Bariano lässt sich aus zwei Blickwinkeln entdecken: Die Bau- und Kirchengeschichte zeigt sich in den religiösen Gebäuden und historischen Spuren des Ortes; die ländliche Architektur reicht vom historischen Zentrum durch die Landschaft bis zu den Ufern des Serio. Dazu kommen ein Bahnhof am Korridor des Parco del Serio und ein Naturweg für Radfahrer und Fußgänger. Die Jahreszahlen der Baugeschichte helfen, die unterschiedlichen Epochen auseinanderzuhalten.
Kirchen und Baugeschichte
Die Pfarrkirche Santi Gervasio e Protasio wurde vom bergamaskischen Architekten Filippo Alessandri entworfen und weist einen neoklassizistischen Stil des 18. Jahrhunderts auf. Ihr Bau begann 1743 an der Stelle der früheren Kirche San Bartolomeo, die dafür abgerissen wurde. Entwurf, Stil und Vorgängerbau geben drei konkrete Anhaltspunkte für die Baugeschichte der Pfarrkirche.
Eine andere Datierung verbindet die Chiesa dell’Annunciata mit dem Jahr 1610: Cavaliere Antonio Rivola ließ sie an der Stelle der abgerissenen Kirche der Heiligen Protasio und Gervasio errichten. In der Annunciata befindet sich außerdem ein Altarbild der Verkündigung von Vincenzo Angelo Orelli. Der Künstler führte es in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts aus. Damit begegnen sich an diesem Bauwerk eine Geschichte des Standortwechsels und ein deutlich später entstandenes Kunstwerk.
Convento dei Neveri: ältere Spuren und Klostergründung
Im Convento dei Neveri sind Fresken in der Westapsis aus dem 14. Jahrhundert erhalten. Auch römische und langobardische Gräber sind dort weiterhin sichtbar. Eine weitere Etappe folgte 1480: Fermo Furnio da Caravaggio, Erzpriester von Bariano, übergab die Kirche und das umliegende Gelände der Kongregation der Karmeliterpatres von Mantua, die dort ihr Kloster gründeten. Die Fresken datieren somit in eine frühere Zeit als diese Klostergründung. Zusammen mit den sichtbaren Gräbern geben sie dem Ort mehrere historische Bezugspunkte, ohne sie zu einer einzigen Bauphase zu vermischen.
Spuren im historischen Zentrum
Zum historischen Zentrum gehört der „Palazzo“, der wahrscheinlich an der Stelle der früheren Befestigungsanlage von Bariano steht. Die Deutung des Standorts bleibt dabei bewusst eine wahrscheinliche, keine sichere Zuordnung. Am Palazzo Grataroli sind deutliche Spuren seiner früheren repräsentativen Bedeutung erhalten. Auch das als „Stallo Misericordia“ bezeichnete Gebäude gehört zum historischen Zentrum; schon seine überlieferte Bezeichnung setzt einen eigenen Orientierungspunkt innerhalb der Ortsgeschichte.
Die Cappella dei Mortini ist ein kleines Oratorium an der Via Diaz nahe dem historischen Zentrum. Vor der Kapelle liegt ein Platz mit Bänken. Im Inneren zeigt ein Fresko die Jungfrau Maria mit dem Kind und einem Engel. Zu ihren Füßen sind einige Verdammte im Feuer dargestellt, die um Fürsprache bitten. Die genaue Bildbeschreibung unterscheidet dieses Werk von den Fresken in der Westapsis des Convento dei Neveri und macht die unterschiedlichen religiösen Motive in Bariano greifbar.
Landschaft und Anreise
Die ländliche Architektur Barianos erstreckt sich vom historischen Zentrum durch die Landschaft bis an die Ufer des Flusses Serio. Damit reicht die Ortsbeschreibung über die Bebauung im Zentrum hinaus und schließt die Flussufer als Teil des räumlichen Bildes ein. Ein Naturweg in Bariano ist für Radfahrer und Fußgänger geeignet und von einem Waldabschnitt aus erreichbar.
Bariano besitzt am Korridor des Parco del Serio einen Bahnhof an der Bahnstrecke Mailand–Treviglio–Brescia. Für die konkrete Bahnreise lohnt sich ein Blick auf den Fahrplan. So lässt sich die Anreiseplanung von den historischen und landschaftlichen Themen des Aufenthalts trennen und passend zum eigenen Reiseablauf angehen.
Weitere Reiseziele entdecken: Clanezzo, Telgate, Fuipiano Valle Imagna, Gromlongo, Boltiere, Valbondione, Borgo Di Terzo, Pontida.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bergamo.