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Ivrea ist eine zum UNESCO-Welterbe gehörende Industriestadt und ein industrielles wie soziokulturelles Projekt des 20. Jahrhunderts. Zu diesem Erbe gehören Gebäude für Produktion, Verwaltung, soziale Dienstleistungen und Wohnen. Der kulturelle Blick auf Ivrea erschöpft sich deshalb nicht in Fabrikarchitektur: Auch die Verbindung von Arbeit, Alltag und städtischem Leben gehört zum Projekt. Das gibt einem Besuch einen klaren Schwerpunkt auf moderner Stadtgeschichte.

Das Olivetti-Erbe zu Fuß erkunden

Das UNESCO-Besucherzentrum von Ivrea ist für alle kostenlos zugänglich. Dort finden Sie Karten des Welterbestättenareals, ein 3D-Modell und Beispiele aus der Olivetti-Fabrikproduktion. Das Modell und die Karten bieten eine Orientierung zu den Stätten; wenn Sie eine Führung einplanen, prüfen Sie die Modalitäten vor der Reise.

Das MAAM (Museo all’aperto delle architetture moderne olivettiane) ist eine etwa zwei Kilometer lange Route entlang der Via Jervis und der angrenzenden Bereiche, die auf eine selbstständige Besichtigung ausgelegt ist. Prüfen Sie vor Ihrer Reise die aktuellen Besuchsmöglichkeiten. Im historischen Zentrum führt außerdem ein zu Fuß begehbarer Weg durch die römische und mittelalterliche Geschichte.

Der Canavese-Abschnitt der Via Francigena verläuft durch Ivrea und ist für Reisende zu Fuß, mit dem Fahrrad oder zu Pferd ausgelegt. Die Angebote unterscheiden sich in ihrem Charakter: Das MAAM bietet eine benannte Weglänge und ist auf selbstständige Besichtigung ausgelegt; bei der Via Francigena stehen mehrere Fortbewegungsarten zur Wahl.

Burg und historische Zeugnisse

Das Castello di Ivrea wurde 1358 auf Veranlassung von Amedeo VI. von Savoyen erbaut und bewahrt bis heute den Charakter einer Wehrfestung. Bei Besichtigungen lassen sich der große Innenhof, die alten Zellen und die Wehrgänge erkunden. Von den Türmen reicht der Blick über die Stadt, das Moränenamphitheater von Ivrea, den Canavese und den Eingang zum Aostatal. Wenn Sie die Burgbesichtigung einplanen, prüfen Sie die Besuchsmöglichkeiten vor Ihrer Reise.

Römische und mittelalterliche Zeugnisse zeigen weitere historische Schichten. Beim römischen Amphitheater sind die Fundamente der elliptischen Umfassungsmauern und unterirdische Tiergänge noch sichtbar. Der mittelalterliche Torre (Campanile) di Santo Stefano ist das einzige erhaltene Zeugnis eines der ältesten Kultorte Ivreas: des Benediktinerabteikomplexes Santo Stefano. Die Kathedrale von Ivrea ist romanischen Ursprungs.

Das Ponte Vecchio ist eine römische Brücke, die um das 3. Jahrhundert errichtet wurde und die Dora Baltea überquert. Hinter ihr liegt das sogenannte Borghetto, eine Befestigung mit alten Häusern und Handwerksläden. Die Verbindung von Brücke und Borghetto gibt diesem Teil der Stadt einen anderen historischen Akzent als die Olivetti-Architektur.

Kunst und lokale Küche

Eine weitere kulturelle Perspektive bietet das Museo Civico Pier Alessandro Garda: Seine Sammlung orientalischer Kunst umfasst mehr als 500 Werke aus Japan sowie chinesische und weitere asiatische Objekte. Damit setzt das Museum einen eigenen Schwerpunkt neben Ivreas Industrie- und Baugeschichte.

Auch die Torta '900 gehört zu den kulinarischen Anknüpfungspunkten des Aufenthalts. Sie lässt sich in der historischen Konditorei Balla in Ivrea probieren.

Weitere Reiseziele entdecken: Poirino, San Giusto Canavese, Villafranca Piemonte, Alpignano, Settimo Vittone, Sciolze, Traversella, Settimo Torinese

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Turin.

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