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Rund 200.000 Hektar geschützter Gebiete – etwa acht Prozent der gesamten Region – geben dem Piemont einen starken Naturakzent. Zugleich reicht das Spektrum von alpiner Wildnis und Gletschern bis zu königlichen Residenzen, Wallfahrtsorten und Weinlandschaften. So können Sie die Region über ganz unterschiedliche Entdeckungen kennenlernen: über Landschaft und Bewegung, Kulturgeschichte oder Weinbau und seine baulichen Spuren.

Wildnisräume und Gletscher

Zu den Nationalparks des Piemont gehören der Gran-Paradiso-Nationalpark und der Nationalpark Val Grande. Gran Paradiso wurde 1922 gegründet, Val Grande 1992. Der Nationalpark Val Grande bewahrt das größte zusammenhängende Wildnisgebiet der Alpen und Italiens und ist ein Ziel für Naturfreunde und Trekking. Die beiden Gründungsdaten markieren unterschiedliche Stationen der regionalen Schutzgebietsgeschichte.

Der Naturpark Alta Valsesia und Alta Val Strona vereint hochalpine Flora, mächtige Gletscher und ausgedehnte Nadelwälder. Zu den dort genannten Tieren zählen Steinböcke, Gämsen, Rehe und Adler. Einen genaueren Blick auf die Gletscher ermöglicht der Gletscherlehrpfad bei Alagna: Er liegt gegenüber dem Monte-Rosa-Gletscher, dauert etwa zwei Stunden und vermittelt anhand von Erläuterungstafeln die Geschichte der Gletscher dieser Gegend.

Auch die Kulturgeschichte ist in der Landschaft sichtbar. Die Walser, ein altes Volk germanischer Herkunft aus der benachbarten Schweiz, siedelten sich im 13. Jahrhundert in Macugnaga und im oberen Valsesia an. Sie prägten Kultur und Erscheinungsbild dieser Gebiete maßgeblich.

Residenzen, Pilgerorte und Museum

Die Königlichen Residenzen von Turin und Piemont gehören seit 1997 zum UNESCO-Welterbe. Als kultureller, historischer, architektonischer und landschaftlicher Rundgang bieten sie einen Zugang zu unterschiedlichen Aspekten des Erbes. Einen anderen kulturellen Akzent setzen die Sacri Monti: Sie sind weiterhin Orte christlicher Pilgerfahrt, des Gebets und der Besinnung.

In Turin widmet sich das Museo Egizio der ägyptischen Zivilisation. Es ist das älteste Museum der Welt, das dieser Zivilisation gewidmet ist, und bietet eine Zeitreise durch mehr als 4.000 Jahre Geschichte, Kunst und Archäologie. Damit stehen in der Region verschiedene Wege offen, sich mit Geschichte zu beschäftigen – vom Museum bis zu religiösen und architektonischen Stätten.

La Mandria verbindet Natur- und Kulturlandschaft auf eigene Weise. Sie können das Gebiet zu Fuß, mit dem Fahrrad, zu Pferd oder mit der Kutsche erkunden. Wälder, Weiden, landwirtschaftlich genutzte Flächen und zahlreiche Bauernhöfe gehören ebenso zum Landschaftsbild wie geschützte historische Gebäude und ein mittelalterliches Ricetto. In diesem Umfeld lassen sich Hirsche, Wildschweine, Damhirsche, Hasen und Dachse beobachten.

Weinlandschaften und ihre Traditionen

Die UNESCO-Weinlandschaft von Langhe-Roero und Monferrato umfasst fünf unterschiedliche Weinbaugebiete. Bewirtschaftete Hänge prägen dort eine Kulturlandschaft mit Hügeldörfern, Burgen, romanischen Kirchen, Bauernhöfen, Infernot-Kellern und Weinlagern. Zugleich bewahren Langhe-Roero und Monferrato Weinbau- und Weinbereitungstraditionen mit einer langen Geschichte.

Die Infernot sind alte, von Hand in den Tuffstein gegrabene Keller im Monferrato. Sie geben der Weinlandschaft eine besondere bauliche Dimension. Auch die Orte Nizza Monferrato und Canelli sind mit regionalen Weinspezialitäten verbunden: Nizza Monferrato mit Barbera, Canelli mit Asti Spumante.

Ein Weinstraßen-Rundweg in der Provinz Turin erschließt 25 DOC-Weine aus 11 charakteristischen Rebsorten. Verkostungen finden in zahlreichen Weinkellereien und landwirtschaftlichen Betrieben sowie in den beiden Regionalen Vinotheken von Roppolo und Caluso statt. So lässt sich Weinbau sowohl über die Landschaft als auch über die mit ihm verbundenen Erzeugnisse und Orte entdecken.

Radwege mit unterschiedlichen Maßstäben

Für eine Tour auf dem Rad führt Bar2Bar als etwa 124 Kilometer langer Rundweg durch einen großen Teil des Gebiets Langhe Roero. Der Verlauf nutzt wenig befahrene Straßen und Schotterstraßen, führt durch Wälder und über Feldwege. Die Routenbedingungen können variieren.

Weitere Radwege unterscheiden sich in Länge und Verlauf: Eine Route erstreckt sich über etwa 95 Kilometer, beginnt in Carema und führt über Ivrea, Santhià und Vercelli in Richtung Vinzaglio. Eine weitere ist etwa 446 Kilometer lang, beginnt in Dormelletto im Novarese, berührt die Berggebiete über Biella und Ivrea und verläuft entlang der Zugänge zu den piemontesischen Tälern. Die genannten Distanzen geben einen Anhaltspunkt für den Umfang der jeweiligen Route; für die Wahl zählt außerdem, welcher Verlauf zu den eigenen Reiseplänen passt.

Weitere Reiseziele entdecken: Verbano-Cusio-Ossola, Novara, Alessandria, Asti, Biella, Turin, Vercelli, Cuneo.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Italien.

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