Ostia Parmense erschließt sich über mehrere klar unterscheidbare Themen: das dem heiligen Rochus gewidmete Oratorio di San Rocco aus dem 17. Jahrhundert, die Geschichte der Mulino di Ostia und historische Details im Ortskern. Hinzu kommt die Rettung des jüdischen Ingenieurs Aldo Di Gioacchino und seiner Söhne während der Verfolgung. Wenn Sie für einen Aufenthalt nach kulturellen Anknüpfungspunkten suchen, reicht die Geschichte damit von religiöser Widmung und früherer Mühlenwirtschaft bis zu Architektur und einer konkreten Rettungsgeschichte aus dem Zweiten Weltkrieg. Die verschiedenen Themen geben Ihnen einen ersten Maßstab, ob Ostia Parmense inhaltlich zu Ihren Reiseinteressen passt.
Mühle am Cogena und Taro
Die Mulino di Ostia steht im Ort am rechten Ufer des Torrente Cogena, nahe dessen Zusammenfluss mit dem Taro. Das Tal des Torrente Cogena mündet auf Höhe von Ostia Parmense ebenfalls in den Taro. Die zwei Angaben beschreiben unterschiedliche räumliche Bezüge: Die Mühle ist an einem konkreten Ufer verortet, während die Talangabe den Zusammenhang des Cogena mit dem Taro beschreibt. So lässt sich der Standort der Mühle vom weiteren Flussbezug unterscheiden, ohne beide Ortsangaben gleichzusetzen.
Auch die frühere Funktion der Mühle ist konkret eingeordnet. Auf der Katasterkarte von 1823 ist die Mulino di Ostia als zweirädrige Getreidemühle verzeichnet. Die Bezeichnung nennt sowohl ihre Aufgabe als Getreidemühle als auch die Ausstattung mit zwei Rädern. Früher versorgte sie Ostia, Baselica und Magrano; ihren Mühlenbetrieb stellte sie 1971 ein. Die beiden Jahreszahlen haben unterschiedliche Rollen: 1823 datiert den Karteneintrag, 1971 das Ende des Betriebs. Die drei genannten Orte machen zugleich die Reichweite ihrer früheren Versorgungsfunktion greifbar.
Architektur im Ortskern
Im historischen Ortskern befindet sich in einem hohen Gebäude eine Loggia im ersten Stock mit zwei Rundbogenarkaden. Bis in die 1980er Jahre war sie zugemauert; eine Beschreibung aus dem Jahr 2017 nennt sie als durch eine Verglasung geschlossen. Links davon liegt ein weiteres zugemauertes Fenster, das Dall’Olio dem 15. Jahrhundert zurechnet. Damit treten zwei verschiedene architektonische Details hervor: die Arkaden und Veränderung der Loggia sowie die historische Zuschreibung des Fensters. Die Loggia lässt sich über ihre Form und Veränderung einordnen, beim Fenster steht die von Dall’Olio vorgenommene Datierung im Mittelpunkt.
Eine Geschichte der Rettung
Zwischen Herbst 1943 und Ende 1944 retteten Giuseppe Gandolfi und seine Frau Albina im Ort den jüdischen Ingenieur Aldo Di Gioacchino und dessen Söhne Alberto und Mario aus Parma. Die Erinnerung daran steht neben der Bau- und Mühlengeschichte als persönlicher Teil der Ortsgeschichte. Yad Vashem erkannte Giuseppe Gandolfi und Albina Gigliotti Gandolfi am 23. Februar 2005 als Gerechte unter den Völkern an. Rettungszeitraum und Anerkennungsdatum gehören zu zwei verschiedenen Stationen: Die Rettung fällt in die Jahre 1943 bis 1944, die Anerkennung erfolgte später. Diese zeitliche Unterscheidung hält das damalige Geschehen und die spätere Anerkennung auseinander.
Oratorium und Anreise
Das Oratorio di San Rocco befindet sich in Ostia Parmense, ist dem heiligen Rochus gewidmet und stammt aus dem 17. Jahrhundert. Im Vergleich zur Mulino di Ostia geht es hier nicht um eine Versorgungsfunktion, sondern um die religiöse Widmung und die zeitliche Einordnung des Oratoriums. Zusammen mit Loggia und Rettungsgeschichte erweitert es die Ortsgeschichte um einen weiteren Zugang, ohne die unterschiedlichen Themen zu vermischen. Als Straßenbezug für die Anreise gilt: Auf der SP523 in Richtung Parma erreicht man die Fraktion Ostia Parmense. Wenn Sie eine Ferienwohnung suchen, können Sie zunächst abwägen, ob dieser kulturhistorische Charakter zu Ihrem Aufenthalt passt.
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