Die kulturellen Anknüpfungspunkte in Gallarate reichen von zeitgenössischer Kunst bis zu Zeugnissen aus Mittelalter und Vorgeschichte. Dazu kommen Kirchen mit unterschiedlichen Baugeschichten, eine lokale Festtradition und ein charakteristisches Gebäck. Wenn Sie einen Aufenthalt planen, können Sie den Schwerpunkt nach Ihren Interessen setzen: Kunst, Architektur, Archäologie oder Brauchtum geben jeweils einen eigenen Zugang zum Ort.
Kunst und archäologische Sammlungen
Das MA*GA wurde 1966 offiziell unter dem Namen Civica Galleria d’Arte Moderna di Gallarate gegründet. Das Museo MA*GA ist ein Museum für zeitgenössische Kunst. Gründungsjahr und ursprünglicher Name bilden einen historischen Bezugspunkt für die heutige institutionelle Bezeichnung.
Das Museo della Società Gallaratese per gli Studi Patri befindet sich im erhaltenen Teil eines 1234 errichteten Franziskanerklosters. In seinem gotischen Kreuzgang mit Portikus werden römische Sarkophage, ein Sarkophagdeckel und mittelalterliche Materialien präsentiert. So treffen im selben historischen Gebäudekomplex die Geschichte des Klosters und Zeugnisse aus unterschiedlichen Epochen aufeinander.
Ein eigener archäologischer Schwerpunkt liegt im ersten Raum des Museums: Dort befinden sich prähistorische Funde aus den Pfahlbausiedlungen im Varesotto sowie ein Einbaumboot vom Lago di Monate. Diese Beispiele verweisen auf unterschiedliche Aspekte der Vorgeschichte – Siedlungsspuren einerseits und ein einzelnes Wasserfahrzeug andererseits.
Kirchen und Baugeschichte
Die Chiesa di San Pietro bewahrt im Wesentlichen ihre ursprüngliche romanische Struktur; gotische Elemente kamen später hinzu. Damit lassen sich an der Kirche zwei Bauphasen unterscheiden: Die spätere gotische Gestaltung ergänzte den romanischen Grundbestand, ohne ihn vollständig zu ersetzen.
Die heutige Basilica di Santa Maria Assunta setzt dazu einen deutlich anderen architektonischen Akzent. Sie wurde zwischen 1856 und 1860 im neoklassizistischen Stil nach einem Entwurf des Mailänder Architekten Giacomo Moraglia errichtet und 1861 geweiht. Als zentrale Kirche von Gallarate verbindet sie ihre religiöse Bedeutung mit einer klar umrissenen Baugeschichte des 19. Jahrhunderts.
Auch der Palazzo del Broletto hat einen klösterlichen Ursprung: Er entstand im 13. Jahrhundert als Kloster der Umiliati di San Michele. Der Cimitero Monumentale wurde ab 1865 nach dem Entwurf des Architekten Camillo Boito angelegt und um die große Grabkapelle der Familie Ponti konzipiert. Einige Gräber auf dem Friedhof werden dem Liberty-Stil zugerechnet. Hier stehen also sowohl die Anlage und ihr Entwurf als auch die stilistische Einordnung einzelner Gräber im Mittelpunkt.
Eine weitere frühe historische Spur ist die Santa Maria gewidmete Kirche, die später „Faietto“ genannt wurde. Sie wird in einer Urkunde aus dem Jahr 974 erwähnt. Die Datierung eröffnet einen Blick auf die lange Geschichte der Kirchenbezeichnungen in Gallarate, während die Baugeschichte der heutigen Basilica bis ins 19. Jahrhundert reicht.
Tradition und lokales Gebäck
Die Cuntrada dal Broeud ist eine in Gallarate gepflegte Tradition. Am ersten Sonntag nach dem Fest der Madonna del Carmine wird auf dem Platz der Basilica di Santa Maria Brühe aus Fleisch und Gemüse verteilt, nachdem der Pfarrer sie gesegnet hat. Die Brühe geht an die Gläubigen. Für die zeitliche Planung ist der Bezug zum Fest entscheidend: Maßgeblich ist der erste Sonntag danach.
Als kulinarischer Bezugspunkt gehört auch das Amaretto di Gallarate zum lokalen Bild. Das Gebäck wird ausschließlich handwerklich hergestellt und zeichnet sich durch seine leicht abgeflachte Form sowie den Kontrast zwischen weichem Inneren und knuspriger Außenseite aus. Zusammen mit der Cuntrada dal Broeud ergänzt es die kunst- und baugeschichtlichen Themen um einen konkreten Bezug zur lokalen Esskultur.
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