Die Ponte dell’Acquedotto macht Gravina in Puglia als Reiseziel besonders anschaulich: Sie verbindet die beiden Ufer des Torrente Gravina und führt von der am Rand der Gravina gelegenen Stadt in eine gegenüberliegende Felsenlandschaft. Im Tal liegen Wege; Spuren historischer Wasserversorgung und der Blick auf die Alta Murgia gehören ebenfalls zu diesem Landschaftsbild. Hinzu kommen ein historisches Zentrum, Felsarchitektur und Wanderwege im Gemeindegebiet.
Brücke und Landschaft
Die Bogenbrücke ist 37 Meter hoch, 90 Meter lang und 5,5 Meter breit. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts ließ die Familie Orsini sie rekonstruieren und in ein Aquädukt umwandeln, um Wasser aus den Quellen Sant’Angelo und San Giacomo zu führen. An diesem Bauwerk lassen sich so seine Maße und seine frühere Funktion der Wasserversorgung gemeinsam betrachten. Beim Überqueren wechselt die Perspektive von der Stadt am Rand der Gravina zu den Felsen, Talwegen und Spuren des historischen Wassersystems.
Historisches Zentrum und Felsarchitektur
Gepflasterte Gassen, Steinhäuser und eindrucksvolle Plätze prägen das historische Zentrum. Dort befindet sich das Museo Ettore Pomarici Santomasi in einem gleichnamigen Palazzo aus dem 17. Jahrhundert. Eine weitere Felsarchitektur ist San Michele delle Grotte: Die Kirche war die erste Kathedrale von Gravina und wurde zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert vollständig aus einem einzigen Tuffsteinblock herausgearbeitet. Der Complesso delle Sette Camere ist ein frühmittelalterlicher, vollständig in den Fels gehauener Lebensraum. Seine sieben miteinander verbundenen Räume verteilen sich auf drei Ebenen. Das Castello Svevo wurde auf Veranlassung Friedrichs II. errichtet.
Museum, Archäologie und lokale Tradition
Im Museo della Fondazione „Ettore Pomarici Santomasi“ umfasst die Dauerausstellung „Aristocrazia e Mito“ Funde aus den archäologischen Gebieten von Gravina, besonders aus Botromagno. Sie datieren vom 7. bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. Die numismatische Sammlung umfasst 1.608 Münzen aus griechischer, republikanisch-römischer, kaiserzeitlich-römischer, byzantinischer sowie mittelalterlicher und neuzeitlicher Zeit. Für Besuche des Museums und der Bibliothek ist eine Reservierung erforderlich.
Auch im Parco Archeologico di Botromagno sind konkrete Zeugnisse verschiedener Epochen zu sehen: bemalte und verputzte Gräber aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. sowie die Überreste einer Villa aus dem 2. bis 1. Jahrhundert v. Chr. Zur lokalen Tradition zählt die Fiera regionale di San Giorgio. Sie findet jährlich statt; ihre Tradition reicht bis 1294 zurück und erneuert Handel sowie das Ritual der Transhumanz. Die Cola-Cola-Pfeife ist in der kommunalen De.C.O. als typisches künstlerisches und agropastorales Produkt des Gebiets anerkannt.
Wanderwege und Landschaft im Gemeindegebiet
Zwei Wanderungen setzen unterschiedliche landschaftliche Akzente. Der Weg „sentiero dell’Annunziata e dello staturo“ beginnt am Besucherzentrum „San Nicola della Macchia“ beim Bosco „Difesa Grande“. Er führt am Torrente dell’Annunziata entlang, durch Feuchtvegetation und weiter zur bewaldeten Lama del Pisciolo. Die Rundwanderung um den Pulicchio di Gravina verläuft dagegen durch einen Nadelwald, über eine landwirtschaftlich genutzte Ebene und an einem alten Jazzo vorbei. Beide Wege liegen im Gemeindegebiet von Gravina in Puglia.
Zum weiteren Landschaftsbild gehören Weizenfelder, Olivenhaine, Weinberge, die Murgia und der Bosco Difesa Grande. Gravina in Puglia liegt in einer Karstlandschaft an der Grenze zwischen Alta Murgia und Murgia Materana. So stehen auf der Reiseentscheidung sowohl die Wege und landwirtschaftlich geprägten Flächen als auch die Felslandschaft rund um die Stadt im Blick.
Besuche planen
Die Führungen der Gravina Sotterranea starten in der Via Meucci 10 im historischen Zentrum. Am Wochenende finden sie regulär statt, unter der Woche nur nach Reservierung. Prüfen Sie vor Ihrem Besuch die aktuellen Termine. Prüfen Sie auch die Termine der jeweiligen Ausgabe der Fiera regionale di San Giorgio, wenn Sie diese Tradition in Ihre Reiseplanung einbeziehen möchten.
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