Zum Inhalt

Die Chiesa di San Filippo Neri in Carbognano wird als weltweit erste Kirche bezeichnet, die dem heiligen Philipp Neri geweiht wurde. Zugleich liegt der Ort am Fuß der Monti Cimini. Für die Planung stehen damit zwei gut greifbare Perspektiven nebeneinander: die Geschichte mehrerer Kirchen und die bewaldete Landschaft der Umgebung.

Kirchen, Bauphasen und Fresken

Die Chiesa di Santa Lucia wurde um das 11. Jahrhundert gleichzeitig mit der Burg errichtet und befindet sich seit ihrer Errichtung am selben Standort. Die Chiesa di Sant’Anna stammt aus dem Jahr 1696 und gilt als Zeugnis des lokalen Barocks. Ihre Bauzeiten liegen weit auseinander und bieten einen zeitlichen Vergleich vom 11. Jahrhundert bis zum späten 17. Jahrhundert.

Die ehemalige Kirche Santa Maria wurde 1522 unter der Leitung von Giulia Farnese fertiggestellt. Giulia Farnese verbrachte die letzten zwanzig Jahre ihres Lebens im Castello Farnese von Carbognano. Die Fresken in der Kirche entstanden später, im Jahr 1581, und wurden von Schülern der Brüder Zuccari geschaffen. Seit 2018 dient das ehemalige Kirchengebäude als multifunktionales Kulturzentrum. Fertigstellung und Fresken gehören damit zu unterschiedlichen Abschnitten der Bau- und Kunstgeschichte.

Auch die Chiesa della Madonna della Valle bietet einen eigenen Bezug zur Malerei: Ihre Fresken stammen aus dem 16. Jahrhundert und wurden von Pastura geschaffen. Zusammen mit den Fresken in Santa Maria lässt sich so vergleichen, wie sich Künstlerzuordnungen und Zeitangaben an verschiedenen Kirchen des Ortes unterscheiden.

Das Fest der beiden Mitpatrone Sant’Eutizio da Ferento und San Filippo Neri ist mit dem 26. Mai verbunden.

Das Lavatoio del castello

Das Lavatoio del castello ergänzt die Kirchen um ein kulturhistorisches Thema aus dem öffentlichen Alltag. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde es auf Veranlassung von Francesco Colonna, dem Herrn von Carbognano, als öffentlicher Dienst für die Frauen des Ortes errichtet. Sein überdachtes, elliptisches Becken ist in drei Bereiche geteilt. Bauform und ursprünglicher Zweck machen das Waschhaus zu einem anderen Bezugspunkt als die religiösen Gebäude: Hier steht die öffentliche Funktion eines gemeinschaftlich genutzten Ortes im Mittelpunkt.

Landschaft am Fuß der Monti Cimini

Carbognano liegt in der landschaftlichen Umgebung des Regionalen Naturreservats Lago di Vico. Die Landschaft in der Umgebung umfasst alte Kastanienhaine, Haselnusspflanzungen sowie Buchen- und Eichenwälder. Die bewaldeten Gebiete eignen sich für Ausflüge und Trekking. So lässt sich die Reise entweder stärker auf die Kirchen, Fresken und Baugeschichte ausrichten oder auf die Landschaft und Aktivitäten in den Wäldern. Die beiden Schwerpunkte geben Ihnen unterschiedliche Möglichkeiten, Carbognano kennenzulernen, ohne dass daraus eine feste Route wird.

Gavinelle und lokale Küche

Auch die Gavinelle gehören zum örtlichen Charakter: Sie sind ein traditionelles, einfaches Nudelgericht der bäuerlichen Küche von Carbognano und ähneln Fettuccine. Die Ähnlichkeit bietet einen vertrauten Vergleich, während der Name und die Einordnung in die lokale bäuerliche Küche den Bezug zum Ort bewahren. Für die Reiseplanung ergänzen sie so die kulturellen und landschaftlichen Themen um einen konkreten kulinarischen Bezug.

Weitere Reiseziele entdecken: Fastello, Cava, Civitella Cesi, Bomarzo, Blera, Bolsena, Tarquinia, Cellere

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Viterbo.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.