Auf der Via Francigena führt ein Abschnitt in Piacenza über die Via Garibaldi zur Piazza Cavalli. Dort prägen der monumentale Palazzo Gotico und die Reiterstatuen der Farnese das Bild. Diese Folge von Weg und Bauwerken eröffnet einen Zugang zur Architektur der Stadt – und zu Kunst, die sich in mehreren Museen aus unterschiedlichen Zeiten entdecken lässt.
Architektur entlang der Via Francigena
Der Palazzo Gotico zeichnet sich durch spitzbogige Arkaden, mehrteilige Fenster und Zinnen aus. An diesen Bauteilen lässt sich die gegliederte Fassade genauer betrachten. Ein weiterer Abschnitt der Via Francigena führt aus Piacenza über San Lazzaro und am Museum des Collegio Alberoni sowie an einem Kloster vorbei. So begegnet die Route auf ihrem Weg aus der Stadt auch kirchlichen und kulturellen Stationen.
Kunst aus verschiedenen Jahrhunderten
Ein Museumsrundgang in Piacenza verbindet die Musei Civici di Palazzo Farnese, die Galleria d’Arte Moderna Ricci Oddi und die Galleria Alberoni. Die Musei Civici befinden sich in der Visconti-Zitadelle und im Farnese-Bau. In ihrer Pinakothek ist Sandro Botticellis Tondo Madonna adorante il Bambino con S. Giovannino zu sehen. Die Galleria d’Arte Moderna Ricci Oddi setzt einen anderen zeitlichen Akzent: Ihre Sammlung besteht überwiegend aus italienischen Werken von 1830 bis 1930.
Auch die Galleria Alberoni eröffnet einen Blick auf unterschiedliche Kunstformen. Die Nuova Galleria Alberoni beherbergt den größten Teil ihrer Gemäldesammlung sowie 18 flämische Tapisserien aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Das Collegio Alberoni bewahrt Antonello da Messinas Ecce Homo, Werke flämischer Künstler und Gemälde italienischer Maler des 17. Jahrhunderts. Gemälde und Tapisserien lassen sich so als zwei verschiedene Schwerpunkte der dort bewahrten Sammlungen wahrnehmen.
Kirchliche Sammlungen und der Blick in die Kuppel
Das Kronos – Museo della Cattedrale zeigt den Codice 65 sowie liturgische Gegenstände, Gemälde, Skulpturen und Ausstattungsstücke aus Kirchen der Diözese. Zum Rundgang gehört der Aufstieg zur Kuppel der Kathedrale; von dort können Sie die Fresken Guercinos aus dem 17. Jahrhundert aus der Nähe betrachten. Im Museo Capitolare der Basilica di S. Antonino stehen wiederum Dorsale aus dem 15. Jahrhundert, Gemälde des 17. und 18. Jahrhunderts, liturgische Gegenstände und Chorbücher aus dem 14. und 15. Jahrhundert im Mittelpunkt. Die Sammlungen geben damit unterschiedliche Einblicke in religiöse Kunst und Ausstattung.
Flusslandschaft und Parks
Der Parco Regionale Fluviale del Trebbia erstreckt sich von Rivergaro bis zum Zusammenfluss mit dem Po am westlichen Rand des Stadtgebiets von Piacenza. Seine Landschaft verbindet breite Schotter- und Kiesbänke des Trebbia mit Flussterrassen, Grasland und Buschvegetation. Zugvögel finden hier Lebensräume. Zum Park gehören zwei Natura-2000-Gebiete mit den Schutzkategorien FFH-Gebiet und Vogelschutzgebiet sowie das regionale Geotop Croara (ID 2029).
Im Centro Visite del Parco del Trebbia in Borgotrebbia ergänzen Videos, Töne sowie verschiedene sensorische und emotionale Elemente das interaktive Besuchserlebnis. Andere Parklandschaften bieten wiederum eigene Anknüpfungspunkte: Im Parco Papa Giovanni Paolo II (Galleana) gibt es zahlreiche Wege zum Spazierengehen und Mountainbiken. Im bewaldeten Südteil sind gut erhaltene Reste österreichischer Befestigungsanlagen aus dem 19. Jahrhundert erhalten. Der Parco di Montecucco umfasst zahlreiche Wege, Wiesen und Bäume.
Mit dem Rad unterwegs
Die Ciclovia del Trebbia beginnt am Bahnhof von Piacenza und führt durch die Fußgängerzone der historischen Innenstadt. Südlich von Piacenza verläuft sie zunächst auf einem geschützten Radweg und erreicht anschließend Gossolengo über einen vom Straßenverkehr getrennten kombinierten Rad- und Gehweg. Für die Strecke zwischen Piacenza und Rivergaro und zurück sind es ohne Abstecher etwa 50 Kilometer mit 300 Metern Höhenunterschied. Der Schwierigkeitsgrad liegt je nach Bedingungen im niedrigen bis mittleren Bereich – eine hilfreiche Größenordnung, wenn Sie eine längere Radtour erwägen.
Ein weiterer regionaler Themenstrang führt ins Weinbaugebiet Colli Piacentini: In den Erzeugungsorten können Besucher DOC-Weine verkosten; Winzer öffnen ihre Keller und führen durch die Weinberge. Prüfen Sie vor der Reise die Verfügbarkeit beim jeweiligen Weingut.
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