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Premariacco verbindet mittelalterliche Baugeschichte, Zeugnisse des Zweiten Weltkriegs, die Natisone-Schlucht und eine lange Weintradition. Die einzelnen Themen reichen von historischen Anlagen und einem Freilichtmuseum bis zu Flussblicken, artenreicher Natur und Picolit.

Baugeschichte und Kultur

Die mittelalterliche Centa di San Silvestro lag um die ehemalige Kirche San Silvestro in Premariacco. Ihr quadratischer Turm stammt aus der Zeit um 1100 und wurde im 17. Jahrhundert zum Glockenturm umgebaut. So stehen an diesem Bauwerk eine mittelalterliche Entstehungszeit und eine spätere Umgestaltung nebeneinander.

Von der Fläche der Centa führt ein von zwei Mauereinfassungen gesäumter Weg bis in die Nähe des Flusses Natisone. Da sich der Zustand vor Ort ändern kann, prüfen Sie die Bedingungen vor dem Besuch. Der Weg bietet damit einen anderen Bezug zum Fluss als ein Aussichtspunkt: Er führt in dessen Nähe, während die Römerbrücke über den Natisone blicken lässt.

In Leproso di Premariacco befindet sich der Parco Sculture Braida Copetti, ein 15.000 m² großes Freilichtmuseum. Zusammen mit der Centa zeigt er zwei unterschiedliche Seiten des Kulturangebots: ein historisches Ensemble und ein Museum unter freiem Himmel.

Rocca Bernarda: Baugeschichte und Wein

Die Villa-Burg Rocca Bernarda wurde 1567 von Jacopo und Bernardo di Valvason Maniago erbaut. Rocca Bernarda produziert in Premariacco seit 1559 Wein. Die Jahreszahlen bezeichnen verschiedene Aspekte: 1559 den Beginn der Weinproduktion, 1567 den Bau der Villa-Burg. Außerdem gilt Rocca Bernarda seit jeher als Bezugspunkt für Picolit, einen seltenen Meditationswein der Colli Orientali. Architekturgeschichte und Weinbau lassen sich hier als eigenständige, jeweils klar datierte Themen betrachten.

Erinnerungsorte des Zweiten Weltkriegs

Das Kriegsgefangenenlager Campo PG57 in Premariacco war von 1941 bis 1943 in Betrieb. Die erhaltene Kapelle des Lagers wurde von den dort gefangenen alliierten Soldaten erbaut. In den 1990er-Jahren restaurierte die Associazione nazionale genieri e trasmettitori d'Italia (Anget) die Kapelle. Bau und Restaurierung gehören zu unterschiedlichen Abschnitten ihrer Geschichte.

Im Gebiet Grupignano/San Mauro in Premariacco waren während des Zweiten Weltkriegs mehr als 4.000 neuseeländische und australische Soldaten untergebracht. Die meisten von ihnen waren in Afrika gefangen genommen worden. Diese Orts- und Zahlenangabe ergänzt die Geschichte des Campo PG57 um einen weiteren konkreten Blick auf die Kriegszeit in Premariacco.

Natisone-Schlucht und Flusslandschaft

Der betreffende Abschnitt des Natisone reicht in die Landschaft von Premariacco und Firmano; dort schneidet sich die Schlucht in alte alluviale Ablagerungen ein. Durch Wassererosion entstanden Strudellöcher und Felsschutzdächer. Die Landschaft ist damit nicht nur durch den Flusslauf, sondern auch durch die Formung des Gesteins geprägt.

Die Römerbrücke bei Premariacco gehört zu den am leichtesten zugänglichen Aussichtspunkten über den Fluss. Entlang der Natisone-Schlucht gibt es außerdem zahlreiche Fußzugänge zum Wasser. Sie sind über Seitenstraßen der SS54 sowie über die Straße zwischen Carraria und San Quirino erreichbar. Aussicht über den Fluss und Zugang ans Wasser sind unterschiedliche Möglichkeiten, die Schlucht wahrzunehmen. Prüfen Sie vor Ihrer Fahrt die Zugangsbedingungen vor Ort.

Natur im Umland

Im nicht urbanisierten und nicht intensiv bewirtschafteten Umland der Natisone-Schlucht bei Premariacco gibt es noch stabile Magerrasen auf mageren alluvialen Böden. Dort findet sich eine artenreiche Flora, darunter viele Orchideen. Dieser Blick auf das weitere Umland ergänzt die Schlucht selbst um einen Lebensraum, der durch seine offenen, wenig bewirtschafteten Flächen und seine Pflanzenvielfalt geprägt ist.

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