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Barbania liegt am südlichen Rand des Canavese auf einer vom Gletscher der Lanzo-Täler geformten Erhebung, der Vauda. Die Landschaft bildet den Rahmen für einen Ort, dessen Geschichte von einem mittelalterlichen Ricetto bis zum Leben Bernardino Drovettis reicht. Bei der Auswahl Ihrer Besuche können Sie zwischen Baugeschichte, Kirchenkunst und biografisch geprägtem Kulturerbe unterscheiden. Ende August kommt die traditionelle Festa patronale di San Giuliano als weiterer kultureller Schwerpunkt hinzu.

Zwischen Vauda und Ricetto

Das Ricetto wurde im Mittelalter in Barbania errichtet, um die Bevölkerung während der andauernden Auseinandersetzungen zwischen den örtlichen Herren zu schützen. An der Torre-porta dell'antico ricetto sind die Einschnitte für die Betätigung der Zugbrücke und die Konsolen erhalten, auf denen die Brücke auflag. Diese Bauteile veranschaulichen die frühere Funktion des Zugangs: Die Brücke gehörte zur kontrollierten Erschließung des Schutzortes. Die Torre-porta bietet damit einen konkreten Anknüpfungspunkt für die Ortsgeschichte. Die Vauda eröffnet eine andere Perspektive: Ihre Erhebung wurde vom Gletscher der Lanzo-Täler geformt und liegt am südlichen Rand des Canavese. So stehen geologische Entstehung und mittelalterliche Schutzfunktion als zwei unterschiedliche Ebenen der Ortsbeschreibung nebeneinander.

Zwei Kirchen, unterschiedliche Schwerpunkte

Die Chiesa parrocchiale di San Giuliano Martire verbindet eine klare Raumgliederung mit mehreren Ausstattungsdetails. Sie besitzt drei ausgemalte Schiffe und mehrere Kapellen, die unter dem Patronat der ältesten Familien Barbanias stehen. Über dem Hauptaltar aus vielfarbigem Marmor ist ein großes Kruzifix angebracht. Sie können die Malereien, die Kapellen und die Altarzone als unterschiedliche Bestandteile der Kirche betrachten. Der Zugang erfolgt vom Vorplatz; die Kirche ist zudem für Menschen mit Behinderungen zugänglich.

Die Chiesa dell'Assunta setzt einen anderen künstlerischen Akzent. Ihr fein geschnitzter hölzerner Barockaltar besitzt gedrehte Säulen; das zentrale Altarbild aus dem 18. Jahrhundert zeigt die Jungfrau Maria in Herrlichkeit. Für Menschen mit Behinderungen ist die Kirche außen über eine befahrbare Rampe und im Inneren zugänglich. Im Vergleich liegt der Schwerpunkt bei San Giuliano auf der Verbindung von Raumgliederung, Kapellen und Marmoraltar, bei der Assunta auf dem geschnitzten Barockaltar und seinem zentralen Bild.

Casa Drovetti und die Geschichte einer Sammlung

Casa Drovetti ist das Geburtshaus von Bernardino Drovetti (4. Januar 1776–9. März 1852). Er war Diplomat, Sammler ägyptischer Altertümer und Militär unter Napoleon. Die nach ihm benannte „drovettiana“ umfasste 8.000 Fundstücke. Sie wurde an Carlo Felice verkauft und bildet den Gründungskern des Museo Egizio di Torino. Damit verbindet sich der Name Drovetti nicht nur mit einer Person, sondern auch mit einer Sammlung und der Entstehung eines Museums. Für die Planung eines Besuchs ist die Zugangsbedingung wichtig: Casa Drovetti ist Privateigentum und nur nach Anfrage beim Eigentümer zugänglich. Wenn Sie das Geburtshaus einbeziehen möchten, fragen Sie den Eigentümer vorab an.

Festa patronale Ende August

Die traditionelle Festa patronale di San Giuliano findet Ende August statt. Bei der Festa werden Symbole verwendet, die mit keltischen Traditionen verbunden sind: die bindéj, die caritin und die Carità. Damit ergänzt die Feier die Bau- und Lebensgeschichten um einen weiteren kulturellen Aspekt Barbanias. Wenn Sie Ihren Aufenthalt auf das Fest abstimmen möchten, prüfen Sie vor der Reise die konkreten Veranstaltungstermine.

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