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Zwischen der Cala della Ghinghetta und dem bebauten Ortszentrum von Portoscuso steht der Torre Spagnola aus dem 16. Jahrhundert. Von seiner strategischen Lage aus lassen sich die Küstentürme von Calasetta und Carloforte beobachten. Historische Bauwerke, unterschiedliche Küstenbilder und die Geschichte der Thunfischfischerei geben einem Aufenthalt hier mehrere mögliche Schwerpunkte.

Küste und Küstentürme

Portopaglietto, auch Portopaleddu genannt, gilt als Küstenattraktion mit klarem Meerwasser und feinem Sand. Die Bucht der Tonnara Su Pranu zählt zu den windgeschütztesten Buchten an einer Küste, die von vorherrschenden Nordwestwinden geprägt ist. Sie ist nach Süden ausgerichtet. Im Nordwesten liegt der Golf von Portupaleddu, auch Portopaglietto genannt; südöstlich schließt sich der Golf mit dem Touristenhafen und der Uferpromenade an. Einen anderen Küsteneindruck bietet die Costa Crobettana mit ihren steil zum Meer abfallenden Klippen. Wer die Landschaft betrachtet, findet so sowohl eine geschützte Bucht als auch eine von Klippen geprägte Küste als unterschiedliche Aspekte des Ortes.

Die Tonnara Su Pranu: Anlage und Geschichte

Der Komplex der Tonnara Su Pranu hat einen trapezförmigen Grundriss. Zum Meer hin öffnet sich ein Innenhof von etwa 5.000 Quadratmetern; an ihn grenzen die Unterkünfte der Tonnarotti und Lagerhäuser mit sardischen Ziegeldächern. Die Form des Hofes und die Anordnung der Gebäude machen den Umfang der Anlage anschaulich, ohne dass sie sich auf ein einzelnes Gebäude reduzieren lässt.

Su Pranu war als eigenständige Festung organisiert. Zur Anlage gehörten ein Ofen und Lager für Mehl, Getreide, Öl und Wein. In Werkstätten wurden Nägel und Metallbeschläge hergestellt, Fischereigeräte repariert und Seile gesponnen. Diese Aufgaben zeigen, wie viele Bereiche des damaligen Alltags rund um die Thunfischfischerei zusammenkamen. Die Tonnara di Portoscuso, auch Tonnara Su Pranu genannt, wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts errichtet. Sie ist als Kulturgut des italienischen Kulturministeriums ausgewiesen, dokumentiert das historische System der festen Thunfischfischerei in Sardinien und gilt als bedeutendes Beispiel der Industriearchäologie.

Kirche, Archäologie und lokale Tradition

Die Kirche Santa Maria d’Itria wurde 1655 errichtet. Santa Maria d’Itria ist die Schutzpatronin der Tonnarotti; ihr Fest wird 50 Tage nach Ostern mit sportlichen, musikalischen und volkstümlichen Veranstaltungen gefeiert. Auch die Archäologie reicht weit zurück: In der Ortschaft San Giorgio befindet sich eine punische Nekropole mit elf Bestattungen aus der Zeit von 770 bis 750 v. Chr. Die Domus de Janas von Guroneddu stammen aus der Jungsteinzeit. Diese Orte ergänzen die Geschichte der Tonnara um weitere zeitliche Ebenen, vom Neolithikum über die punischen Bestattungen bis zur Ortsgeschichte des 17. Jahrhunderts.

Eine weitere lokale Tradition ist die von der Pro Loco di Portoscuso organisierte Sagra del Tonno am 13. Juni zu Ehren des heiligen Antonius. Sie wird dort seit 1965 wiederholt. Dabei wird frischer Thunfisch nach einem traditionellen örtlichen Rezept zubereitet und mit Brot und Wein verteilt. Das genaue Programm kann variieren. Der Festtag verbindet die lokale Thunfischtradition mit einem konkreten Datum; wenn Sie ihn in Ihre Reiseplanung einbeziehen möchten, prüfen Sie die Veranstaltungstermine vorab.

Wandern und die Verbindung nach Carloforte

Für eine anspruchsvolle Wanderung führt die 29. Etappe des Cammino Minerario di Santa Barbara von Portoscuso nach Bacu Abis. Die Strecke ist 19,0 Kilometer lang; als Gehzeit sind 6 Stunden und 30 Minuten angegeben. Sie verläuft entlang spektakulärer vulkanischer Klippen der Südwestküste bis zur Mine von Bacu Abis, wo die Bergbautätigkeit im Sulcis-Kohlebecken begann. Die Länge, die angegebene Gehzeit und die Einstufung als zu Fuß anspruchsvoll helfen dabei, diese Etappe als eigenen Planungspunkt zu betrachten.

Der Hafen von Portoscuso liegt gegenüber der Insel San Pietro und verbindet Sardinien mit Carloforte, einem der bedeutendsten touristischen Orte der Inselwelt. Wenn Sie diese Verbindung in Ihre Reiseplanung aufnehmen, prüfen Sie den Fahrplan vorab. Für die Wahl eines Hotels in Portoscuso können Sie überlegen, ob für Ihren Aufenthalt vor allem die Küste, die Tonnara und ihre Geschichte oder die Wanderetappe im Mittelpunkt stehen soll.

Weitere Reiseziele entdecken: Portixeddu, Villamassargia, Villaperuccio, Carloforte, Gonnesa, Matzaccara, Santadi, Fluminimaggiore.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Carbonia-Iglesias.

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