Die Geschichte des sardischen Kohlebeckens lässt sich in Bacu Abis anhand einer Arbeitersiedlung, ihrer späteren Neuordnung und konkreter Zeugnisse der Bergbauarbeit erschließen. Die Chiesa di Santa Barbara und zwei Etappen des Cammino Minerario di Santa Barbara eröffnen weitere, klar unterscheidbare Perspektiven auf den Ort.
Ein Arbeitersiedlungsdorf im Kohlebecken
Bacu Abis ist ein Arbeitersiedlungsdorf von zentraler Bedeutung für das Verständnis der Entstehungsgeschichte des sardischen Kohlebeckens. Zwischen 1914 und 1916 machten technische Erneuerung und der Bau des Pozzo Emilio ein Bergarbeiterdorf erforderlich. So zeigt sich Bergbaugeschichte hier nicht nur an technischen Anlagen, sondern auch an der Entstehung einer Siedlung. Die Zeitspanne von 1914 bis 1916 gehört zu dieser frühen Entwicklung; eine weitere wichtige Veränderung folgte in den 1930er Jahren.
Stadtplanung und technische Geschichte
In den 1930er Jahren wurde Bacu Abis zu einem bedeutenden Beispiel rationalistischer Stadtplanung. Zwischen 1936 und 1938 wurde die Siedlung nach einem Gustavo Pulitzer-Finali zugeschriebenen Projekt neu geordnet. Die beiden Zeitabschnitte markieren unterschiedliche Aspekte der Ortsgeschichte: Die frühen Jahre stehen mit der technischen Erneuerung und dem erforderlichen Bergarbeiterdorf in Verbindung, die späteren mit der Neuordnung der Siedlung. Wer sich für Stadtplanung interessiert, kann diese zeitliche Abfolge neben den industriellen Bezügen des Ortes betrachten.
Ein weiterer technischer Bezug ist Pozzo Castoldi. Ab 1941 wurde der Schacht zur Rückführung der Luft genutzt, um den Stollen zu belüften, in dem die Bergleute arbeiteten. Diese Funktion macht einen konkreten Teil des Arbeitsalltags im Bergbau verständlich: Die Anlage diente der Belüftung unter Tage. Pozzo Castoldi ergänzt damit die Geschichte des Bergarbeiterdorfs um eine weitere, klar umrissene Aufgabe innerhalb des Bergbaus.
Chiesa di Santa Barbara und Festtradition
Die Chiesa di Santa Barbara hat ein einschiffiges Langhaus, ein großes Oculus in der Fassade, sichtbares Steinmauerwerk, einen durchgehenden Portikus und einen quadratischen Glockenturm. Die Merkmale reichen vom Aufbau des Kirchenraums bis zu den sichtbaren Formen der Fassade und des Turms. Zusammen mit der rationalistischen Neuordnung des Ortes bieten sie unterschiedliche architektonische Blickwinkel, ohne dass beides als ein einziges Bauprojekt verstanden werden muss.
Sa Festa Manna di Santa Barbara ist eine wiederkehrende Feier in Bacu Abis. Sie findet in der Chiesa di Santa Barbara statt und ist mit der Bergbaugeschichte und den Traditionen der Gegend verbunden; die Termine variieren von Jahr zu Jahr. Ein konkretes Beispiel ist die 64. Feier im Jahr 2022: Damals führte eine Prozession von der Kirche zum Pozzo Castoldi, entlang des Cammino Minerario di Santa Barbara. Die Prozession verbindet in diesem dokumentierten Beispiel religiöse Tradition und Bergbaugeschichte über einen benannten Weg. Wenn Sie Ihre Reise an einem Fest ausrichten möchten, prüfen Sie die Termine für das betreffende Jahr.
Zwei Etappen des Cammino Minerario di Santa Barbara
Die CMSB-Etappe 29 führt von Portoscuso nach Bacu Abis und erreicht nach dem Verlauf entlang der vulkanischen Klippen der südwestlichen Küste Sardiniens die Mine von Bacu Abis. Sie ist als anspruchsvolle Wanderetappe mit 18,9 Kilometern und einer angegebenen Gehzeit von 6 Stunden und 30 Minuten ausgewiesen. Die Routenbeschreibung wurde am 16. November 2024 aktualisiert; prüfen Sie vor der Wanderung die aktuellen Wegbedingungen.
Die CMSB-Etappe 30 verläuft von Bacu Abis nach Iglesias. Sie ist die letzte Etappe des Cammino Minerario di Santa Barbara und führt zum Ausgangspunkt des gesamten Weges zurück. Damit lässt sich Bacu Abis je nach Etappenwahl als Ziel der Wanderung von Portoscuso oder als Ausgangspunkt des abschließenden Abschnitts nach Iglesias einordnen. Für die Orientierung sind also vor allem die jeweilige Richtung und der Endpunkt wichtig; die Etappe 29 bringt zudem eine ausdrücklich angegebene Gehzeit mit, während die Beschreibung der Etappe 30 hier die Rückkehr zum Ausgangspunkt des gesamten Weges hervorhebt.
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