Ormea lässt sich über zwei unterschiedliche Schwerpunkte entdecken: das historische Zentrum mit seinen charakteristischen trevi-Gassen und die Wege in der Umgebung. Die Gemeinde liegt auf 750 m Höhe im Zentrum der Ligurischen Alpen und im Alta Val Tanaro. Für die Wahl des Reiseziels hilft diese Gegenüberstellung: Im Ort stehen Geschichte und Bauwerke im Vordergrund; außerhalb gibt es zahlreiche Wege zum Wandern, Reiten und Mountainbiken.
Gassen und Ortsbild
Das historische Zentrum ist durch ein verschachteltes Labyrinth aus Gassen geprägt, die örtlich „trevi“ genannt werden. Ein weiteres lokales Wort bezeichnet ein ursprüngliches System zur Straßenreinigung und Schneebeseitigung: die „biale“. Die beiden Begriffe verweisen auf unterschiedliche Seiten des Zentrums – seine kleinteilige Gassenstruktur und eine praktische Infrastruktur, die auch der Beseitigung von Schnee dient. Über ganz Ormea verteilt prägen außerdem Statuen und Brunnen aus lokalem schwarzem Marmor das Erscheinungsbild des Ortes.
Kirche, Herrenhaus und Burg
Die Parrocchiale di San Martino wurde um 1300 erbaut. Sie ist dem heiligen Bischof Martin geweiht, dem Schutzpatron der Stadt. Die Casa dei Signori di Ormea ist ein Herrenhaus aus dem 14. Jahrhundert. Für das Castello di Ormea wird eine Entstehung um das 10. Jahrhundert angenommen; oberhalb der Stadt sind zwischen Pinien Ruinen der Burg erhalten. Die drei Bauwerke geben unterschiedliche historische Bezugspunkte: eine Kirche mit ungefährer Bauzeit, ein Herrenhaus aus dem 14. Jahrhundert und die vorsichtig datierte Entstehung der Burg.
Zwei Museen, verschiedene Blickwinkel
Das Museo degli Alpini zeigt Erinnerungsstücke, Fotografien, Dokumente, Zeitzeugenberichte und weitere Materialien zur Geschichte des Alpini-Korps. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Kriegserlebnissen von Soldaten aus der Umgebung. Einen anderen Blick eröffnet das Museo Etnografico Alta Val Tanaro: In einem Privathaus im historischen Zentrum rekonstruiert es eine für das Alta Val Tanaro typische Wohnform vom Beginn des 20. Jahrhunderts. So stehen militärgeschichtliche Erinnerungen mit regionalem Bezug einer Darstellung des damaligen Wohnens gegenüber.
Wandern rund um Ormea
Die Balconata di Ormea ist etwa 40 km lang und verläuft auf der orografisch linken Talseite der Gemeinde Ormea. Ihre durchschnittliche Höhe beträgt 1.200 m. Zum Vergleich: Die Höhenangabe von 750 m bezieht sich auf Ormea, die von 1.200 m auf den Durchschnitt der Route. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die Wegbedingungen. Auf den ersten drei Etappen des Alto-Tanaro-Rundwegs folgt die Strecke der instand gesetzten und ausgeschilderten Route La Balconata di Ormea, die von der CAI-Sektion Ormea beworben wird. Der Rundweg bietet Panoramablicke und eignet sich für Wanderungen sowie geführte Schulbesuche, besonders im Frühjahr und Herbst.
Weitere Weg- und Landschaftsziele
Der Weg zur Torre dei Saraceni beginnt in der Fraktion Barchi und gilt als für alle geeignet. Der Turm steht auf einem Felsvorsprung in 893 m Höhe; seine Steine sind mit Luftkalk verbunden. La Balma del Messere zeigt eine andere Verbindung von Naturform und Mauerwerk: Es handelt sich um eine große natürliche Höhlung, die von einer gewaltigen Steinmauer verschlossen wird. Die zahlreichen Wege in der Umgebung bieten außerdem Möglichkeiten zum Reiten und Mountainbiken neben dem Wandern.
Weitere Reiseziele entdecken: Bagni Di Vinadio, Canove, Spinetta, Neive - Borgonovo, Diano D'alba, Tre Stelle, Saluzzo, Caraglio
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Cuneo.