und einer Grotte. Dort wird das Heilige Bild der Madonna dei Miracoli aufbewahrt, die Mitpatronin von Andria. Die drei Glockentürme der Cattedrale, der Chiesa di San Domenico und der Chiesa di San Francesco bilden gemeinsam das Symbol der Stadt, die als „Città dei tre campanili“ bezeichnet wird.
Kulturorte und Landschaft der Murgia
Der Palazzo Ducale ergänzt diese Sakralbauten um ein Renaissancegebäude aus dem 16. Jahrhundert. Er liegt im historischen Zentrum von Andria und beherbergt heute Ausstellungs- und Kulturräume. Eine andere Facette lokaler Geschichte zeigt das Museo del Confetto “Giovanni Mucci”: In den früheren Räumlichkeiten der historischen Fabrik widmen sich vier Abteilungen der handwerklichen Confiserie der Familie Mucci. Zu sehen sind Dokumente, Werkzeuge, Maschinen und Formen. Zusammen eröffnen Palazzo und Museum unterschiedliche Zugänge zu Andrias Bau- und Kulturgeschichte.
Außerhalb der Bauwerke richtet sich der Blick auf den Parco Nazionale dell’Alta Murgia und die Lama di Santa Margherita. Die Lama ist landschaftlich, archäologisch und architektonisch bedeutend. Ihre Vegetation ist üppig und teilweise selten und einzigartig; an den Ufern liegen mehrere Höhlen. Zu diesen gehören Höhlen, in denen das Bild der Madonna dei Miracoli gefunden wurde. Das Zusammenspiel von Gelände, Pflanzenwelt und archäologischen Spuren macht die Lama zu einem anderen Landschaftserlebnis als die Wege rund um die Festung.
Zwei Routen, unterschiedliche Landschaftsbilder
Die Route G des Nationalparks führt durch mediterranes Grasland und über unbefestigte Wege durch den Kiefernwald rund um Castel del Monte bis zum Zugang zur Burg. Route H setzt einen anderen Schwerpunkt: Sie beginnt an der ländlichen Kirche Santa Lucia und verläuft über verkehrsarme Straßen entlang der Trasse der alten örtlichen Postwege. Unterwegs prägen kleine, bewirtschaftete Parzellen mit Oliven- und Mandelbäumen die typische Murgia-Landschaft. Die Gesamtlänge der Route H beträgt 22 Kilometer. Wer die beiden Routen vergleicht, findet damit unterschiedliche Angaben zur Landschaft und bei Route H auch eine konkrete Streckenlänge für die eigene Planung.
Andria bietet damit keine einzelne Sehenswürdigkeit, die alle weiteren Orte ersetzt: Die Festung, die religiösen Bauwerke, die Confiseriegeschichte und die Murgia-Landschaft stehen jeweils für eigene Themen. Welche davon den Aufenthalt prägen sollen, lässt sich anhand der gewünschten Mischung aus Kulturorten und Naturwegen entscheiden.
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