Im Parco Marturanum schneiden Bäche Schluchten in flache Tuffplateaus; daneben prägen Lehmhügel, Wälder und Weideflächen das Landschaftsbild. Mehrere offiziell markierte CAI-Wege führen durch den Park. Neben Fernwanderwegen gibt es verbindende Wege, die Rundwanderungen ermöglichen. Prüfen Sie vor einer Wanderung die aktuellen Wegbedingungen. Eine andere Wegdimension bietet der CAI-Weg 103: Er durchquert die Provinz Viterbo von den Monti Cimini bis zum Meer zwischen Soriano al Cimino und Tarquinia.
Natur, Wege und geschützte Landschaften
Das Naturschutzgebiet Monte Casoli di Bomarzo wurde 1999 nach dem Regionalgesetz L.R. 30 eingerichtet, umfasst 285 Hektar und liegt vollständig in der Gemeinde Bomarzo. In diesem Gebiet leben zahlreiche Tierarten, darunter der seltene Lannerfalke und der Schwarzmilan. Die Forre di Corchiano wiederum schützen eine Schlucht am Rio Fratta mit ihren Ufern und Tuffsteinwänden im Gemeindegebiet von Corchiano. Zum Naturdenkmal gehört auch ein Abschnitt der Via Amerina.
Das Naturschutzgebiet Lago di Vico umfasst Berglandschaften, Sumpfgebiete, einen Vulkansee, Strände, Eichenwälder und hochstämmige Buchenwälder. Seine artenreiche Tierwelt reicht von zahlreichen Fischarten und kleinen wie großen Säugetieren bis zu tag- und nachtaktiven Greifvögeln und Wasservögeln wie dem Haubentaucher. Der alte Buchenwald in den Cimini-Bergen bei Soriano nel Cimino gehört zum UNESCO-Welterbegebiet Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas, einem seriellen Standort jahrhundertealter Buchenwälder. Auch der Nordhang des Monte Cimino ist geschützt: Er ist als Natura-2000-Gebiet besonderer Erhaltungsgebiete unter dem Code IT6010022 ausgewiesen.
Wer verschiedene Schutzgebiete auf einer Route erleben möchte, findet einen konkreten Bezug beim Cammino Tuscia: Seine dritte Etappe führt durch das ZSC-Schutzgebiet Faggeta del Monte Cimino und das Naturschutzgebiet Lago di Vico. Die Landschaften und Wege bieten damit unterschiedliche Perspektiven: von Schluchten und Tuffstein über Wald und Feuchtgebiete bis zu einer markierten Fernwanderroute. Für die Planung einer Wanderung lohnt es sich, den Zustand der Wege vorab zu prüfen.
Stadtgeschichte und besondere Bauwerke
Viterbo war im 13. Jahrhundert Sitz des Papsttums; die Päpste residierten im Palazzo Papale. Im mittelalterlichen Viertel San Pellegrino sind historische Pflasterungen und Gebäude, Gewölbehäuser, Bögen und Loggien erhalten. Das Viertel zählt zu den größten mittelalterlichen Stadtvierteln Europas. Charakteristisch sind auch die Profferli: außenliegende Treppen zwischen Hof und Erdgeschoss. Im Museo Nazionale Etrusco Rocca Albornoz ist die etruskische Archäologie das zentrale Thema; das Museum befindet sich in der gleichnamigen Rocca.
Eine besondere Tradition Viterbos ist die Macchina di Santa Rosa. Hundert Facchini tragen sie durch die Straßen der Stadt; sie gehört zum UNESCO-anerkannten Netzwerk der Schultergetragenen Maschinen. Der Umzug findet traditionell jedes Jahr am Abend des 3. September statt. Wenn Sie Ihre Reise darauf abstimmen möchten, prüfen Sie die konkreten Veranstaltungsdetails vorab. In der Nähe von Viterbo liegt Ferento, eine etruskisch-römische Stadt mit gut erhaltenem Theater, in dem Freiluftaufführungen stattfinden. Prüfen Sie die Termine, falls eine Vorstellung Teil Ihrer Planung sein soll.
In Caprarola verbindet der von Jacopo Barozzi da Vignola geschaffene Palazzo Farnese die Merkmale einer Festung, eines Palastes und einer Villa. Der fünfeckige Grundriss umfasst einen runden Innenhof. Zu den besonderen Details zählen eine bemerkenswerte Wendeltreppe, ein bedeutender manieristischer Freskenzyklus und die Sala del Mappamondo. Dort sind das Himmelsgewölbe und geografische Karten dargestellt. So lässt sich die Anlage nicht auf eine einzige Bauform reduzieren: Ihre Architektur führt unterschiedliche Funktionen und Gestaltungen zusammen.
Nekropolen und archäologische Entdeckungen
Die Nekropole von Tarquinia, auch Monterozzi genannt, umfasst 6.000 in den Fels gehauene Gräber. 200 davon sind bemalt; die ältesten stammen aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. In der Talebene des Pile bei Norchia liegen zahlreiche Gräber auf Tuffsteinterrassen, darunter die Tomba Ciarlanti, die Tomba a Camino und die Tomba Prostila aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Die Nekropole von Norchia ist frei zugänglich und der Eintritt ist kostenlos; prüfen Sie die örtlichen Bedingungen vor Ihrem Besuch.
Auch Castel d’Asso bietet archäologische Entdeckungen, erfordert bei einigen Bereichen jedoch besondere Planung: Wegen der schwierigen Zugänglichkeit wird ein Besuch im Herbst oder Winter mit geeigneter Kleidung und möglichst in Begleitung einer örtlichen Führung empfohlen. Die monumentale Nekropole liegt gegenüber der Stadt Viterbo. Ihre Gräber sind in roten Tuffstein gehauen und auf zwei oder drei übereinanderliegenden Ebenen angeordnet. Diese unterschiedlichen Orte machen deutlich, wie verschieden archäologische Besuche ausfallen können – von bemalten Grabkammern bis zu in den Fels gearbeiteten Anlagen und Terrassen.
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