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Bonvicino lässt sich über die Pfarrkirche im Hauptort, seine Ortsgeschichte und Wege im Freien erschließen. Für Ihre Reiseplanung ergeben sich dadurch unterschiedliche Schwerpunkte: Sie können Baugeschichte, Ereignisse aus verschiedenen Epochen oder Wegzeichen und Landschaft in den Mittelpunkt stellen.

Die Pfarrkirche und ihre Baugeschichte

Die Chiesa Parrocchiale dei Santi Giacomo e Cristoforo ist die Pfarrkirche von Bonvicino und befindet sich im Hauptort. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert und hat drei Schiffe. Diese Raumgliederung ergänzt die Betrachtung der Fassade um den Aufbau des Kircheninneren.

Pilaster gliedern die Fassade; das Portal besitzt eine barocke Rahmung mit Giebelaufsatz. Damit stehen unterschiedliche Gestaltungsebenen nebeneinander: die Gliederung der Außenfläche und die besondere Rahmung des Eingangs. Im Inneren befindet sich eine Holzstatue des Bildhauers Roascio.

Nach dem Erdbeben von 1887 wurde die Kirche statisch gesichert und erweitert; der Entwurf dafür stammte vom Geometer Schellino. Die Sicherung und die Erweiterung markieren verschiedene Aspekte dieses späteren Eingriffs: Zum einen ging es um die Statik, zum anderen wurde das Gebäude vergrößert. So gehört auch die Zeit nach dem Erdbeben zur Baugeschichte der Kirche.

Ortsgeschichte und Erinnerung

Ein Kapitel der mittelalterlichen Geschichte Bonvicinos reicht bis ins Jahr 1432 zurück. Nachdem die Herrschaft von den Markgrafen von Monferrato übergegangen war, wurde der Ort gewaltsam von den Visconti besetzt. Der konkrete Zeitpunkt hilft, diesen Abschnitt von den deutlich späteren Ereignissen der Ortsgeschichte zu unterscheiden.

Im Frühjahr 1944 bildeten sich im Gebiet von Somano, Bonvicino und Lovera zwei Partisanengruppen: eine französische, angeführt vom Schneider Simon Samuel, und eine slawische unter Eugenio Stipcevic, genannt »Genio lo Slavo«. Die Geschichte bezieht sich auf das Gebiet dieser drei Orte und nicht allein auf den Hauptort Bonvicino.

Der Name Simon Samuel erscheint auch auf dem Hauptplatz: Ein Schild weist auf den nach ihm benannten Abschnitt und auf den abwärts führenden Weg zur höher gelegenen Fraktion Lovera. So begegnet derselbe Name sowohl in der Widerstandsgeschichte als auch in der Wegbezeichnung. Wenn Sie sich an diesem Hinweis orientieren möchten, prüfen Sie die Beschilderung vor Ort.

Wege und Landschaft

Ein Weg führt am Votivpfeiler Santa Eurosia und an Lavendelfeldern vorbei. Das Landschaftsbild kann sich mit der Jahreszeit verändern; die Felder bieten daher keinen ganzjährig gleichbleibenden Eindruck.

Der Torrente Rea fließt nach Nordwesten in einem engen, bewaldeten Tal und streift das Zentrum Bonvicinos. Während der Weg am Votivpfeiler konkrete Punkte entlang seiner Strecke nennt, ergänzt der Bachlauf das Landschaftsbild um das Tal und seine Beziehung zum Ortszentrum.

Kirchenbau, Ortsgeschichte und Wege eröffnen verschiedene Zugänge zu Bonvicino. Sie können bei der Reiseplanung abwägen, ob für Sie die architektonischen Details, die Ereignisse aus dem Mittelalter und der Widerstandszeit oder die Wegpunkte und die Landschaft im Vordergrund stehen.

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