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Santhià lässt sich über zwei Pilgerweg-Perspektiven, lokale Sammlungen und die Reisfeldlandschaft erschließen. Für Ihre Planung ist hilfreich, zunächst zwischen einer Etappenreise und einem Aufenthalt mit Schwerpunkt auf Kulturorten zu unterscheiden.

Pilgerwege mit unterschiedlichen Etappenprofilen

Santhià ist die 44. Etappe der Route von Rom nach Canterbury, die Bischof Sigerich im Jahr 990 zurücklegte und die später zum Hauptzweig der Via Francigena wurde. Der Abschnitt der Via Francigena von Santhià nach Vercelli verläuft größtenteils über weiße oder unbefestigte Wege. Etwa drei Kilometer vom Zentrum Santhiàs entfernt beginnen die Reisfelder.

Ein anderes Profil hat der Cammino di Oropa: Er führt von der landwirtschaftlich geprägten Ebene bei Santhià bis zu den Bielleser Alpen. Der 2012 konzipierte Weg ist in vier Tagesetappen von jeweils 16 bis 18 Kilometern gegliedert; der Schwierigkeitsgrad nimmt mit den Etappen zu. So stehen bei der Via Francigena Santhiàs Rolle als historische Etappe und ein konkreter Wegabschnitt im Vordergrund, während der Cammino di Oropa durch seine Tagesetappen und den zunehmenden Schwierigkeitsgrad geprägt ist.

Karneval und lokale Tradition

Bei der Colossale Fagiuolata kommen etwa 150 große Kupferkessel zum Einsatz; mehr als 20.000 Portionen werden an die Bevölkerung verteilt. Die Größenordnung macht das Ereignis zu einem besonderen Blick auf die lokale Tradition.

Der historische Karneval von Santhià ist seit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts urkundlich belegt. Er umfasst drei große Umzüge mit allegorischen Wagen, maskierten Gruppen und Musikkapellen. Wenn die Umzüge Ihr Reiseanlass sind, prüfen Sie die Veranstaltungstermine vorab.

Museen und Baugeschichte

Das Museum „I fer ‘d na vira“ umfasst etwa 800 historische Arbeitsgeräte aus zahlreichen Berufsgruppen. Zum Bestand gehört außerdem eine restaurierte, funktionstüchtige mechanische Uhr aus dem 18. Jahrhundert. Das Museo Musicale Musicologico „Eugenio Sacchetti Senior“ setzt einen anderen Schwerpunkt: Seine Sammlung umfasst mehr als 1.300 katalogisierte Objekte, darunter Musikinstrumente, Bücher, CDs und LPs.

Die Kirche der SS.ma Trinità stammt aus dem 15. Jahrhundert und zählt zu den charakteristischsten und meistgeschätzten Bauwerken Santhiàs. Eine andere Baugeschichte hat die Casa Turrita, auch „Torre di Teodolinda“ genannt: Sie befindet sich in einem privaten Innenhof und entstand durch den Umbau eines Wachtturms aus langobardischer Zeit. Die Merkmale des heutigen Bauwerks deuten jedoch darauf hin, dass es nach dem 15. Jahrhundert errichtet wurde.

In Vettignè liegen Schloss und Dorf in einer von Reisfeldern geprägten Landschaft, mit der Alpenkette im Hintergrund. Die ältesten Teile des Schlosses stammen aus dem 15. Jahrhundert; der Schlosskomplex befindet sich in einem prekären Zustand. Bei der experimentellen hydrometrischen Station steht die Außenansicht im Vordergrund. Sie wurde errichtet, um die Durchflussmengen verschiedener Kanäle zu messen.

Anreise und Übernachtungsplanung

Santhià ist mit dem Zug über die Strecke Turin–Mailand, mit dem Bus von Flixbus oder mit dem Auto erreichbar. Prüfen Sie die Verbindungen vor der Reise. Wenn Sie ein Hotel in Santhià suchen, können Sie den Reiseanlass als Ausgangspunkt nehmen: Bei einer Etappenreise stehen Wegverlauf und Tagesabschnitte im Zentrum, bei einem kulturbezogenen Aufenthalt die Sammlungen, die Kirche und die historischen Bauwerke.

Weitere Reiseziele entdecken: Gattinara, Vocca, Rimasco, Fobello, San Genuario, Motta Dè Conti, Desana, Ferrera.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Vercelli.

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