Am äußersten Rand der Vauda canavesana, dort, wo der Torrente Fisca in den Malone mündet, liegt Lombardore. Zum baulichen Erbe gehören das Ricetto mit seiner Torre-porta, das Schloss und die Parrocchiale di Sant’Agapito. Zugleich verweist die Lage auf die Landschaft der Vauda. So lassen sich für einen Aufenthalt drei unterschiedliche Schwerpunkte wählen: mittelalterliche Ortsgeschichte, Sakralarchitektur und ein Naturausflug. Welche davon für Sie im Vordergrund steht, gibt Ihrem Besuch seine Richtung.
Ricetto und mittelalterliche Ortsgeschichte
Die Gemeinde verbindet die früheren Namen „Fiscanum“ und „Castrum Longobardorum“ mit einer langobardischen Siedlung aus der Zeit um das 10. Jahrhundert. Später wurde in Lombardore ein Ricetto errichtet. Es diente der Lagerung von Lebensmitteln und Getreide und bot den Bewohnern während Belagerungen Zuflucht. Vorratshaltung und Schutz waren damit zwei konkrete Aufgaben derselben Anlage.
Das historische Dorf war von Mauern mit Toren an allen vier Seiten umgeben; zwei dieser Tore sind erhalten. Die Torre-porta ist eines der beiden erhaltenen mittelalterlichen Tore des alten Ricetto. Die frühere Umfriedung des Dorfes und die heute erhaltenen Tore zeigen zwei unterschiedliche Maßstäbe der Geschichte: die Anlage, die das ganze Dorf umgab, und einzelne bewahrte Bauteile. Wer sich für Geschichte interessiert, findet hier neben der Deutung der frühen Ortsnamen auch konkrete Zeugnisse der späteren Befestigung und ihrer Funktionen.
Schloss, Kirche und Baumerkmale
Das Schloss von Lombardore dient heute als Rathaus. An seiner zum Innenhof gerichteten Fassade sind Mauerreste sichtbar. Die Parrocchiale di Sant’Agapito lässt sich über ihren Grundriss genauer beschreiben: Sie besitzt ein einschiffiges Langhaus, eine halbrunde Apsis und vier Seitenkapellen, jeweils zwei auf jeder Seite. Das Langhaus bezeichnet den längs angelegten Hauptraum; die Apsis und die paarweise verteilten Seitenkapellen ergänzen diese Grundform.
Auch die Ausstattung der Kirche bildet einen eigenen Schwerpunkt. Der Innenraum ist mit pflanzlichen und geometrischen Ornamenten sowie Fresken geschmückt. Grundriss und Ausschmückung bieten damit zwei unterschiedliche Blickwinkel auf Sant’Agapito: die räumliche Gliederung einerseits, die gestalteten Elemente andererseits. An der Cappella della Madonna Addolorata hat der Eingang eine Stufe und ist frei von architektonischen Barrieren. Diese konkrete Eingangssituation ergänzt die architektonischen Merkmale um einen praktischen Hinweis für die Besuchsplanung.
Die Vauda und der Zugang zu Fuß
Von Lombardore aus können Sie entlang des Torrente Fisca in die Riserva Naturale della Vauda weitergehen. Ein möglicher Parkplatz für den Zugang zur Riserva von Lombardore aus befindet sich beim Friedhof. Die beiden Angaben helfen bei unterschiedlichen Planungsfragen: Die eine nennt einen möglichen Parkplatz, die andere einen Weg zu Fuß in das Schutzgebiet. Der Fisca ist dabei ein konkreter geografischer Bezugspunkt: An der Ortslage mündet er in den Malone, und entlang des Fisca führt die Möglichkeit zum Weitergehen in die Riserva. Prüfen Sie die aktuellen Zugangsinformationen, bevor Sie den Parkplatz oder den Weg für Ihren Ausflug einplanen.
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