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Pellegrino Parmense liegt im nördlichen Teil des Ceno-Tals, in einer Mulde am rechten Ufer eines der Stirone-Zweige. Geschichte, Kirchen und Wege geben dem Ort unterschiedliche Perspektiven: Sie reichen von mittelalterlichen Spuren bis zu regionalen Festen im Sommer. Wer einen Aufenthalt plant, kann sich an diesen Themen orientieren und entscheiden, ob Architektur, Wegstrecken oder ein bestimmter Veranstaltungstermin im Mittelpunkt stehen sollen.

Kirchen, Befestigungen und Mühlengeschichte

Pellegrino wurde zu einem der bedeutendsten pallavicinischen Stützpunkte und kontrollierte Verkehrswege zwischen Emilia, Toskana und Ligurien. Adalberto di Baden befestigte das Castello Pallavicino. Im Jahr 981 erhielt er es zusammen mit der Markgrafschaft von Kaiser Otto als Lehen. Auch auf dem Gelände der Torre dei Marchesi sind historische Bauspuren erhalten: Dort befinden sich unterirdische Räume mit Schießscharten und die Reste einer Zisterne.

Die Pieve di San Martino in Iggio ist in einer Urkunde aus dem Jahr 1040 erwähnt. Ihr zentrales Portal stammt aus dem späten 11. Jahrhundert und gehörte zur früheren Kirche. Im 11. und 12. Jahrhundert waren mehrere Kapellen von der Pieve abhängig, was ihre damalige Bedeutung unterstreicht. Einen anderen Abschnitt der Baugeschichte markiert die Pfarrkirche San Giuseppe: Sie wurde zwischen 1915 und 1927 im romanischen Stil erbaut.

Zur lokalen Industriegeschichte gehört das Mulino dell’Egola. In der Mühle ist ein senkrechtes Wasserrad mit eisernen Schaufelkästen erhalten; in Betrieb war sie bis etwa 1965. Die Mühle, die Befestigungsanlagen und die Kirchen stehen für unterschiedliche Seiten der Ortsgeschichte – von technischer Nutzung über Verteidigung bis zur religiösen Architektur.

Wege mit unterschiedlichen Zielen

Die Trasversale Francigena erschließt den Hauptort in zwei aufeinanderfolgenden Etappen: Die erste führt vom Borgo di Vigoleno nach Pellegrino Parmense, die zweite von dort nach Pessola, einem Ortsteil von Varsi. Damit ist der Hauptort Ziel der ersten und Ausgangspunkt der zweiten Etappe. Ein weiterer Wegbezug ist ein Abschnitt des CAI-Wegs 804, der Pellegrino Parmense mit dem Gipfel des Monte S. Cristina verbindet. Zu diesem Abschnitt gehört eine Trockenmauer. Die beiden Wegbeschreibungen setzen unterschiedliche Akzente: einmal die Abfolge benannter Etappen, einmal die Verbindung zum Gipfel und ein Merkmal entlang des Weges.

Sommertermine: Brot, Käse und Prozession

Die saisonalen Anlässe verteilen sich über mehrere Monate. Im Juni wird in Pellegrino Parmense traditionelles Brot aus alten Getreidesorten gefeiert. Die Fiera del Parmigiano Reggiano di Montagna findet gewöhnlich in der ersten Juliwoche statt und umfasst geführte Verkostungen. Am 15. August gehören zum Fest Santa Maria Assunta eine jahrhundertealte Prozession und religiöse Feiern, die Tausende von Pilgern anziehen. So stehen im Sommer ein Brot aus alten Getreidesorten, regionale Käsetradition und ein religiöses Fest mit Prozession nebeneinander. Prüfen Sie die konkreten Veranstaltungstermine, bevor Sie Ihren Aufenthalt danach ausrichten.

Anreise und Aufenthalt planen

Mit dem Auto erreicht man Pellegrino Parmense über die Autobahn A15 Parma–La Spezia, die Ausfahrt Fornovo di Taro und anschließend über Varano de’ Melegari. Als bequemste Bahnhöfe werden Fornovo di Taro und Fidenza genannt; von dort bestehen lokale Verbindungen in die Umgebung. Prüfen Sie vor der Reise die aktuellen Verbindungen. Für Reisende, die ein E-Bike nutzen möchten, ist ein Verleih mit dem Ostello di San Francesco in der Via Roma 33 verbunden. Klären Sie vorab die aktuellen Angaben zum Betreiber und zur Verfügbarkeit.

Bei der Wahl eines Hotels können Reisezeit und Schwerpunkt den Ausschlag geben: Für das Fest Santa Maria Assunta ist der 15. August ein klar benannter Termin, während die Fiera gewöhnlich in der ersten Juliwoche stattfindet. Wer sich stärker für die historischen Orte oder die Etappen und Wege interessiert, kann den Aufenthalt nach diesem Interesse planen, ohne ihn an ein einzelnes Festdatum zu binden.

Weitere Reiseziele entdecken: San Polo, Bedonia, Sorbolo, Compiano, Solignano, Busseto, Formiano, Collecchio.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Parma.

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