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Für einen Aufenthalt in Garlate lassen sich mehrere Interessen miteinander abgleichen: Seidenproduktion, archäologische Baugeschichte, Kunst und die Gewässerlandschaft an der Adda. Das Museo della Seta Abegg führt durch Produktionsschritte vom Aufziehen der Seidenraupen bis zur Herstellung von Textilien; die Chiesa di Santo Stefano steht im Mittelpunkt archäologischer Befunde aus mehreren Epochen. Der Lago di Garlate und eine Radrundtour entlang der Adda ergänzen die kulturellen Themen. Welche Schwerpunkte Sie setzen, kann davon abhängen, ob Sie sich eher für Handwerk, Baugeschichte, Kunst oder eine Fahrt mit dem Rad interessieren.

See und Radrundtour

Der Lago di Garlate wird vom Fluss Adda gebildet; Garlate grenzt an den See am rechten Ufer der Adda. Die Radrundtour „Lecco e l’anello dei laghi“ führt am Fluss entlang zu den Seen von Garlate und Olginate. Damit beantworten See und Route unterschiedliche Planungsfragen: Der See ordnet Garlates Lage ein, während die Tour eine Radoption entlang der Adda mit zwei benannten Seen als Zielbezug beschreibt.

Seidenproduktion im historischen Gebäude

Das Museo della Seta Abegg zeigt die Seidenproduktion als Abfolge konkreter Arbeitsschritte: Die Seidenraupen werden nach der Pasteur-Methode aufgezogen; über das Abhaspeln der Kokons und das Zwirnen des Fadens reicht der Weg bis zur Herstellung von Textilien. Beim Abhaspeln wird der Faden aus dem Kokon gewonnen, beim Zwirnen werden Fäden miteinander verdreht. So lässt sich die Folge vom Rohmaterial bis zum fertigen Textil nachvollziehen. Das Museum ist in der historischen Abegg-Seidenspinnerei aus dem späten 18. Jahrhundert untergebracht. Produktionsschritte und historisches Spinnereigebäude geben dem Thema zwei unterschiedliche Perspektiven.

Archäologische Spuren an Santo Stefano

Das Gelände der Chiesa di Santo Stefano war ursprünglich von einer römischen Villa besetzt, die im 1. Jahrhundert n. Chr. errichtet wurde. Archäologische Ausgrabungen bestätigten den frühchristlichen Ursprung der Kirche und die Präsenz von drei Kirchen bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. So stehen ein früher römischer Bau und eine kirchliche Geschichte, die bis in die frühe Neuzeit reicht, nebeneinander. Im Unterschied zum Museum, das eine Produktionsfolge zeigt, konzentrieren sich die archäologischen Befunde hier auf die Bau- und Kirchengeschichte des Geländes.

Villa Pozzi: Park und Fresken

Villa Pozzi ist ein Komplex des 17. Jahrhunderts mit einem großen Park, der zum See hin abfällt. Im Salon im Erdgeschoss befindet sich ein Freskenzyklus von Cherubino Cornienti mit fünf Szenen zu den Taten des Prometheus. Park und Fresken lenken den Blick auf unterschiedliche Aspekte der Anlage: den zum See abfallenden Außenbereich und die Kunst in einem konkreten Innenraum. Die fünf Szenen machen den Prometheus-Zyklus zu einem klar umrissenen Kunstthema. Im Vergleich zu den archäologischen Befunden an Santo Stefano stehen hier Fresken und Architektur im Vordergrund. Der Wechsel zwischen Park und Innenraum zeigt, wie sich Landschaftsbezug und Bildkunst innerhalb eines Komplexes unterscheiden.

Anreise mit der Bahn

In Garlate gibt es keinen Bahnhof. Für die Anreise mit dem Zug dient der Bahnhof Calolziocorte-Olginate als Bezugspunkt. Prüfen Sie vor der Abreise den aktuellen Fahrplan und stimmen Sie Ihre Verbindung darauf ab. So können Sie die Bahnanreise konkret planen, unabhängig davon, ob Kulturorte oder die Radrundtour den Schwerpunkt Ihres Aufenthalts bilden.

Weitere Reiseziele entdecken: Introzzo, Barzio, Imbersago, Campo, Morterone, Rovagnate, Olginate, Malgrate.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lecco.

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