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Borgofranco d’Ivrea verbindet ein nahezu unversehrtes mittelalterliches Ricetto mit Weinbergen, Wegen und einer eigenständigen lokalen Küche. Für die Wahl des Aufenthalts lassen sich unterschiedliche Schwerpunkte setzen: historische Bauten, die Via Francigena und Landschaft oder die Balmetti mit ihren kulturellen und kulinarischen Bezügen.

Weinberge und Wege im Freien

Die Via Francigena verläuft durch Borgofranco d’Ivrea und lässt sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. In den Hügeln von Montebuono zeigt sich eine Formschnitt-Architektur der Weinberge, die bei der Annäherung von Baio Dora nach Borgofranco sichtbar wird. Einen konkreten Aussichtspunkt markiert die grün-blaue Big Bench Nr. 184 in Località Montebuono: Der kurze Fußweg dorthin führt durch die Weinberge.

Ein anderes Landschaftsbild bietet der Rio Rosso, ein kleiner Nebenfluss der Dora. Bei einem Spaziergang fällt seine gelbgoldene Färbung auf; sie wird durch Mineralpigmente verursacht, die aus einem flussaufwärts gelegenen Steinbruch ausgewaschen werden. So stehen die geformten Weinberge und der farbige Bach als unterschiedliche Landschaftsmotive nebeneinander, ohne dass dafür eine längere Route vorausgesetzt werden muss.

Ricetto und historische Gebäude

Das antike Ricetto ist nahezu unversehrt erhalten und wurde zwischen 1256 und 1277 errichtet. Seine Straßen sind regelmäßig angelegt; die ländlich geprägten Häuser besitzen große Arkadenloggien und breite Travà, die früher als Ställe und Heulager dienten. Die Travà sind damit nicht bloß ein Bauteil, sondern verweisen auf die landwirtschaftliche Nutzung der Gebäude.

Der Palazzo Marini liegt im ursprünglichen mittelalterlichen Ortskern nahe dem Tor in Richtung Ivrea. Sein Turm stammt aus dem letzten Viertel des 13. Jahrhunderts. Auch die Domus Sancti Spiriti gehört zur Ortsgeschichte: Das Gebäude aus dem 15. Jahrhundert diente als Sitz einer Bruderschaft und bis 1600 als Pfarrhaus und Schule. Die Bauwerke verweisen somit auf verschiedene Phasen und Funktionen des Ortes.

Kirchen und Ortsgeschichte

Bei den Kirchen lassen sich unterschiedliche Bauzeiten und Gestaltungen erkennen. Das Äußere der Chiesa di Santa Marta ist mittelalterlich gestaltet; 1691 wurde das Gebäude umfassend verändert. Die Pfarrkirche Madonna del Rosario e dei Santi Maurizio e Germano ist barock und wurde 1663 errichtet. Eine große, von Grün umgebene Villa diente als hydrotherapeutische Kuranstalt von Borgofranco d’Ivrea. Diese frühere Nutzung gehört zur Geschichte des Ortes, nicht zu einem heutigen Kurbetrieb.

Balmetti: Naturphänomen und Kulturpfad

Im Gebiet der Balmetti schaffen Luftströmungen, die als „Ore“ bezeichnet werden, ein Mikroklima mit konstanten 7–8 °C und gleichbleibender Luftfeuchtigkeit. Das ehemalige Birrificio De Giacomi ist dort ein Beispiel für Industriearchäologie. Die Gründung der Brauerei durch die Familie De Giacomi im Weiler Biò fällt in den Zeitraum zwischen der Mitte des 19. Jahrhunderts und dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Kunstpfad Balmetti art – Place of art and culture verbindet die unteren und oberen Balmetti und ergänzt so die Industriegeschichte um einen kulturellen Weg.

Lokale Spezialitäten

Zu den typischen Produkten von Borgofranco d’Ivrea gehören Canestrelli: Die knusprigen, hauchdünnen Gebäcke werden mit Familienwappen geprägt. Die Bottega del Canestrello stellt sie weiterhin von Hand her und betreibt in Borgofranco ein Vintage-Café. Auch Miasse mit Salignun gehören zu den lokalen gastronomischen Spezialitäten; Vin dai Balmit ist der lokale Wein. Zusammen ergeben diese Produkte einen eigenen kulinarischen Schwerpunkt neben den Bauwerken und Landschaften.

Zur Orientierung im Ort befindet sich das kommunale Tourismusbüro im Erdgeschoss des Palazzo Marini. Damit ist das historische Gebäude zugleich eine touristische Anlaufstelle.

Weitere Reiseziele entdecken: San Raffaele, Torrazza Piemonte, Salbertrand, Palazzo Canavese, Marentino, Airasca, Sangano, Carmagnola.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Turin.

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