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Fiorano Modenese lässt sich über sehr unterschiedliche Themen entdecken: barocke Architektur, die Geschichte der Keramik und eine geologische Landschaft mit Schlammkegeln. Das Santuario della Beata Vergine del Castello und das Museo della Ceramica geben Einblicke in Baukunst und Handwerk; im Nirano-Gebiet prägen die Salse di Nirano das Bild der Hügellandschaft. Diese Orte setzen jeweils eigene Akzente für einen Aufenthalt.

Schlammkegel und Wege bei Nirano

Das Naturschutzgebiet Salse di Nirano liegt im Nirano-Gebiet der Gemeinde Fiorano Modenese. Es ist eine von Badlands umgebene Senke, in der zahlreiche Schlammkegel der Hügellandschaft ein nahezu mondähnliches Aussehen verleihen. Kalte Austritte führen salzhaltigen Schlamm und trübes Wasser; daraus bilden sich Kegel mit kleinen Kratern. Die geologische Besonderheit zeigt sich damit in Formen und Materialien, die sich deutlich von der umgebenden Landschaft abheben.

Im Gebiet gibt es neun gut ausgeschilderte Wanderwege, die allen offenstehen, sowie vier Lehrpfade für Aktivitäten von Schulen und Familien. Die beiden Wegangebote haben unterschiedliche Schwerpunkte: Die Wanderwege sind als Routen ausgewiesen, während die Lehrpfade mit Aktivitäten für Schulgruppen und Familien verbunden sind. So lässt sich die Landschaft entweder über einen markierten Weg oder im Rahmen eines pädagogischen Angebots erschließen.

Kirche, Dorf und Aussicht

Das Santuario della Beata Vergine del Castello ist eine barocke Kirche auf einem Hügel nahe dem historischen Dorf. Ihr Grundriss hat die Form eines griechischen Kreuzes; zur Architektur gehören eine zentrale Kuppel, zwei Glockentürme und zwei Sakristeien. Von der hinteren Terrasse reicht der Blick an klaren Tagen nach Norden bis zum Torre Ghirlandina in Modena und nach Süden bis zu den Lehm-Badlands der ersten Hügel. Damit treffen am Santuario architektonische Details und ein Ausblick auf markante Landschaftsformen zusammen.

Auch historische Spuren gehören zu diesem Umfeld: Eine archäologische Anlage beim Santuario bewahrt Mauerreste der alten Burg. Das Santuario ist außerdem der letzte Halt des Cammino delle Beatitudini. Im historischen Dorf ist der Spazierweg des Itinerario s/Viste durch 13 große Keramikplatten gekennzeichnet. Kirche, archäologische Reste und Wegmarkierungen erzählen verschiedene Kapitel des Ortes, ohne dass sie zu einem einzigen Rundgang zusammengefasst werden müssen.

Keramikgeschichte im Castello di Spezzano

Das 1996 gegründete Museo della Ceramica di Fiorano befindet sich im Castello di Spezzano. Es zeichnet die Geschichte der Keramikproduktion von ihren neolithischen Ursprüngen über die Entwicklung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart nach. Mithilfe experimenteller Archäologie rekonstruiert das Museum keramische Erzeugnisse, Werkzeuge und Brennöfen. Die Geschichte wird dadurch sowohl über ihre zeitliche Entwicklung als auch anhand konkreter Gegenstände und Arbeitsmittel greifbar.

Eine andere historische Spur in Spezzano ist das Grabmal Tomba di Ciro Menotti in der Kirche. Es wurde 1929 fertiggestellt; die Kapelle im Stil der Renaissance ist mit polychromem Marmor verkleidet. Im Santuario di Fiorano wiederum befindet sich in den seitlichen Sakristeien am Altar eine Sammlung von Ex voto, bemalten Täfelchen und Votivgegenständen. Sie bezeugen seit dem 17. Jahrhundert die Volksfrömmigkeit.

Traditioneller Balsamico und Ferrari

Im fünfeckigen Turm des Castello di Spezzano befindet sich die Acetaia comunale di Fiorano. Dort stehen drei Fassbatterien zur Herstellung von Aceto Balsamico Tradizionale di Modena g.U. Die Acetaia erläutert das traditionelle Verfahren, bei dem gekochter Traubenmost in ein typisches Balsamico-Erzeugnis der Region verwandelt wird. Wenn Sie eine Besichtigung planen, prüfen Sie bitte vorab den aktuellen Zugang.

Ein weiterer, ganz anders geprägter Teil der Ortsgeschichte ist die Pista di Fiorano. Sie wurde am 8. April 1972 eröffnet und diente Ferrari als private Testanlage. Die Strecke ist mehr als drei Kilometer lang und umfasst 14 Kurven sowie eine Schikane. Diese Angaben beschreiben eine Anlage, deren Bedeutung mit Ferrari verbunden ist; sie sind keine Aussage über einen Besuchszugang. So reicht das Themenspektrum in Fiorano Modenese von Keramik und regionaler Herstellung bis zur Motorsportgeschichte.

Weitere Reiseziele entdecken: Modena, Fontanaluccia, Solignano Nuovo, Medolla, Lesignana, Cortile, San Felice Sul Panaro, Pavullo Nel Frignano.

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