Ghemme zeigt seine Geschichte in sehr verschiedenen Maßstäben: im befestigten Castello-Ricetto, in Kirchen mit Kunst aus mehreren Jahrhunderten und in der Weintradition des Ortes. Diese Kombination hilft bei der Wahl des Reiseziels: Sie können Baugeschichte, Kunst und Wein als eigene Schwerpunkte betrachten.
Befestigtes Dorf und Burgen
Das Castello-Ricetto di Ghemme ist ein befestigtes Dorf mit einer Gesamtfläche von 12.000 Quadratmetern. Sein rechteckiger Grundriss und die zentrale Hauptstraße geben der Anlage eine klar erkennbare Ordnung. Für den Blick auf die historische Architektur ist das Ricetto damit ein eigener Bezugspunkt: Es handelt sich um ein befestigtes Dorf, nicht um eine Burg.
Ein anderer Bautyp ist das Castello di Cavenago, eine Burg des 16. Jahrhunderts auf einem Hügel, der Ghemme überragt. Die beiden Bauwerke stehen für unterschiedliche Formen historischer Architektur. Seit 2014 ist Ghemme außerdem individuelles Mitglied der Kulturroute „Cluniac Sites in Europe“.
Kirchenkunst aus verschiedenen Jahrhunderten
Der Scurolo della Beata Panacea wurde von Alessandro Antonelli zwischen 1864 und 1875 errichtet. Er bewahrt Fresken von Francesco Toni und Paolo Emilio Morgari sowie polychrome Glasfenster von Pompeo Bertini aus dem Jahr 1897. Die Datierung der Fenster setzt einen eigenen, späteren Zeitakzent gegenüber der Bauzeit des Scurolo.
Die Chiesa Parrocchiale di Maria Assunta entstand ab 1666 und wurde Mitte des 18. Jahrhunderts fertiggestellt. Ihre Struktur mit lateinischem Kreuzgrundriss ist mit barockem Stuck und Fresken aus dem 18. Jahrhundert verziert. In der Cappella del Crocifisso bewahrt die Kirche zudem ein Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert. Bauzeit und Kunstwerk verweisen hier auf unterschiedliche Jahrhunderte.
Die Chiesa di San Rocco wurde als Votivkirche errichtet, nachdem die Gemeinschaft von Ghemme von der Pest von 1630–31 schwer getroffen worden war. Im Oratorio di San Fabiano ist eine Kreuzigungsdarstellung aus dem späten 15. Jahrhundert erhalten; die Fresken dort werden dem Maler Bartolonus zugeschrieben. Zusammen geben diese Orte unterschiedliche Einblicke in religiöse Baugeschichte und Kunst.
Gartenanlage und öffentlicher Park
Der Giardino Gianoli ist ein typisches Beispiel für einen italienischen Garten des 19. Jahrhunderts. Zu seinen Merkmalen gehören ein Gewächshaus, ein Aussichtsturm im neugotischen Stil und ein Marmorbrunnen. Der öffentliche Park des Giardino Gianoli umfasst außerdem eine überdachte Bühne für Theater- und Musikveranstaltungen. Im öffentlichen Park des Giardino Gianoli ergänzt eine überdachte Bühne für Theater- und Musikveranstaltungen die Gartengestaltung.
Wein und Verkostungen
Ghemme-Wein wird in Ghemme und Romagnano Sesia in der Provinz Novara hergestellt. Mindestens 85 Prozent der Trauben stammen von den Rebsorten Nebbiolo, Vespolina und Bonarda Novarese. Diese Vorgabe gibt dem Wein ein klar umrissenes Profil und verbindet ihn mit den beiden genannten Gemeinden.
Das Verkostungspaket von CasaFrancoli umfasst drei Weine von Torraccia del Piantavigna, einen Grappa Luigi Francoli und lokale Produkte. Pietraforata veranstaltet in seiner Kellerei an der Hauptstraße des Castello-Ricetto di Ghemme geführte Weinverkostungen mit verschiedenen Weinen aus eigener Herstellung. Wenn Sie eine Verkostung einplanen, erkundigen Sie sich vorab nach einem passenden Termin.
Landschaftliche Bezüge
Das Gebiet von Ghemme bildet den südlichen Zugang zum UNESCO-Geopark. Einen weiteren Landschaftsblick bietet Etappe 19 des Sentiero Novara: Von dort gibt es Ausblicke auf den Monte Rosa und die Ebene des Sesia.
Für Ihre Wahl des Aufenthaltsorts können diese Motive nebeneinanderstehen: Architektur und sakrale Kunst setzen einen kulturhistorischen Schwerpunkt, die Verkostungen einen kulinarischen Akzent, und die Landschaftsbezüge eröffnen eine weitere Perspektive.
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