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Mehr als 500 Werke aus den dynastischen Sammlungen der Savoyer eröffnen in Turin einen weiten Blick auf europäische Kunst: Die Galleria Sabauda spannt den Bogen vom 14. bis zum 20. Jahrhundert. Auch andernorts begegnen Ihnen in der Stadt unterschiedliche Kapitel ihrer Geschichte – in Sammlungen, Bauwerken und unterirdischen Räumen.

Kunst und Geschichte in vielen Maßstäben

Im Palazzo Madama treffen zwei Museumsperspektiven aufeinander: ein Museum zur Stadt und zum piemontesischen Gebiet sowie ein Museum für dekorative Kunst aus allen Epochen und Regionen. Zur Sammlung gehören mehr als 4.000 Keramikstücke; sie zählt zu den bedeutendsten Italiens. So stehen lokale Geschichte und ein breiter Blick auf Gestaltung nebeneinander, ohne dass das eine das andere verdrängt.

Das Museo Egizio widmet sich vollständig der ägyptischen Kultur und gilt als das älteste Museum dieser Art weltweit. Seine Gründung im Jahr 1824 geht auf die von Bernardino Drovetti zusammengetragene Sammlung zurück. Die zeitliche Einordnung ist dabei Teil der Geschichte des Hauses: Eine Sammlung führte zur Gründung des Museums, dessen Gegenstand eine Kultur mit weit älterer Geschichte ist.

Auch die Savoyer prägen den Blick auf Turin. Zum UNESCO-Welterbe „Residenzen des Königshauses Savoyen“ gehören elf Bestandteile im Zentrum der Stadt. In der Basilica di Superga befinden sich in den unterirdischen Bereichen besuchbare Gräber der Savoyer-Dynastie. Die Verbindung von Residenzgeschichte und Dynastie wird hier durch einen konkreten Ort ergänzt; prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Besuchsmöglichkeiten für die Gräber.

Architektur, Bühne und Einblicke unter der Stadt

Die Mole Antonelliana war ursprünglich als Synagoge konzipiert. Der Weg zur Panoramaterrasse führt über Treppen im Inneren der Kuppel. Architekturgeschichte und Aussicht sind hier unmittelbar miteinander verbunden: Der Aufstieg selbst verläuft durch das markante Bauwerk, bevor sich der Blick von oben öffnet.

Beim Teatro Regio lohnt sich die Unterscheidung zwischen seiner Geschichte und dem heutigen Gebäude. Das Theater wurde am 26. Dezember 1740 mit Francesco Feos Oper Arsace eröffnet. Das heutige Gebäude öffnete am 10. April 1973 mit Giuseppe Verdis Oper I Vespri siciliani. Führungen umfassen das Foyer, den Zuschauerraum, die Bühne, die unterirdischen Proberäume und die Schneiderei. Damit reicht der Einblick über den sichtbaren Aufführungsraum hinaus bis in Arbeits- und Vorbereitungsbereiche des Theaters.

Ein anderer Weg unter die Oberfläche führt beim Museo Civico Pietro Micca durch die Konterminengalerien der Mezzaluna del Soccorso. Zum Museumsbesuch gehört diese unterirdische Route. Modelle, Drucke, Waffen und Erinnerungsstücke aus der jeweiligen Epoche ergänzen sie: Die Sammlung und der Weg durch die Galerien geben zwei unterschiedliche Zugänge zu diesem historischen Thema.

Das Museo Nazionale del Risorgimento Italiano bewahrt Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen sowie Textilsammlungen mit Uniformen und Fahnen. Die verschiedenen Objektarten machen das Museum auch dann zu einer eigenen Station, wenn Sie Turin nicht ausschließlich über die bekannten Bauwerke erkunden möchten.

Am Po, zur Hügellandschaft und über den Dächern

Der Parco del Valentino liegt am linken Ufer des Po und ist zur Turiner Hügellandschaft ausgerichtet. Rad- und Spazierwege sowie Möglichkeiten für Sport und Erholung geben dem Park mehrere Nutzungen. Im selben Park steht das Borgo Medievale, eine Rekonstruktion, die für die Italienische General-Ausstellung von 1884 geschaffen wurde. Der Kontrast zwischen einer historischen Ausstellungskulisse und den Wegen am Fluss gehört zum besonderen Charakter dieses Ortes.

Eine weitere Perspektive auf Turin und den Alpenbogen bietet der Aussichtspunkt an der Basilica di Superga. Zusammen mit den besuchbaren Gräbern in den unterirdischen Bereichen verbindet der Ort Aussicht und Savoyer Geschichte. Für die Planung ist der Unterschied hilfreich: Der Blick auf Stadt und Alpenbogen ist eine Landschaftserfahrung, während der Besuch der Gräber von den jeweiligen Besuchsmöglichkeiten abhängt.

Turiner Genuss- und Alltagskultur

Das Museo Carpano zeichnet die Geschichte des italienischen Wermuts ab 1786 nach, als Benedetto Carpano das Getränk patentierte. Führungen werden auf Italienisch und Englisch angeboten; Verkostungserlebnisse sind nach Vereinbarung möglich. Damit lässt sich die Getränkegeschichte mit einem konkreten Besuchsangebot verbinden. Wenn Sie eine Verkostung einplanen, vereinbaren Sie diese vorab.

Das Caffè Al Bicerin wurde 1763 gegründet und hat seine originale Ausstattung bewahrt. Mit dem Haus verbunden ist der Bicerin, ein traditionelles Turiner Getränk, das dort seinen Ursprung hat. Geschichte zeigt sich hier nicht nur in einem Museumsbestand, sondern auch in einer lokalen Getränketradition. Bei Guido Gobino endet der Besuch mit einer Verkostung; die aktuellen Besuchsmöglichkeiten sollten Sie vorab prüfen.

Der Mercato di Porta Palazzo gilt als größter Freiluftmarkt Europas; seine Fläche wird mit 51.300 m² angegeben. Zusammen mit den historischen Cafés und den Verkostungsangeboten bildet er einen weiteren Zugang zur Ess- und Getränkekultur der Stadt. Diese Orte setzen unterschiedliche Akzente: Hier steht die Größe des Marktes im Vordergrund, dort die Geschichte eines Getränks oder eine Verkostung als Teil des Besuchs.

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