Auf der Strada delle Vote treten verschiedene historische Spuren am Weg auf: Sie führt von Brosso am linken Ufer des Torrente Assa entlang nach Calea und zeigt unter anderem Stolleneingänge, Schmieden und Röstöfen.
Wege mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Die Strada delle Vote ist vollständig gepflastert; der Spaziergang weist einen mittleren Schwierigkeitsgrad auf. Zu den sichtbaren Zeugnissen zählen außerdem große Wasserspeicher, Kapellen und Totenkapellen, die Palazzi Sclopis und Ruinen von Wohnhäusern. So umfasst der Weg technische und bauliche Spuren ebenso wie sakrale Orte und ehemalige Wohnhäuser.
La Pera Riunda ist ein riesiger, pilzförmiger Findling, der von einem Gletscher transportiert wurde und auf verdichtetem Moränenmaterial ruht. Erreichbar ist der Felsen über einen alten Weg innerhalb des alten Bergbaugebiets. Dieser Weg ist anspruchsvoll und für erfahrene Wanderer geeignet. Damit unterscheiden sich die beiden Wanderoptionen deutlich nach Schwierigkeit: mittlerer Schwierigkeitsgrad auf der Strada delle Vote, ein anspruchsvoller Weg zur Pera Riunda.
Auch Drera e Pian degli Alemanni verbindet Landschafts- und Bergbauthemen. Das Gebiet ist historisch-kulturell bedeutend und bietet einen Blick auf das Moränenamphitheater; Wege führen dort zu alten Bergbaustätten. Entlang des Weges sind außerdem noch Überreste eisenhaltiger Quellen mit rotem Wasser und schwefelhaltiger Quellen zu sehen. Der Blick auf die Landschaft und die sichtbaren Quellreste sind dabei eigene Aspekte neben den Spuren des Bergbaus.
Mineralien und Eisenverarbeitung
Die Minen von Brosso sind seit langer Zeit für den Reichtum und die große Vielfalt ihrer Mineralien bekannt. Eine weitere Seite der lokalen Geschichte zeigt sich entlang des Torrente Assa: Dort sind metallurgische Stätten mit zahlreichen Röstöfen, Waschbecken, Schmieden und mechanischen Pochwerken sichtbar. Sie dienten der lokalen Eisenverarbeitung im Niedrigfeuerverfahren beziehungsweise nach der sogenannten Brossasca-Methode. Mineralienreichtum und Eisenverarbeitung lenken den Blick somit auf unterschiedliche Themen: die Vielfalt der Mineralien und die Verarbeitung von Eisen.
In Cà ad Martolo gibt es fünf Ausstellungsbereiche zu Ort, Menschen, Geschichte, Mineralien und Arbeitsgeräten. Diese Themenbreite reicht von der Geschichte des Ortes und seiner Bevölkerung bis zu den Materialien und Werkzeugen der Arbeit.
Kirchen, Architektur und Ortsgeschichte
Die Pfarrkirche San Michele Arcangelo soll um das Jahr 1000 erbaut worden sein und gilt als ältestes Gebäude der Vikarie und des Tals. Ihr Inneres hat ein einschiffiges Langhaus mit neun Altären, reicher Dekoration und zahlreichen Gemälden. Das Langhaus ist halbgotisch, der Chorraum barock. In der Kirche befindet sich außerdem eine 1856 von Felice Bossi gefertigte Orgel. Die Architektur und die Orgel geben unterschiedliche konkrete Anhaltspunkte, um die Ausstattung des Kircheninneren zu betrachten.
Die kleine Kirche San Rocco wurde 1630 als Votivkirche errichtet, nachdem die Bevölkerung während einer Pestepidemie dem Heiligen ein Gelübde abgelegt hatte. Sie ist heute profaniert und beherbergt eine Dauerausstellung von Mineralien und alten Arbeitsgeräten. Damit stehen an diesem Ort eine kirchliche Entstehungsgeschichte und eine heutige Ausstellung zu Mineralien und Arbeit nebeneinander.
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