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Der Lago di Comabbio gibt einer Reise nach Comabbio einen klaren Naturbezug: Der See ist glazialen Ursprungs und reich an seltenen Pflanzen, besonders an Schwimmpflanzen. Zugleich reichen die Zeugnisse des Ortes von neolithischen Pfahlbausiedlungen an den Ufern bis zu einem Atelier, in dem Lucio Fontana seine letzten Werke schuf. Landschaft, frühere Nutzungen und Kunstgeschichte bieten damit unterschiedliche Zugänge zu Comabbio.

See, Pflanzen und Vogelwelt

Am Südufer des Lago di Comabbio finden viele Vogelarten Rückzugs- und Nistgebiete. Zusammen mit den seltenen Pflanzen, darunter Schwimmpflanzen, zeigt dieser Naturraum mehrere Seiten des Sees: seine Vegetation und seine Bedeutung als Lebensraum für Vögel. Wer sich für die Landschaft interessiert, findet hier konkrete Anhaltspunkte, die über den Blick auf das Wasser hinausgehen.

Eine Holzplattform wurde am Lago di Comabbio errichtet. Auf ihr können sich Besucher über dem Wasser über eine Strecke von mehr als fünfhundert Yards fortbewegen. Die Plattform beschreibt damit eine eigene Perspektive auf den See: Der Weg führt über die Wasserfläche, statt am Ufer entlang. Davon zu unterscheiden ist der Uferweg, an dem die antike ghiacciaia di Comabbio liegt.

Spuren früherer Zeiten am Lago di Comabbio

An den Ufern des Sees wurden neolithische Pfahlbausiedlungen gefunden. Am Uferweg wiederum steht die ghiacciaia di Comabbio, in der früher während der Wintermonate Lebensmittel gelagert wurden. Die beiden Hinweise erzählen von unterschiedlichen Formen der Nutzung und Besiedlung am See: von den neolithischen Siedlungen und von einer späteren, nicht näher datierten Funktion zur Aufbewahrung von Lebensmitteln im Winter.

Die ghiacciaia verbindet die Ortsgeschichte zudem mit einem konkreten Ort am Weg. Ihr früherer Zweck lässt sich knapp benennen: Hier wurden Lebensmittel für die Wintermonate gelagert. Die Pfahlbausiedlungen sind dagegen durch Funde an den Ufern belegt. So stehen die archäologischen Spuren und das historische Bauwerk als unterschiedliche Zeugnisse nebeneinander, ohne dass sie dieselbe Zeit oder Nutzung bezeichnen.

Kirchen und Baugeschichte

Das Santuario della Beata Vergine del Rosario steht auf dem Motto-Hügel in dominanter Lage über dem Lago di Comabbio. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde es vollständig wiederaufgebaut. Sein achteckiger Grundriss, der rechteckige Chorraum und die Kuppel mit Laterne geben dem Bau eine klar beschreibbare architektonische Form: Auf den achteckigen Baukörper folgen der rechteckige Chor und der von einer Laterne bekrönte Kuppelabschluss.

Auch die Chiesa di San Giacomo Apostolo ist durch ihre Lage markiert: Sie steht auf einem Hügel oberhalb von Comabbio. Die Chiesa di San Rocco wiederum verbindet mehrere historische und bauliche Details. Sie wurde 1960 im Zuge des Baus der Straße Vergiate–Besozzo abgerissen und wiederaufgebaut. Ihr Portikus wird von zwei wiederverwendeten Säulen aus dem 17. Jahrhundert getragen. In der Kirche sind außerdem vier abgenommene Fresken erhalten, darunter vollständige Szenen und Fragmente. Die Säulen und Fresken geben unterschiedliche Hinweise auf die Bau- und Ausstattungsgeschichte des Gebäudes.

Lucio Fontanas Atelier

Die Casa Atelier Lucio Fontana eröffnet einen weiteren Zugang zur Kulturgeschichte Comabbios. In dem Atelier schuf Lucio Fontana seine letzten Werke „Tagli“, „Attese“ und „Concetti spaziali“. Auf dem Boden sind Farbreste erhalten; außerdem bewahrt die Casa Atelier viele Arbeits- und Schnitzwerkzeuge Fontanas in ihrer ursprünglichen Gestalt. Zusammen stehen diese Details für verschiedene Seiten des künstlerischen Arbeitens: die benannten Werke, Spuren von Farbe und die Werkzeuge, mit denen Fontana arbeitete.

Damit reichen die Themen Comabbios vom glazial geprägten See und seinen Pflanzen- und Vogelgebieten bis zu Sakralbauten, archäologischen Funden und einem Künstleratelier. Die einzelnen Orte und Zeugnisse setzen jeweils eigene Schwerpunkte: die Landschaft am Lago di Comabbio, die wechselvolle Baugeschichte der Kirchen oder Fontanas Werk und Arbeitsumfeld.

Weitere Reiseziele entdecken: Biandronno, Brunello, Castelveccana, Brenta, Taino, Tronzano Lago Maggiore, Crugnola, Rancio Valcuvia.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Varese.

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