Centallo verbindet sakrale Kunst, lokale Erinnerungsgeschichte und eine ausgewiesene Radrundroute. So stehen unterschiedliche Schwerpunkte für einen Aufenthalt zur Wahl: Kirchen und historische Themen oder zusätzlich die 38 Kilometer lange CN_19 – Centallese. Wer eine Unterkunft in Centallo sucht, kann zunächst überlegen, ob Kultur oder auch eine Radtour das Reiseprogramm prägen soll.
Kirchen, Kunst und Erinnerung
Die Cappella San Giovanni Evangelista ist vollständig mit Fresken ausgemalt, die das Leben des heiligen Johannes des Evangelisten darstellen. Eine eingeritzte Jahreszahl 1520 dient als Terminus ante quem: Die Fresken müssen spätestens zu diesem Zeitpunkt entstanden sein. Damit treffen hier ein klar bestimmtes religiöses Bildthema und eine konkrete zeitliche Einordnung zusammen.
In der Chiesa di San Michele in Centallo befindet sich die Madonna delle Grazie, die Hans Clemer zugeschrieben wird. Das Werk bildet einen eigenständigen kunstgeschichtlichen Bezugspunkt neben den Fresken der Kapelle.
Eine weitere Baugeschichte erzählt die Chiesa di San Giovanni Battista. Sie wurde zwischen 1764 und 1770 auf den Fundamenten der früheren Pfarr- und Burgkirche errichtet. Die Datierung beschreibt die Bauzeit der heutigen Kirche; der Bezug zu den Fundamenten verweist zugleich auf die frühere Nutzung des Standorts.
Die als „La Bianca“ bekannte Kirche gilt als die älteste des Ortes. In ihr befindet sich ein Gemälde der Madonna della Cintura zwischen dem heiligen Augustinus und der heiligen Monika, das Sebastiano Taricco zugeschrieben wird. Die religiöse Bruderschaft der Battuti Bianchi di San Sebastiano wurde am 27. August 1473 gegründet, um Kranke, Arme, Pilger und Obdachlose zu unterstützen.
In Roata Chiusani, einem Ortsteil von Centallo, ist das Casa Museo Pellegrino ein kleines Museum und Dokumentationszentrum. Es ist Kardinal Pellegrino und seinem literarischen sowie pastoralen Wirken gewidmet. Eine andere historische Perspektive eröffnet die Sala della Memoria in der Stadtbibliothek „Faustino Dalmazzo“: Dort befindet sich die Dauerausstellung „1939–1945 – Schiavi di Hitler“ über italienische Militärinternierte. Zusammen führen diese Orte von sakraler Kunst und Baugeschichte bis zur Erinnerung an Internierte.
Die CN_19 – Centallese mit dem Rad
Als Alternative zu den kulturellen Schwerpunkten führt die 38 Kilometer lange Radrundroute CN_19 – Centallese durch Cuneo, Tarantasca und Centallo. Flaches Gebiet nördlich von Cuneo und ländliche Nebenstraßen prägen die CN_19. Die Route ist als leicht eingestuft. Länge, Landschaft und Einstufung geben Ihnen konkrete Anhaltspunkte, um die Radtour als eigenen Programmpunkt zu betrachten. Vor der Fahrt sollten Sie die Streckenbedingungen prüfen.
Für die Wahl zwischen Ortsgeschichte und Radfahren müssen Sie keine feste Abfolge voraussetzen: Die Kirchen, die beiden unterschiedlichen Erinnerungsorte und die Rundroute sind jeweils eigene Themen für die Reiseplanung. So lässt sich der Aufenthalt danach ausrichten, ob Sie vor allem Kunst und Geschichte erkunden oder auch Zeit für die CN_19 einplanen möchten.
Anreise planen
Der Bahnhof Centallo verfügt für den Personenverkehr über drei Gleise. Wenn Sie eine Anreise mit der Bahn erwägen, prüfen Sie den Fahrplan für Ihren Reisetag. Damit haben Sie neben den kulturellen Themen und der Radrundroute auch einen konkreten Anhaltspunkt für die Anreiseplanung.
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