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Unterhalb des Castello Vescovile liegen die Ricetti auf Terrassen am steilen Hang. Eine gepflasterte Gasse steigt in mehreren Kehren zum Schloss an; früher war sie von Weinlauben überdeckt. Die Bezüge zwischen Hang, Gebäuden und Weg machen einen Teil der Baugeschichte von Albiano D’ivrea greifbar. Ein zweiter Schwerpunkt ist der Percorso delle Meraviglie, ein Rundweg auf den Hügeln.

Zu Fuß oder mit dem Rad über die Hügel

Der Percorso delle Meraviglie führt durch Weinberge, Wälder, Wege und Ricetti. Er kann zu Fuß, mit dem Mountainbike, mit dem Gravelbike oder im Rahmen des Fahrradtourismus genutzt werden. An Kreuzungen weisen rote Pfosten mit gelben Richtungspfeilen den Weg; rote Steine mit gelben Pfeilen bestätigen entlang der Strecke die Richtung. So verbindet der Rundweg unterschiedliche Landschaftselemente mit einer Wegführung, deren Markierungen an Kreuzungen und unterwegs jeweils anders gestaltet sind.

Ricetti und Castello Vescovile

Das Ricetto von Albiano D’ivrea wurde im Jahr 1300 zum Schutz des alten Ortes errichtet. Seine Lage auf Terrassen am steilen Hang unterhalb des Schlosses prägt die Anlage: Die Erdgeschosse lehnen sich an das Erdreich an und dienten in der Regel als Keller. Im Mittelalter dienten die sogenannten „cellaria“ als sichere Lager für Lebensmittel, insbesondere Getreide und Wein, sowie als Zufluchtsorte bei Gefahren. Diese Funktionen verbinden Versorgung und Schutz in der Geschichte des Ricetto.

Die gepflasterte Gasse steigt in mehreren Kehren zum Castello Vescovile an und führt vor und hinter den Ricetti entlang. Früher war sie von Weinlauben überdeckt. Das Schloss ist sehr alt und soll auf den Überresten einer antiken römischen Villa errichtet worden sein. Im Bürgerkrieg wurde es 1641 erneut zerstört und anschließend in seiner heutigen Gestalt wiederaufgebaut. Damit treffen am Hang mittelalterliche Schutzfunktion und spätere Baugeschichte aufeinander.

Kirchen, Orgel und lokale Geschichte

Auch die Kirchen Albiano D’ivreas lassen sich an unterschiedlichen Merkmalen erkennen. Die Pfarrkirche San Martino entstand zwischen 1775 und 1780 am Standort einer früheren Kirche; sie ist ein Werk des königlichen Architekten Francesco Martinez da Messina. Die Chiesa di Santa Marta beherbergt eine Orgel, die Giovanni Michele Ramasco aus Andorno zugeschrieben wird. Wahrscheinlich wurde sie 1834 an ihren heutigen Standort versetzt. Das Museum der Chiesa di Santa Marta dient der Präsentation der hölzernen Orgel. Das Santuario della Madonna della Crosa ist ein barockes Heiligtum mit pseudoelliptischem Gewölbe und einer Ikone. Die Beispiele setzen verschiedene Schwerpunkte: Bauzeit und Architekt, Orgelgeschichte sowie Gewölbeform und Ikone.

Albiano D’ivrea war der zweite Sitz des Bischofs von Ivrea; die Pfarrei wurde unmittelbar vom Bischof durch einen Propst verwaltet. Die kirchliche Geschichte des Ortes umfasst damit auch die Organisation der Pfarrei. Eine andere historische Verbindung bildet die antike römische Via romana delle Gallie zwischen Ivrea und Vercelli, die durch Albiano D’ivrea verläuft. Das Museum „GOCCE DI MEMORIA“ widmet sich den bäuerlichen Traditionen und wurde von der Associazione Anziani gegründet. So gehören neben Bauwerken und kirchlicher Geschichte auch bäuerliche Traditionen zu den Themen des Ortes.

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