An der alten Weggabelung zur Valle di Fondra steht die Chiesa della Forcella: Ihre Vorhalle diente Reisenden als Unterkunft. Rund um Bordogna verbinden sich Weggeschichte, sakrale Bauten und eine von Wasser und Wasserkraft geprägte Landschaft. Für die Planung lohnt es sich, die Routen nach ihren konkreten Anknüpfungspunkten zu unterscheiden: Sie führen zu unterschiedlichen Orten und setzen jeweils eigene Schwerpunkte.
Historische Wege und Landschaft
Der Sentiero 269 verläuft auf einem erhaltenen historischen Saumpfad von Lenna über Bordogna, Baresi und Roncobello. Bei der Fraktion Forcella di Bordogna zweigt ein bis heute begehbarer Weg in Richtung Valle di Fondra ab. Eine andere Ausgangslage bietet die Route Bordogna–Fondra–Roncobello: Sie beginnt neben der Chiesa di Bordogna und führt über die Via Case, den Saumpfad nach Zucchero und entlang der Ria di Spì an der Druckrohrleitung des Wasserkraftwerks von Bordogna.
Auch die Via delle Rocce hat einen eigenen Bezugspunkt: Nach einem kurzen asphaltierten Abschnitt führt sie wieder zum alten Castello Forcella di Bordogna und verläuft am kleinen Friedhof von Bordogna vorbei. Der Rundweg Giro dei cantoni di Lenna e Bordogna führt dagegen zum Sportplatzbereich von Bordogna; dort gibt es Plätze für Picknick und Grillen. So lassen sich die Wege anhand ihrer beschriebenen Ziele unterscheiden, ohne sie zu einer einzigen Route zusammenzufassen.
Der Brembo hat in der Nähe von Bordogna eine Schlucht über Jahrtausende aus dem Fels herausgearbeitet. In der Landschaft fällt außerdem die Druckrohrleitung vom Becken von Baresi zur Wasserkraftanlage von Bordogna auf. Wasser erscheint auch als gelegentliches Naturschauspiel: Ein Bach an der Route Bordogna–Fondra–Roncobello kann sich zeitweise in einen Wasserfall verwandeln, der von der Provinzstraße in Richtung Branzi sichtbar ist.
Kirchen und Spuren der Geschichte
Die Chiesa della Forcella ist durch ihre Lage an der alten Weggabelung und durch ihre Architektur geprägt. Sie besitzt ein einschiffiges Langhaus, einen kleinen Glockenturm und eine Vorhalle vor dem Eingang. In der kleinen bergseitigen Kapelle finden sich Schirmgewölbe sowie Fresken an den Wänden und in den Gewölbezwickeln. Die Vorhalle verweist zugleich auf die frühere Rolle des Ortes für Reisende.
Die Chiesa di Bordogna, auch Santa Maria Assunta genannt, entstand ab 1715 auf dem Gelände einer früheren Kirche und wurde 1737 geweiht. Von der Vorgängerkirche blieb der quadratische steinerne Glockenturm erhalten. Später wurde er unter anderem durch Biforen an seiner Ost- und Westseite verändert. Eine weitere historische Station ist die Cappella e Oratorio di San Rocco a Bordogna: Sie wurde etwa zwischen 1520 und 1526 auf einem ehemaligen Friedhof als Votivkapelle zu Ehren des heiligen Rochus und zum Schutz vor der Pest errichtet.
Beim Castello di Forcella gehören ausgedehnte Umfassungsmauern mit quadratischem Grundriss zu den archäologischen Überresten. Vom Turm sind Reste mit einer Seitenlänge von etwa sieben Metern erhalten. Die Anlage scheint schrittweise ab dem 12. Jahrhundert errichtet worden zu sein und im 14. Jahrhundert eine komplexere Gestalt erreicht zu haben. Ihr wird zugeschrieben, den einzigen Zugang zur Valle di Fondra kontrolliert und damit eine gewisse strategische Bedeutung besessen zu haben; diese Deutung bleibt eine historische Möglichkeit.
Lokale Tradition und Reiseplanung
Eine historische Tradition der Familie Bordogna-Fondra besagt, dass die Pächter der Alpe Mezzeno seit 1400 ununterbrochen zwei Käselaibe an die Nachkommen der Familie entrichten. Sie ergänzt die Kirchen- und Burgengeschichte um einen lokalen Bezug zu Käse und Landwirtschaft.
Für Ihre Anreise ist außerdem eine datierte Information zur Brücke von Bordogna relevant. Am 24. Juli 2026 liefen dort Erneuerungsarbeiten an der Brücke an der SP 3 „SP 2 – Roncobello“. Die Straße liegt in den Gemeinden Moio de' Calvi und Roncobello; für den Vertrag war eine Dauer von ungefähr acht Monaten vorgesehen. Prüfen Sie den Stand der Arbeiten vor Ihrer Reise.
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