Castellaneta zeigt sich in sehr unterschiedlichen Zeitschichten: Die Gravinen prägen die historische Landschaft, während Kirchen, rupestrische Siedlungen und regionale Gerichte eigene Zugänge zur Ortsgeschichte eröffnen. Für Ihre Reiseplanung können Sie zunächst entscheiden, ob Sie sich stärker für die Felsorte, die Baukunst oder die lokale Küche interessieren. Diese Schwerpunkte geben auch bei der Suche nach einer Unterkunft in Castellaneta eine hilfreiche Orientierung.
Gravinen und rupestrische Geschichte
Das Naturschutzgebiet Montecamplo ist ein Gebiet von erheblichem archäologischem und naturkundlichem Interesse. Auch die rupestrische Kultur Castellanetas ist eng mit der Landschaft verbunden: Seit prähistorischer Zeit wurden natürliche Hohlräume im Tuffgestein zu Wohn- und Kultzwecken genutzt. Ihre größte Ausdehnung erreichte die Siedlungskultur ab dem Ende des 9. Jahrhunderts, im Zusammenhang mit der zweiten byzantinischen Kolonisation und der starken Ausbreitung des italo-griechischen Mönchtums. So stehen in Castellaneta frühe Formen der Nutzung von Felsräumen neben einer späteren religiösen Geschichte.
Zu den benannten Orten gehört Santa Maria del Pesco am Rand der Gravina di Castellaneta. Santa Maria di Costantinopoli ist eine rupestrische Siedlung aus dem 9. bis 10. Jahrhundert in der Gravina di Coriglione. Santo Stefano wiederum ist eine Siedlung aus dem 14. Jahrhundert; dort sind Fresken erhalten, die dem heiligen Stephanus und dem heiligen Nikolaus gewidmet sind. In der Gravina di Santo Stefano befindet sich außerdem die rupestrische Stätte San Michele Arcangelo. Ihre Fresken aus dem 12. Jahrhundert zeigen den heiligen Michael und eine Madonna mit Kind. Die unterschiedlichen Jahrhunderte und Bildmotive machen deutlich, wie vielfältig die überlieferten Spuren in den Gravinen sind.
Kathedrale und Rodolfo Valentino
Die Kathedrale von Castellaneta ist Santa Maria Assunta geweiht. Sie steht am Rand der Gravina Grande, am höchsten Punkt des historischen Zentrums. Im Inneren gliedern drei Schiffe mit jeweils einer Apsis den Raum; das Hauptschiff ist von einer kostbaren, verzierten Holzdecke bedeckt. Wer sich für Architektur interessiert, findet hier eine klare Verbindung zwischen der Lage der Kathedrale im historischen Zentrum und ihrer vielteiligen Innenstruktur.
Einen anderen kulturellen Schwerpunkt setzt das Museo Rodolfo Valentino MUV. Ausstellungstafeln im Saal des „Grande Amatore“ vermitteln das Leben, die verführerische Ausstrahlung und die ikonischen Rollen Rodolfo Valentinos. Zum Museum gehören außerdem 35 Filmplakate und eine Rekonstruktion des Filmsets von „Il figlio dello Sceicco“. Damit stehen neben der Sakral- und Siedlungsgeschichte auch Filmplakate, Rollen und ein rekonstruiertes Set als Themen für Ihre Erkundung zur Wahl.
Lokale Küche: Brot, Focaccia und Ricotta forte
Auch die Küche Castellanetas bietet konkrete regionale Anknüpfungspunkte. „A ciallèdd“ wird aus trockenem Brot zubereitet, das in Wasser eingeweicht und mit nativem Olivenöl extra, Knoblauch, Oregano und Tomate gewürzt wird. „Le friselle“ gelten als verfeinerte Variante dieses Gerichts. Die beiden Bezeichnungen helfen, eine lokale Brottradition in ihren unterschiedlichen Formen kennenzulernen.
Die lokale Focaccia wird heiß gegessen, sobald sie frisch aus dem Ofen kommt. „U calzon“ gehört zum Karfreitag: Es ist eine Focaccia aus Mürbeteig, gefüllt mit geschmorten Zwiebeln, entsteinten Oliven, Kapern, Rosinen und Sardellenfilets. Eine weitere Zutat der lokalen Küche ist die fermentierte Ricotta forte „asckuant“. Sie gilt als typisches Produkt und wird als Würzbeilage zu Pasta, Hülsenfrüchten, geröstetem Brot, Focaccia und frittierten Panzerotti verwendet. So reichen die kulinarischen Themen von eingeweichtem Brot über eine fest mit Karfreitag verbundene Speise bis zu einer vielseitig verwendeten Ricotta forte.
Für die Wahl Ihres Aufenthalts können diese Schwerpunkte den Ausschlag geben: Die Gravinen und ihre rupestrischen Orte, die Architektur der Kathedrale, das Rodolfo-Valentino-Museum oder die Esskultur Castellanetas.
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