Der Archäologische Park befindet sich im heutigen historischen Zentrum von Buccino. Santo Stefano, die Höhlen entlang der Via Egito, das Kastell und das Museo Carlo Levi ergänzen diesen Schwerpunkt um weitere Kapitel der Ortsgeschichte. Wenn Sie ein Reiseziel mit archäologischen und historischen Themen auswählen, lässt sich Buccino anhand verschiedener Zeitschichten kennenlernen: von antiken Befestigungen und Bestattungen bis zu späteren Nutzungen von Gebäuden und dauerhaft gezeigten Gemälden.
Hügellage und Mauern von Volcei
Buccino liegt auf einem langgestreckten Hügel. Nördlich erstreckt sich eine weite Seendepression, im Süden folgt eine Reihe von Hügelrücken. Auch die Mauern von Volcei sind eng mit dieser Geländeform verbunden: Sie wurden im 4. Jahrhundert v. Chr. errichtet und folgen dem Verlauf sowie der Topografie des Hügels. So lässt sich die Befestigung zugleich als Bauwerk und in Bezug auf die Form des Ortes betrachten. Der Archäologische Park kann über freie Wege durch die aufgeführten Bereiche besichtigt werden.
Antike Zeugnisse und Bestattungen
Die heute noch sichtbaren Reste eines Podiumstempels sind in ein modernes Gebäude integriert, das als Privathaus genutzt wird. Der Bau wird vermutlich auf die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. (60–50 v. Chr.) datiert. Er wird allgemein als Caesareum und damit als Tempel für den Kaiserkult bezeichnet. Bei der Betrachtung Buccinos gehört zu dieser Geschichte also sowohl die bauliche Einordnung als auch die überlieferte Benennung des Tempels.
In der Nähe der Einfriedung wurde zwischen dem Ende des 4. und dem Beginn des 3. Jahrhunderts v. Chr. eine Kammergrabstätte mit einer weiblichen Bestattung angelegt. Wegen ihrer reichen Beigaben wird sie „tomba degli ori“ genannt. Der Name verweist auf den besonderen Reichtum der Grabbeigaben; die Datierung ordnet die Grabstätte in eine andere Phase ein als die Mauern von Volcei.
Santo Stefano und die Via Egito
Die heilige Stätte von Santo Stefano umfasst eine Nekropole, die sich über drei von Stützkonstruktionen begrenzte Terrassen erstreckt. Die obere Terrasse wurde vom 8. bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. genutzt. Den Verstorbenen wurden Grabbeigaben aus Keramik mitgegeben: zunächst einfarbige, später zweifarbige Stücke. Damit lassen sich für Santo Stefano sowohl die räumliche Anlage der Nekropole als auch Veränderungen bei den Grabbeigaben berücksichtigen.
Eine andere Nutzungsgeschichte erzählt die antike, dreistufige Terrasse entlang der Via Egito. Sie wurde im 6. bis 7. Jahrhundert n. Chr. in eine Felsensiedlung umgewandelt. Die Höhlen dienten nacheinander als Wohnhäuser mit angrenzenden Ställen und später als Keller. In Gebrauch blieben sie bis zum Erdbeben von 1980. Der Wechsel vom Wohnen mit Ställen zur Nutzung als Keller macht deutlich, wie sich die Funktion dieser Höhlen im Lauf der Zeit veränderte.
Kastell und Carlo-Levi-Museum
Das normannisch-angioinische Kastell weist eine lange Nutzungsgeschichte vom 12. bis zum 20. Jahrhundert n. Chr. sowie mehrere Restaurierungs- und Anpassungsphasen auf. Sein quadratischer Turm, der Mastio, wurde im 12. Jahrhundert errichtet und ist das einzige Zeugnis der normannischen Bauphase. Die Baugeschichte des Kastells umfasst somit sowohl eine lange Zeitspanne als auch spätere Veränderungen; der Mastio steht dabei für die frühe normannische Phase.
Eine weitere Facette bietet das Museo Carlo Levi della Questione Meridionale im Palazzo Forcella im historischen Zentrum von Buccino. Dort werden dauerhaft Gemälde Carlo Levis unter dem Titel „Il segno avvolgente di Carlo Levi: Volti, mito e natura“ gezeigt. Zusammen mit den archäologischen Orten erweitert das Museum den Blick auf Buccino um die Malerei. Wenn Sie Ihren Aufenthalt nach historischen Interessen ausrichten, können Sie so zwischen antiken Befestigungen, Bestattungsgeschichte, späteren Nutzungen und Kunst unterscheiden.
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