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Im Zentrum des landwirtschaftlich geprägten Colturano liegt der Komplex, der als „ex Monastero di Colturano“ bezeichnet und auch „Palazzo Visconti Fregoso“ genannt wird. Zusammen mit der Pfarrkirche Sant’Antonino und den historischen Bewässerungszeugnissen eröffnet er mehrere Perspektiven auf den Ort: Architektur, kirchliche Geschichte und Landwirtschaft. Bei der Wahl einer Ferienwohnung können Sie überlegen, ob Sie eher kirchliche Ortsgeschichte oder die historische Landwirtschaft als thematischen Schwerpunkt setzen möchten.

Kirchen und Siedlungsgeschichte

Die Chiesa di Sant’Antonino ist die Pfarrkirche von Colturano und wurde 1903 restauriert. Das Restaurierungsjahr verankert die Kirche in einer konkreten historischen Zeit, während ihre Funktion als Pfarrkirche den Bezug zur Gemeinde benennt. In Balbiano entwickelte sich eine alte Siedlung um die moderne Kirche San Giacomo Maggiore.

Landwirtschaft und Bewässerung

Der Parco Agricolo Sud Milano liegt im Gemeindegebiet von Colturano und gibt der landwirtschaftlichen Prägung einen räumlichen Rahmen. Die Geschichte der bewirtschafteten Flächen reicht zugleich in die Vergangenheit: Zisterziensermönche nutzten in Colturano und Balbiano Bewässerung, um den Boden fruchtbarer zu machen. Zum historischen System gehörten Kanäle, Gräben, Roggen und Roggini, die der Bewässerung der Flächen dienten. Auch Marcite gehörten dazu; auf ihnen waren bis zu zehn oder elf Grasschnitte pro Jahr möglich. So unterscheiden sich der geografische Bezug des Parks und die konkreten überlieferten Praktiken der Landwirtschaft, obwohl beide den ländlichen Charakter Colturanos verständlich machen.

Brücken mit unterschiedlichen Geschichten

Brückengeschichte bietet einen anderen Blick auf die Verbindung von Siedlung und Alltag. In Balbiano wurde 1573 eine Holzbrücke errichtet, damit die Einwohner die Kirche erreichen konnten. Die Ponte Vecchio di Balbiano, auch Ponte Spagnolo genannt, ist eine 1765 errichtete Brücke aus Ziegeln und Stein über den Torrente Addetta. Die beiden Angaben setzen unterschiedliche Akzente: Bei der Holzbrücke ist der Zweck überliefert, bei der Ponte Vecchio sind Baujahr, Material und Wasserlauf kennzeichnend. Zusammen zeigen sie, dass Brücken in der Ortsgeschichte sowohl durch ihren Zweck als auch durch Material, Jahr und Lage geprägt werden.

Eine literarische Spur

Eine literarische Spur führt zu Antonio Fileremo Fregoso, der im 16. Jahrhundert in Colturano lebte. Die Biblioteca di Colturano bewahrt ein Exemplar seines Werks Riso di Democrito „Et Pianto de Eraclito“ auf. Die Einleitung des Werks gibt an, es sei in Colturano geschrieben worden. Damit liegen zwei unterschiedliche Beziehungen zum Ort vor: Fregoso lebte dort, und die Einleitung verortet die Entstehung des Werks dort. Für kulturinteressierte Reisende erweitert diese Verbindung den Blick über Kirchen und Brücken hinaus auf die lokale Literaturgeschichte.

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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Mailand.

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