Collegno vereint unterschiedliche Zugänge zu Ortsgeschichte und Landschaft: die Dora Riparia mit ihren Uferbereichen, einen großen Klosterkomplex, die Siedlung Villaggio Leumann und archäologische Spuren. Für Ihre Reiseplanung können Sie den Schwerpunkt auf Natur und Wege, Architektur oder Industriegeschichte legen. Die Themen erzählen nicht dieselbe Geschichte, sondern zeigen verschiedene Seiten des Ortes.
Flusslandschaft und Wege an der Dora Riparia
Der Parco Agronaturale della Dora Riparia erstreckt sich entlang des Flusses. Zu seiner Landschaft gehören landwirtschaftlich genutzte Felder, Reste des Auwalds und Ufervegetation. So stehen in einem Parkbereich genutzte Flächen neben naturnahen Elementen am Wasser. Eine kombinierte Fuß- und Radwegbrücke verbindet dort die Wanderwege an den gegenüberliegenden Ufern. Wer in Collegno Landschaft und Bewegung in den Mittelpunkt stellen möchte, findet hier einen konkreten Bezugspunkt: Fluss, Grünraum und Wege gehören gemeinsam zum Bild des Parks.
Die Certosa Reale und Collegnos Baugeschichte
Der Bereich der Certosa Reale umfasst etwa 400.000 m² und schließt den jahrhundertealten Dalla-Chiesa-Park sowie die Königliche Certosa ein. Die Größenordnung beschreibt damit einen Bereich, der Park und Klosterkomplex umfasst, nicht nur ein einzelnes Gebäude. Auch die Baugeschichte verweist auf die Beziehung zwischen dem Klosterkomplex und der Ortsmitte: Der Bau des großen Kreuzgangs im Jahr 1700 und Juvarras Eingriff am Portal markierten die Öffnung des Komplexes zur historischen Ortsmitte von Collegno. So lässt sich die Architektur zugleich als Teil der Ortsentwicklung betrachten.
Villaggio Leumann und Industriearchäologie
Der gesamte Bereich des Villaggio Leumann ist als städtische Siedlung mit historischem und umweltgeschichtlichem Charakter ausgewiesen. Eine digitale Annäherung bietet LeumAPP mit zwei miteinander verbundenen Besuchsrouten: „una città nella città“ und „un gioiello di archeologia industriale“. Die Titel setzen unterschiedliche Akzente – auf die Siedlung als „Stadt in der Stadt“ und auf ihren Bezug zur Industriearchäologie. Für beide Routen sind fast zwei Stunden multimediale Inhalte vorgesehen; beide sind mit englischen Untertiteln verfügbar. Damit können Sie dieses Thema über zwei verknüpfte Perspektiven kennenlernen.
Archäologische Spuren und mittelalterliche Geschichte
Ausgrabungen in Collegno legten eine gotische und eine langobardische Nekropole sowie Überreste eines frühmittelalterlichen Hüttendorfes frei. Diese Funde erweitern den Blick über die sichtbare Baugeschichte hinaus auf frühere Siedlungsspuren. Eine andere zeitliche Folge erzählt Castello Provana di Collegno: Umberto III. der Selige von Savoyen ließ die Burg um 1171 erbauen. Im 13. Jahrhundert wurde sie weitgehend zerstört und gegen Ende desselben Jahrhunderts wiederaufgebaut. 1599 verlieh Herzog Karl Emanuel I. von Savoyen das Lehen von Collegno an Giovanni Francesco Provana di Carignano. So stehen archäologische Funde, eine mittelalterliche Burg und eine spätere Lehensvergabe als verschiedene historische Bezugspunkte nebeneinander.
Auch eine historische Wegelinie ergänzt dieses Bild. Im Mittelalter war die Via della Varda der Abschnitt in Collegno der Via Pellegrina beziehungsweise Pellerina. Die Straße verlief von Turin am rechten Ufer der Dora entlang und führte zu einer bereits ab 1210 urkundlich erwähnten Brücke. Weg, Flussufer und Brücke bilden damit einen weiteren Zusammenhang, um Collegnos Geschichte räumlich einzuordnen.
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