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Pollenza eröffnet verschiedene Zugänge für eine Reise, die sich an Kultur und lokalem Handwerk orientiert: Keramik erzählt von mehreren historischen Epochen, Kirchen und Palazzi zeigen unterschiedliche Bauformen, und traditionelle Gerichte gehören ebenfalls zum Ort. Wer die eigenen Interessen gewichten möchte, kann Sammlungen und Kunsthandwerk in den Mittelpunkt stellen oder sich zunächst an Architektur und Geschichte orientieren.

Keramik, Werkstätten und Sammlungen

Die Geschichte der Keramik beginnt in Pollenza nicht erst mit den Sammlungen im Museum: Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entwickelte sich die Produktion in Montemilone, dem heutigen Pollenza. Das Museo Civico im Palazzo Cento zeigt eine Sammlung von Keramiken, die in Pollenza zwischen 1810 und 1905 hergestellt wurden. Die Angaben eröffnen einen konkreten zeitlichen Vergleich: auf die Entwicklung der örtlichen Produktion im frühen 16. Jahrhundert folgt eine Sammlung von Arbeiten aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Im Museo Civico gehören außerdem eine Pinakothek, historische Möbel und archäologische Funde zur Sammlung. Darunter sind römische Mosaike sowie Statuen, die in Montefrancolo gefunden wurden. So stehen Kunst, lokale Keramik und Archäologie als unterschiedliche Themen nebeneinander, statt dass sich der Blick auf eine einzige Epoche beschränkt.

Auch außerhalb des Museums ist Handwerk ein eigener Zugang zu Pollenza. Der Rundgang „Le vie dell’artigianato“ führt zu den wichtigsten Werkstätten lokaler Handwerker, die ihre teils über Generationen weitergegebene Kunst vorstellen; Besuche richten sich nach der Verfügbarkeit der teilnehmenden Handwerker. Die Erfahrung „Impara l’arte…“ ermöglicht es Besuchern, mit erfahrenen Handwerksmeistern zu arbeiten und Techniken der Restaurierung sowie der Herstellung handwerklicher Gegenstände kennenzulernen. Für diese Erfahrung sind derzeit keine Termine verfügbar.

Ein anderes Sammlungsinteresse bedient das Museo „Vite da Vespa“: Es zeigt seltene Vespa-Modelle, historische Archive und Gegenstände rund um den Roller. Geführte Besichtigungen der privaten Vespa-Sammlung sind ganzjährig nach vorheriger Reservierung möglich. Die vorab erforderliche Reservierung ist dabei eine konkrete Planungsbedingung.

Kirchen, Bauformen und historische Spuren

Die Collegiata di San Biagio ist neoklassizistisch gestaltet und besitzt einen Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes. Ihre große Kuppel wurde von Virginio Monti mit Fresken ausgestaltet. Einen anderen historischen Bezug bietet die Chiesa di Santa Lucia in Sylvis: Sie entstand im 13. Jahrhundert auf den Überresten der mittelalterlichen Burg Castel Gualdo und ist in der Liste der Monumentalbauten der Marken verzeichnet.

Die achteckige Chiesa della Madonna della Pace wurde 1644 auf einem alten Turm errichtet; in ihrem Inneren befindet sich ein wertvolles Fresko aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche ist vorübergehend geschlossen. Die ursprüngliche Chiesa di Santa Maria del Trebbio entstand 1587–1588, um ein Bild der seligen Jungfrau der Barmherzigkeit aufzunehmen. Am Palazzo Narducci, einem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, fällt das steinerne Portal mit Diamantbossen auf. Auch die Kirche und das Kloster der Santi Francesco e Antonio bewahren Werke von Lorenzo D’Alessandro.

Pollenzas Geschichte zeigt sich ebenso in Erinnerungs- und Fundstätten. Die Schlacht von Cantagallo fand am 2. und 3. Mai 1815 in den Gebieten von Pollenza statt; viele Wissenschaftler sehen in ihr den symbolischen Beginn des italienischen Risorgimento. Das Ossarium der Chiesa di Santa Maria Ausiliatrice di Cantagallo ist den Gefallenen dieser Schlacht gewidmet. Bei Monte Franco wurde zudem eine Nekropole aus dem 9. bis 7. Jahrhundert v. Chr. zutage gebracht; der römische Opferaltar in Pollenza gilt als seltenes epigrafisches und religiöses Zeugnis römischer Präsenz in diesem Gebiet.

Die Abbazia di Santa Maria di Rambona stammt aus dem 9. Jahrhundert. Eine Information zum Besuchsstatus vom 5. Dezember 2024 nannte die Abtei wegen Wiederherstellungs- und Restaurierungsarbeiten nach dem Erdbeben von 2016 als für die Öffentlichkeit geschlossen. Prüfen Sie den Zugang vor einer Besuchsplanung.

Landschaft, Küche und praktische Hinweise

Der Parco della Villa Lauri in Pollenza ist wegen seiner üppigen, überwiegend aus Eichen und Tannen bestehenden Vegetation und seiner ungewöhnlich schönen Landschaft als besonders schutzwürdig anerkannt. Die Villa Lauri selbst wurde Mitte des 18. Jahrhunderts nach einem Entwurf des Architekten Ireneo Aleandri errichtet. Sie umfasst sieben Hektar, ist größtenteils dicht bewaldet und befindet sich in Privatbesitz.

Zu den traditionellen Gerichten Pollenzas gehören Vincisgrassi, Ricotta-Calcioni, Lammkutteln und Kaninchen in Porchetta. Ein jährlicher Veranstaltungstermin ist die Esposizione di Antiquariato, Restauro e Artigianato artistico, die Pollenza in eine Freiluftschau verwandelt. Prüfen Sie vor der Reise die aktuellen Veranstaltungstermine, wenn Sie Ihren Besuch daran ausrichten möchten.

Für die Collegiata di San Biagio ist der Eingang mit Rampe für Menschen mit körperlichen oder motorischen Behinderungen zugänglich; bestätigen Sie den Zugang vor Ihrem Besuch. Der Rundgang „A spasso per Pollenza“ ist über die App PoiQui Marche in Augmented Reality verfügbar. Diese unterschiedlichen Hinweise helfen, vorab zu entscheiden, ob der Schwerpunkt auf Architektur, Handwerk, Sammlungen oder einem digitalen Rundgang liegen soll.

Weitere Reiseziele entdecken: Petriolo, Treia, Sant'angelo In Pontano, Montecassiano, Colmurano, Castelraimondo, Stazione Morrovalle, Pievebovigliana.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Macerata.

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