Pescarolo ed Uniti verbindet die Bedeutung des Flachsanbaus für die bäuerliche Wirtschaft mit Mosaiken, Fresken und unterschiedlichen Bauphasen. Wenn Sie Kulturgeschichte aus mehreren Blickwinkeln entdecken möchten, stehen hier eine materielle Sammlung, sakrale Bildkunst und die Geschichte einzelner Kirchen im Mittelpunkt.
Flachs und bäuerliche Wirtschaft
Das Museo del Lino ist ein ethnoanthropologisches Museum. Mehr als 9.000 Objekte dokumentieren die Bedeutung des Flachsanbaus für die bäuerliche Wirtschaft. Zum Bestand gehören mehr als 2.000 Artefakte, die überwiegend aus Leinen bestehen und vom 18. Jahrhundert bis in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts reichen. So begegnen im Museum die wirtschaftliche Bedeutung des Flachses und konkrete Gegenstände aus einem langen Zeitraum. Flachs erscheint hier nicht allein als Material, sondern auch als Teil einer bäuerlichen Wirtschaftsweise. Das gibt dem Museum einen anderen Schwerpunkt als den Kirchen: Im Museum stehen Sammlung, Landwirtschaft und Wirtschaft im Zusammenhang, bei den Kirchen Bauphasen und Bildmotive.
Für Informationen und Reservierungen zum Museo del Lino ist die Società cooperativa „Il Borgo“ zuständig. Fragen Sie bei der Planung direkt dort nach den Besuchszeiten für Ihren gewünschten Termin.
Mosaike und ihre Bildmotive
Die Pieve di San Giovanni Battista Decollato in Pieve Terzagni wurde im 11. Jahrhundert gegründet. Umfangreiche Teile eines historischen Bodenmosaiks sind im Bereich der Apsis und des Mittelschiffs zu sehen. Das Mosaik zeigt Symbole der vier Evangelisten, den Diakon Stephanus und Darstellungen, die von der mittelalterlichen Bestiarientradition inspiriert sind. Die Apsis bezeichnet den Abschlussbereich des Kirchenraums, das Mittelschiff dessen zentralen Längsbereich; beide Angaben verorten die erhaltenen Mosaikteile. Die Evangelistensymbole und Stephanus bringen christliche Bildbezüge ein, während die bestiarieninspirierte Bildwelt eine weitere mittelalterliche Tradition aufgreift.
Die Chiesa di S. Giovanni Battista enthält ein beschädigtes Bodenmosaik. In einem fragmentierten und wieder zusammengesetzten Bereich ist heute nur das Wort „rotas“ lesbar.
Fresken und Bauphasen
Das Heiligtum Santa Maria della Senigola liegt abgeschieden in der Landschaft von Pescarolo und ist von der Straße nach Seniga und Binanuova aus gut sichtbar. Die heute bestehende Kirche wurde Anfang des 17. Jahrhunderts wiederaufgebaut; dabei entstanden bedeutende Freskendekorationen mit dem gekreuzigten Christus, den Heiligen Andreas und Franziskus sowie der Verkündigung. Die Chiesa della Senigola weist zugleich architektonische Elemente aus dem 16. Jahrhundert auf. So stehen ältere Bauformen neben einer späteren Wiederaufbauphase, zu der die Fresken gehören.
Die Chiesa di Sant’Andrea wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. Im Vergleich der Bauphasen ergeben sich damit mehrere zeitliche Bezugspunkte: die Gründung der Pieve im 11. Jahrhundert, Elemente aus dem 16. Jahrhundert und der Wiederaufbau Anfang des 17. Jahrhunderts an der Senigola sowie der Bau von Sant’Andrea zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Diese zeitliche Staffelung zeigt, dass die Kirchen unterschiedliche historische Akzente setzen.
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