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Gradoli liegt am Nordhang des Lago di Bolsena, auf einem Tuffhügel in 475 Metern Höhe im Herzen der Volsini-Berge. Palazzo Farnese, Museen, wiederkehrende Traditionen und Wege in die Landschaft geben dem Ort verschiedene kulturelle und kulinarische Schwerpunkte.

Palazzo Farnese und seine Museen

Palazzo Farnese wurde von Antonio da Sangallo dem Jüngeren entworfen und zwischen 1517 und 1526 im Auftrag von Kardinal Alessandro Farnese errichtet. In dem Bau sind reich mit Fresken ausgestattete Räume erhalten. Die Architektur und die erhaltenen Ausmalungen geben dem Palazzo eine eigene historische Dimension innerhalb der Ortsgeschichte.

Das Museo del Costume Farnesiano befindet sich im piano nobile und im obersten Stockwerk des Palazzo. Es zeigt Reproduktionen adeliger, volkstümlicher und kirchlicher Kleidung aus der Renaissance sowie Accessoires, Waffen und Rüstungen. Hinzu kommen Keramiken, die bei Ausgrabungen im Palazzo gefunden wurden. Die Sammlung verbindet damit Kleidung und Gegenstände aus unterschiedlichen Bereichen des Lebens jener Zeit.

Auch das archäologische Museum von Gradoli befindet sich im Palazzo Farnese. Zu seinen Exponaten gehören Werkzeuge für die Verarbeitung von Hanf und Wolle: ein Webstuhl, Spindeln, Spulen und Scheren. Das Museum für sakrale Kunst liegt an einem anderen Ort, in der Sakristei der Stiftskirche Santa Maria Maddalena. Dort wird ein Renaissance-Freskenzyklus zur Passion Christi bewahrt.

Historisches Zentrum und Lage am See

Ein Rundgang durch das historische Zentrum beginnt an der Piazza Vittorio Emanuele und führt durch den Ciuchini-Bogen, das frühere Tor des Ortes. Dieser Weg bietet eine konkrete Orientierung für den Ortskern: Der Startpunkt und der Durchgang durch das ehemalige Tor setzen zwei feste Punkte für die Erkundung der historischen Straßen.

Eine andere Lage hat die Kirche San Magno aus dem 15. Jahrhundert. Sie steht etwa sieben Kilometer vom Ortszentrum entfernt am Ufer des Lago di Bolsena. Wer Ortskern und Kirche in die Reiseplanung einbezieht, sollte diese ungefähre Entfernung berücksichtigen; die Kirche liegt nicht im Zentrum, sondern direkt am Seeufer.

Traditionen im Jahreslauf

Zu den wiederkehrenden Bräuchen gehört das „Pranzo del Purgatorio“, das in Gradoli seit dem 17. Jahrhundert am Aschermittwoch veranstaltet wird. Am Faschingsdienstag sammeln Mitglieder der Fratellanza del Purgatorio während der Prozession degli incappucciati Spenden. Im Januar ziehen bei der Prozession „Tentavecchie“ Kinder und Erwachsene mit ungewöhnlichen Musikinstrumenten durch die Straßen. Das „Perdono di San Magno“ findet jedes Jahr am 19. August statt.

Die Termine verteilen sich über verschiedene Abschnitte des Jahres. So lassen sich die saisonalen Traditionen von den dauerhaften Kulturorten unterscheiden, ohne sie zu einem einzigen Ereignis zusammenzufassen.

Gerichte und Weine

Beim „Pranzo del Purgatorio“ wird der Fagiolo del Purgatorio mit Reis in Brühe und Fischsuppen serviert. Das Gericht gibt der Tradition neben ihrem Termin auch einen konkreten kulinarischen Bezug. Für die Weine Aleatico und Greghetto besteht eine kontrollierte Ursprungsbezeichnung (DOC). Außerdem fallen die vulkanischen Böden der Gemeinde unter die Erzeugervorschriften für Grechetto in den Sorten Weiß und Rot.

Wege in die Landschaft

Von Gradoli führen Wege zum Wandern und Radfahren zum Lago di Bolsena sowie durch Weinberge und Olivenhaine. Damit stehen neben den Museen und dem historischen Zentrum auch Aktivitäten in der Landschaft zur Auswahl. Für die Touren sollten Sie vorab die Wegdetails prüfen. So können Sie Ihre Planung danach ausrichten, ob Sie mehr Zeit den Sammlungen und Traditionen oder den Wegen rund um Weinberge, Olivenhaine und See widmen möchten.

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