Camandona liegt in den Bielleser Voralpen an den Hängen der Rocca d’Argimonia und auf einer Höhe zwischen 562 und 824 m über dem Meeresspiegel. Das Ortsbild ist von 16 verstreut liegenden Ortsteilen geprägt, die sich über Hügelrücken und kleine Tälchen verteilen. Kastanien und mächtige Buchen verbergen die Siedlungen größtenteils; in höheren Lagen kommen Birken sowie Farne und Heidekraut hinzu. Die Ortsteile selbst sind damit ein wichtiger Teil der Orientierung: Camandona zeigt sich als Folge kleiner Siedlungsbereiche in einer bewaldeten Berglandschaft.
Berglandschaft und ein künstlicher See
Auch die Diga di Camandona gehört zur Geschichte der Landschaft. Sie wurde Mitte des 20. Jahrhunderts gebaut und gewährleistet die regelmäßige Wasserversorgung der zahlreichen talabwärts gelegenen Textilbetriebe. Durch den Bau entstand ein künstlicher See, der ein beliebtes Ziel für Angler ist. Hier treffen also ein technisches Bauwerk und eine heutige Nutzung des Sees aufeinander – zwei unterschiedliche Aspekte, die den Blick über die Ortsteile und Sakralbauten hinaus erweitern.
Kirchen, Paläste und Votivbilder
Die Chiesa Parrocchiale wurde um 1530 erbaut. Das Santuario del Mazzucco entstand in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts auf den Ruinen einer älteren Kapelle und ist Sant’Anna gewidmet. Das Oratorium liegt aussichtsreich und ist von jahrhundertealten Buchenwäldern umgeben. Sakralbau und Waldlandschaft bilden hier einen gemeinsamen Bezugspunkt für die Kulturgeschichte und die Wege in der Umgebung.
Eine andere architektonische Facette zeigt der Palazzo Sogno: Stefano Basso ließ ihn 1776 errichten; Art und Aufbau erinnern an französische provenzalische „manoirs“. Die Ortsteile D’Agostino, Cerale und Guelpa stehen für eine weitere Bauform: Sie sind typische Beispiele für Reihenhäuser aus dem 18. Jahrhundert. Rund 30 Fresken, überwiegend Votivbilder aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ergänzen dieses Bild. Hinzu kommen mehr als 20 Votivkapellen entlang der Straßen, Saumpfade und Wege, die Camandonas Ortsteile mit den Almen verbinden.
Alte Saumpfade und Wege zu den Heiligtümern
Wanderwege verlaufen auf alten Saumpfaden und verbinden die Ortsteile Camandonas. Das Santuario del Mazzucco ist außerdem in den Weg „I sentieri della Fede“ eingebunden, der es mit den Heiligtümern von Banchette und della Brughiera verbindet. So stehen einzelne Sakralbauten nicht nur für sich, sondern sind auch Teil eines beschriebenen Wegenetzes.
Die Transhumanzstraße wird noch heute von Hirten genutzt, die damit eine jahrtausendealte Tradition fortführen. In den letzten Jahren wurde sie mit ethnografischen Informationstafeln aufgewertet; saisonale Bedingungen können variieren. Prüfen Sie daher vor einer Wanderung die Wegbedingungen. Eine weitere konkrete Orientierung bietet der Spaziergang „Anello di Carcheggio“: Er beginnt am Santuario del Mazzucco. Von Callabiana aus ist das Heiligtum erreichbar, nachdem man die Diga di Camandona gestreift und die Ortsteile Gallo und Mino di Camandona passiert hat. Während „I sentieri della Fede“ die Verbindung zu zwei weiteren Heiligtümern beschreibt, nennt der Anello einen bestimmten Startpunkt und einen Anmarsch von Callabiana aus.
Picknickanlage am Santuario del Mazzucco
Unmittelbar unterhalb und neben dem gleichnamigen Santuario liegt die Picknickanlage von Mazzucco. Zu ihrer Ausstattung gehören Tische, Grillplätze, Spielmöglichkeiten für Kinder und Toiletten. Damit ist der Ort zugleich durch sein Heiligtum und durch eine konkrete Rastmöglichkeit geprägt; die beiden Aspekte lassen sich bei der Planung gemeinsam berücksichtigen.
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