Eine 7 Kilometer lange, leichte Rundtour und die Geschichte des Ortes geben Miazzina zwei konkrete Entdeckungsrichtungen. Bergwiesen, Kastanienwald und Panoramen stehen neben der Geschichte der Chiesa di S. Lucia, der Kunst von Achille Tominetti und den Alpini-Gedenkorten. So lassen sich Landschaft und Ortsgeschichte als unterschiedliche Schwerpunkte für die Reiseplanung betrachten. Miazzina ist für sein Panorama bekannt und wird „il balcone sul Lago Maggiore“ genannt. Tourismus ist hier seit mehr als einem Jahrhundert präsent.
Bergwege und Panorama
Die 7 Kilometer lange, leichte Rundtour führt von Miazzina über die Bergwiesen von Motta d’Aurelio und durch Kastanienwälder zur Alpe Aurelio. Auf dem Rundweg gehören Bergwege, Kapellen und charakteristische ländliche Gebäude ebenso zum Bild wie gravierte und schalenförmige Felssteine. Die Route verbindet damit Landschaftsmerkmale mit Zeugnissen lokaler Kultur. Ihre Panoramen reichen über den Lago Maggiore, den Cusio und das Val Grande. Der Beiname „il balcone sul Lago Maggiore“ greift den für Miazzina bekannten Panorama-Bezug auf; unterwegs stehen zugleich Wiesen, Wald und die Besonderheiten des Weges im Blick.
Ortsteile und Chiesa di S. Lucia
Die historischen Ortsteile „log dent“ und „log là“ waren früher unabhängig voneinander und treffen an der Chiesa di S. Lucia aufeinander. Die Kirche wurde 1618 zur Pfarrkirche erhoben. Über ihrem Eingangsportal befindet sich eine Orgel, die Angelo Cavalli aus Lodi 1870 erbaute. Sie gilt als die einzige genuin aus dem 19. Jahrhundert stammende Orgel in der Provincia Verbano-Cusio-Ossola. Die unterschiedlichen Zeitmarken geben der Kirchengeschichte einen konkreten Rahmen: Die Erhebung zur Pfarrkirche fällt ins 17. Jahrhundert, der Bau der Orgel ins 19. Jahrhundert.
Kunst und bäuerliche Sachkultur
Achille Tominetti war ein dem Divisionismus nahestehender Maler des 19. Jahrhunderts und starb 1917 in seinem Haus in Miazzina. Ein Denkmal für ihn steht in der Nähe der Pfarrkirche. Viele seiner Gemälde zeigen wiedererkennbare Ansichten des Ortes sowie Szenen bäuerlichen und pastoralen Lebens. Damit begegnet Miazzina in seinen Werken sowohl als konkretes Ortsmotiv als auch in Darstellungen ländlichen Alltags.
Auch Gegenstände und Kleidung geben Einblick in die traditionelle bäuerliche Sachkultur. Das private Museum Cà dal fumm ist mit Objekten aus Miazzinas traditioneller bäuerlicher Sachkultur eingerichtet. In der kleinen Stube der Baita Fumo werden alte Gegenstände aufbewahrt, darunter landwirtschaftliche Geräte sowie Küchen-, Spinn- und andere Arbeitsgeräte. Zur traditionellen Frauenkleidung gehört ein Hut aus Florentiner Stroh, verziert mit Chenille und getrockneten Blumen. Diese Details ergänzen die Ortsgeschichte um Arbeitsgeräte und Kleidung.
Alpini-Gedenkorte und Festtermine
Am Memoriale degli Alpini auf den Anhöhen des Verbano findet jedes Jahr eine Zeremonie statt. Das Memoriale in Colletta steht hinter einem Panoramabalkon mit Blick über die Seen. Auf ihm stehen die Namen von 349 Gefallenen des Krieges von 1915 bis 1918, von 47 Gefallenen des Krieges von 1935 bis 1936 und des Afrikakrieges sowie von 295 Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. Die Inschriften machen die verschiedenen Konflikte und die zugehörigen Gedenkgruppen unterscheidbar.
Ein eigener Termin im Jahreslauf ist die Alpini-Gedenkfeier am Memoriale di Pala, die am ersten Sonntag im Juni stattfindet. Das Fest S. Ulderico fällt auf den zweiten Sonntag im August; am 13. Dezember wird in Miazzina das Pfarrfest S. Lucia begangen. Wenn eines dieser Feste für Ihre Reise ausschlaggebend ist, prüfen Sie den Termin vorab.
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