Casteggio verbindet ein 18,5 Meter hohes Denkmal mit älteren Kirchen, Villen, archäologischen Sammlungen und einer von Weinbergen geprägten Hügellandschaft. Für Ihre Reiseentscheidung bieten sich unterschiedliche Schwerpunkte an: Kulturgeschichte, Architektur und Kunst auf der einen, Wein und Landschaft auf der anderen Seite. Die Details vor Ort geben Ihnen eine Grundlage, Casteggio nach Ihren Interessen als Unterkunftsziel auszuwählen.
Pistornile, Archäologie und Kunst
Das Pistornile ist der älteste Teil von Casteggio. Es liegt auf einem Hügel und an dessen Hängen. Mit dem Viertel sind die kulturellen Traditionen des Ortes verbunden, die sich auf die Aktivitäten der Certosa Cantù konzentrieren. Der Palazzo Certosa Cantù beherbergt das Civico Museo Archeologico und die Biblioteca Civica. Zur Bibliothek gehören ein Lesesaal und ein multimedialer Bereich.
Das MAC – Civico Museo Archeologico di Casteggio e dell’Oltrepò Pavese – wurde 1974 mit dem Ziel gegründet, ein Bezugspunkt für die archäologische Kultur des Oltrepò zu werden. Es zeigt Grabbeigaben aus zahlreichen im Oltrepò Pavese entdeckten Gräbern und widmet der Nekropole von Casteggio im Bereich Area Pleba besondere Aufmerksamkeit. Damit verbindet sich der archäologische Blick auf das weitere Gebiet mit einem konkreten Fundort in Casteggio.
Auch die Chiesa di San Sebastiano eröffnet einen Blick auf unterschiedliche Bau- und Ausstattungsepochen. Die Kirche wurde 1570 errichtet und war zunächst der SS. Trinità gewidmet. 1590 erhielt sie das Patrozinium San Sebastiano; ihre Fassade wurde 1767 im Barockstil verändert. Sie bewahrt einen hölzernen Chor aus dem Jahr 1700 sowie ein Gemälde aus dem 18. Jahrhundert, das Bibbiena zugeschrieben wird. Einen anderen Kunstschwerpunkt setzt die Casa dell’Art Brut: Sie bewahrt, dokumentiert, erforscht und präsentiert ihre umfangreiche Sammlung von Art Brut und Outsider Art.
Denkmäler, Villen und historische Bezüge
Das Monumento della Vittoria Alata ist ein Bronze-Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Der Bildhauer Pier Enrico Astorri schuf das 18,5 Meter hohe Werk; eingeweiht wurde es am 21. November 1926 von Umberto di Savoia, dem damaligen Prinzen von Piemont. Höhe, Material und Einweihungsdatum geben diesem Denkmal einen anderen zeitlichen und künstlerischen Bezug als die archäologischen Sammlungen.
Mehrere Villen stehen für verschiedene Bauzeiten und Ursprünge. Die Villa Pegazzera liegt auf einem Hügelsporn an der Provinzstraße nach Calvignano. Das Collegio Borromeo di Pavia ließ sie als Sommersinternat errichten; ihre ursprünglichen Formen gehen auf das frühe 18. Jahrhundert zurück. Die Villa Frecciarossa befindet sich auf einem Vorsprung oberhalb der Straße Praielle. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts für die Marchesi Botta Adorno im neoklassizistischen Stil entworfen. In Mairano, einer Fraktion von Casteggio, steht an der Via Castel del Lupo die Villa Marina. Sie gilt als die auffälligste Bausubstanz des 19. Jahrhunderts am Ort; auch Giuseppe Mazzini wohnte dort.
Bei der Casa Marangoni steht eine historische Verbindung zu Albert Einstein im Mittelpunkt: Er hielt sich von 1896 bis 1899 in Casteggio auf und war Gast des Casteggianers Giulio Marangoni. Beim Palazzo Mezzabarba ist die ursprüngliche Struktur nur auf der zur Via Baratta gerichteten Seite erhalten. Casa Arbasino ist heute die geläufige Bezeichnung für die umgestalteten Reste eines ländlichen Gebäudekomplexes, den die Konventualväter von S. Paolo errichteten. Die Fontana d’Annibale liegt am Stadtrand von Casteggio. Der Überlieferung nach ließ Hannibal dort seine Elefanten tränken, bevor er die Mauern des antiken Clastidium überschritt.
Weinberge, Landschaft und Fiera
Die Hügel rund um Casteggio sind dicht mit Weinbergen bepflanzt; sie bringen unter anderem Weine der geschützten Herkunftsbezeichnung Casteggio DOC hervor. Mit dem Weincharakter des Ortes sind Weinkellereien, Wege durch die Weinberge, Veranstaltungen und Verkostungen verbunden. Das Gebiet zeichnet sich außerdem durch sanfte, weinbaugeprägte Erhebungen, Panoramablicke und bedeutende historische Zeugnisse aus.
Eine weitere Verbindung von Landschaft und regionaler Kultur bietet die Fiera di Casteggio. Sie gilt als historisches und identitätsstiftendes Ereignis für das Gebiet und verbindet Tradition, Tourismus sowie Wein- und Gastronomiekultur in einer großen, dezentralen Veranstaltung. Die konkreten Programmpunkte können sich je Ausgabe unterscheiden. So stehen in Casteggio archäologische und architektonische Themen neben Wein und Landschaft, ohne dass die Fiera auf einen einzelnen kulturellen oder kulinarischen Schwerpunkt begrenzt ist.
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