Viù liegt in einem Talkessel, den die Stura di Viù durchquert. Das Valle di Viù in der Provinz Torino umfasst die Gemeinden Viù, Lemie und Usseglio. In Viù treffen Wanderziele auf Sakralkunst, Ortsgeschichte und Berglandschaft. Für die Planung unterscheiden sich die Wege nach Länge, ungefährem Zeitaufwand und Aktivität: Ein Rundweg führt zum Park der Villa Franchetti, eine Etappe der Sentieri Resistenti zum Colle del Lys und zur dortigen Schutzhütte.
Wege und Ausflüge ab Viù
Der Rundweg Le Borgate di Viù beginnt an der Parrocchiale di San Martino, die als größte Kirche der Valli di Lanzo gilt. Hinter dem Ort führt die Route über einen kurzen alten gepflasterten Weg zum Park der Villa Franchetti. Der Park ist auch zu Fuß über eine Treppe erreichbar, die von der Via Luigia nahe der Piazza XXIV Maggio ausgeht. Villa Franchetti zählt zu den historischen Villen in Viù, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut oder umgebaut wurden. Zum Abschluss empfiehlt der Rundweg einen Aperitif mit Verkostung der michetta viucese, eines typischen lokalen Produkts.
Wer Streckenlänge und Zeitaufwand auseinanderhalten möchte, findet zwei unterschiedliche Angaben: Die Rundwanderung ab Fubina zur Uja di Calacante ist 12,5 Kilometer lang und erreicht einen Gipfel auf 1.615 Metern. Die fünfte Etappe der Sentieri Resistenti führt vom unteren Val di Viù zur Wasserscheide zwischen dem unteren Val di Viù und dem unteren Val di Susa. Nach etwa fünf Stunden erreicht sie den Colle del Lys und die dortige Schutzhütte. Für die eine Route ist also eine Länge angegeben, für die andere eine ungefähre Etappendauer samt Ziel.
Auch Reittourismus-Routen gehören zu den Möglichkeiten: Im Vallone di Lunella und im Vallone dei Tornetti gibt es wiederholt erprobte Routen; ein Übergang über den Höhenrücken ins Val d’Ala ist möglich. Die Routenbedingungen können variieren. In den verschiedenen Bächen von Viù kann mit den erforderlichen Genehmigungen geangelt werden; prüfen Sie vor der Teilnahme die geltenden Genehmigungen und Regeln.
Sakrale Kunst und Ortsgeschichte
2017 wurde in Viù der zweite Standort des Museo Diffuso di Arte Sacra eröffnet, der der Geschichte gewidmet ist. Zu sehen ist dort eine aus dem 17. Jahrhundert stammende Darstellung der Ostensione della Sindone aus der Kapelle des Ortsteils Venera. Ein weiterer Raum ist historischen liturgischen Gegenständen gewidmet. Auf der Piazza del Mercato befindet sich außerdem die Pietra delle Madri, die als keltischer Stein aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. beschrieben wird.
Im Ecomuseo della Resistenza „Carlo Mastri“ bietet ein Saal im ersten Stock Platz für Wechselausstellungen sowie Archiv-, Ton-, Video- und bibliografische Materialien. Gewöhnlich beherbergt der Ausstellungsraum auch eine Fotoausstellung über die Partisanen der 17. Garibaldi-Brigade. Das Ecomuseo stellt zudem die geologische Besonderheit des Parco Naturale del Colle del Lys vor, die „Fiumi di roccia“ genannt wird, und präsentiert die endemische Pflanze Euphorbia gibelliana. Die unterschiedlichen Themen verbinden Orts- und Widerstandsgeschichte mit Geologie und Botanik.
Berglandschaft am Colle del Lys
Der Parco Naturale del Colle del Lys ist von einem alten Netz aus Wegen und Saumpfaden durchzogen. Die acht Sentieri di Memoria am Colle del Lys sind mit Gedenktafeln und Informationstafeln gekennzeichnet. Eine weitere markante Landschaftsform bietet der Ciarm del Prete: Er erreicht 2.390 Meter und überragt von der Fraktion Tornetti aus ein eindrucksvolles natürliches Amphitheater. In Viù findet außerdem seit fast fünfzig Jahren das Gran Premio Newton im Bob-Kart statt. Damit reichen die lokalen Entdeckungen von markierten Erinnerungswegen und alten Pfaden bis zu Berglandschaft und einer langjährigen Veranstaltung.
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