Zum Inhalt

San Giovanni in Croce verbindet ein prägnantes Kulturerbe-Motiv: Die Villa Medici del Vascello geht auf eine Festung zurück, während ihr zwölf Hektar großer Park Tempelchen verschiedener Architekturstile, einen geschwungenen See und eine Reiherkolonie umfasst. Dazu kommen Kirchen mit eigenständigen Kunst- und Baugeschichten sowie ein Theater mit zwei markanten Daten. Wer auf einer Reise Kulturgeschichte statt nur eines einzelnen Bauwerks sucht, kann den Ort anhand dieser unterschiedlichen Spuren einordnen.

Von der Festung zum Adelssitz

Die Villa Medici del Vascello bietet einen klaren historischen Wandel als roten Faden. Am Anfang steht eine Festung, die 1407 auf Veranlassung von Cabrino Fondulo, dem Herrn von Cremona, errichtet wurde. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts begann sich die Villa von einer Festung in einen Adelssitz zu verwandeln. Die zeitliche Abfolge gibt zwei verschiedene Anker: Das Jahr 1407 gehört zur Festung; die Umwandlung setzte später ein. So lässt sich die Geschichte des Bauwerks als Entwicklung lesen, statt seine adelige Gestalt mit seinem ursprünglichen Zweck gleichzusetzen.

Park, See und Reiher

Der Park der Villa erstreckt sich über zwölf Hektar. Zwischen den Tempelchen in verschiedenen Architekturstilen und dem geschwungenen See entsteht ein gestalteter Landschaftsraum; hinzu kommt eine Reiherkolonie mit Graureihern, Seidenreihern, Nachtreihern und Kuhreihern. Die vier genannten Reiherarten geben dem Park neben seiner Architektur auch einen konkreten Naturbezug. Historische Wege ergänzen dieses Bild: Nahezu alle alten Wege wurden wiederentdeckt und instand gesetzt. Der Tempio delle Nereidi, der früher als Voliere diente, steht auf einer kleinen Anhöhe am Nordufer des Sees. Von verschiedenen Punkten des Gartens aus ist er leicht erreichbar; die Vegetation beeinflusst seine Sichtbarkeit teilweise. Diese Unterscheidung hilft bei der Orientierung: Der Standort des Tempels ist klar beschrieben, seine Sichtbarkeit hängt aber auch von der Vegetation ab.

Kirchen und bewahrte Kunst

Auch die Kirchen erzählen unterschiedliche Teile der Ortsgeschichte. Die Pfarrkirche von San Giovanni in Croce bewahrt ein spätgotisches Fresko aus der Kirche San Zavedro sowie ein Polyptychon aus dem 16. Jahrhundert, das Tommaso Aleni zugeschrieben wird und ebenfalls aus San Zavedro stammt. Herkunft und Zuschreibung gehören dabei zur jeweiligen Einordnung der Werke: Das Fresko ist spätgotisch, das Polyptychon wird einem Künstler zugeschrieben. Die Kirche San Zavedro gilt als das älteste religiöse Gebäude in San Giovanni in Croce. Zu ihren architektonischen Merkmalen zählen eine zentrale Rosette und eine tiefe Apsis; sie stammt aus der Spätgotik. Damit stehen an diesem Ort Kunstwerke mit einer gemeinsamen Herkunft neben einem Kirchenbau, dessen Bauform selbst den Blick auf die Geschichte lenkt. Einen anderen architektonischen Bezug bietet das Oratorio della Santissima Trinità: Es ist ein Beispiel für eine Kirche, die nach den von San Carlo Borromeo erlassenen Regeln für den Bau neuer Sakralbauten entworfen wurde. Zusammen eröffnen diese Bau- und Kunstgeschichten verschiedene Zugänge zur sakralen Architektur, ohne sie auf eine einzige Epoche oder Gestaltungsweise zu reduzieren.

Theatergeschichte und Anreise

Das Teatro Comunale Cecilia Gallerani ergänzt die sakralen Bauwerke um einen weltlichen Kulturort. Es entstand 1923 und wurde 1983 in seiner heutigen Form eingeweiht. Die beiden Jahreszahlen bezeichnen unterschiedliche Stationen: die Entstehung des Theaters und die Einweihung seiner heutigen Gestalt. Für die Reiseplanung gibt es in San Giovanni in Croce einen Bahnhof der FS. Wenn Sie eine Anreise mit der Bahn erwägen, prüfen Sie den Fahrplan für Ihr Reisedatum.

Weitere Reiseziele entdecken: Torre De' Picenardi, Corte De' Frati, Soresina, Casteldidone, Agnadello, Bagnolo Cremasco, Castel Gabbiano, Credera.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Cremona.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.