Novi di Modena ist eine typische Ortschaft der unteren Modeneser Ebene. Für Ihre Reiseplanung lassen sich drei unterschiedliche Schwerpunkte wählen: Murals entlang einer Street-Art-Radroute, eine von Reisfeldern und künstlichen Seen geprägte Feuchtgebietslandschaft sowie Bauwerke mit Geschichte aus mehreren Jahrhunderten. So können Sie den Aufenthalt nach Kunst, Natur oder Architektur ausrichten.
Street Art auf der Radroute
Die Street-Art-Radroute führt hauptsächlich durch den Parco della Resistenza und den Parcobaleno. Dort zeigt sie Murals, die zwischen 2016 und 2018 entstanden sind. Zu den Künstlern gehören Ericailcane, Bastardilla, Giorgio Bartocci, Luca Zamoc, Basik, Mat! und Francesco Bevini. Damit bietet Novi di Modena einen konkreten Kunstschwerpunkt mit einer benannten Route und einer zeitlich eingeordneten Auswahl an Wandbildern.
Feuchtgebiete und geschützte Landschaft
Südöstlich des Ortszentrums führt die Feuchtgebietsroute durch eine Landschaft, die von Reisfeldern und künstlichen Seen geprägt ist. Die Seen dienen der intensiven Fischzucht, dem Sportfischen und der Jagd auf Wasservögel. Landschaft und Nutzung stehen hier nebeneinander: Die Route beschreibt nicht nur die Form der Umgebung, sondern auch die verschiedenen Funktionen der Gewässer.
Ein eigener Naturbezug ist das Gebiet Laghetti Borsari. Dort brütet eine Kolonie verschiedener Reiherarten mit mehr als 150 Nestern. Für Naturinteressierte ist das ein konkreter Bezug zur Vogelwelt. Auch die Hecken Coccapana und Resega gehören zu den Landschaftsthemen: Beide tragen den Namen der jeweiligen Ortslage, in der sie liegen, stehen unter regionalem Schutz und wurden wegen ihrer historischen und naturräumlichen Bedeutung in das europäische ZPS-Verzeichnis der Schutzgebiete aufgenommen.
Baugeschichte vom Kirchenbau bis zum Theater
Die heutige Parrocchiale di San Michele Arcangelo stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts und wurde auf der antiken Pieve di Santa Maria Maddalena errichtet, die auf das Jahr 980 datiert wird. Sichtbar erhalten sind polygonale Apsisreste der vorromanischen und halbkreisförmige Apsisreste der romanischen Gründung. Die unterschiedlichen Formen machen zwei ältere Bauphasen greifbar, während die heutige Kirche eine spätere Schicht der Baugeschichte bildet.
Im Stadtzentrum steht der Torre dell’Orologio, ein Wiederaufbau eines älteren Bauwerks aus dem 20. Jahrhundert. Er beherbergt eine von Alberto III Pio gegossene Glocke; die Gemeinde rekonstruiert den Turm derzeit. Am Ortsrand, nahe Ponte Garbese, befindet sich die ab 1805 errichtete Villa Facci. Der vornehme Palast umfasst mehrere reich freskierte Räume.
Im Ortsteil Sant’Antonio in Mercadello liegt der Palazzo Pio di Savoia. Die etwa auf die Mitte des 15. Jahrhunderts datierte rechteckige Befestigungsanlage besitzt vier Ecktürme. Ein anderer, deutlich späterer Baustein der Ortsgeschichte ist das Teatro Sociale, das zwischen 1923 und 1929 errichtet wurde. Die unterschiedlichen Bauformen und Zeitstellungen geben Ihnen mehrere konkrete Anknüpfungspunkte, wenn Sie Novi di Modena über seine Architektur erkunden möchten.
Auch die Geschichte des Orts reicht weiter zurück als die erhaltenen Bauwerke. Archäologische Funde bestätigen eine Siedlung aus der Römerzeit. Die erste historische Quelle, in der das Castrum Nove erwähnt wird, stammt aus dem Jahr 979. Im 13. Jahrhundert nahm die Burg von Novi die Gestalt einer regelrechten Festung an. Diese Abfolge ordnet die römischen Funde, die frühe schriftliche Erwähnung und die mittelalterliche Burg zeitlich ein, ohne sie zu einer einzigen erhaltenen Sehenswürdigkeit zusammenzufassen.
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