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Arbus verbindet einen 47 Kilometer langen Küstenabschnitt an der Costa Verde mit einer vielschichtigen Bergbaugeschichte. An der Küste wechseln sich goldene Sandflächen und Steilküsten ab. Im Landesinneren prägen historische Bergbauorte, Museen und archäologische Stätten den Charakter der Gegend. Wer eine Unterkunft in Arbus sucht, kann den Aufenthalt deshalb zunächst nach den eigenen Schwerpunkten ausrichten: Küste und Natur oder Kultur und Industriearchäologie.

Küste, Dünen und Natur

Die abgelegene Spiaggia di Piscinas ist für ihre sehr hohen Dünen aus feinem, goldenem Sand bekannt. Sie zählen zu den höchsten Europas und werden weiterhin vom Mistral geformt. Einen anderen Strandcharakter zeigt die Spiaggia di Funtanazza: Dort gibt es hellgoldenen Sand mittlerer Körnung und flache Meeresböden, die sich für das Spielen von Kindern eignen. Südlich von Funtanazza verläuft bis zur Abfahrt Punta Sa Cabada Bianca ein geologischer Weg von besonderer Bedeutung, an dem Fossilien zu finden sind.

Die Oasi WWF di Scivu umfasst im Gebiet der Gemeinde Arbus etwa 600 Hektar Küstenlandschaft; der Nuraghe di Scivu liegt innerhalb der Oase. Vor Capo Pecora werden die Meeresböden besonders von Tauchern und Anhängern des Unterwasserfischens geschätzt. Im Frühjahr bietet die Costa Verde außerdem Bedingungen zum Surfen. So reichen die Natur- und Küstenthemen von Dünen und Stränden bis zu geologischen Spuren und Aktivitäten am Meer.

Der 784 Meter hohe Monte Arcuentu ist ein vulkanisches Massiv mit Steineichenwäldern und Lebensräumen für Sardische Hirsche, Wildschweine, Greifvögel und weitere Wildtiere. Trekking führt dort über unbefestigte Wege und Pfade; dazu gehört der CAI-Weg 192, der in Montevecchio am Ort Sa Tanca beginnt. Auch Montevecchio liegt in einem Wald aus Stein-, Flaum- und Korkeichen. Sardische Hirsche können in der Dämmerung und im Morgengrauen bis in das Dorf gelangen.

Bergbaugeschichte in Ingurtosu und Montevecchio

Das verlassene Bergbaudorf Ingurtosu war früher das Verwaltungszentrum der Minen von Ingurtosu und Gennamari. Die Mine von Ingurtosu und die Mine von Montevecchio zählen zu den acht Bergbaustätten des Parco Geominerario Storico Ambientale della Sardegna, den die UNESCO 1997 anerkannt hat. Montevecchio ist ein bedeutendes Beispiel der Industriearchäologie: Erhalten sind dort Bergbau-Lagerhäuser, Erzaufbereitungsanlagen, Schächte, Unterkünfte für Arbeiter und Angestellte sowie das Direktionsgebäude.

Auch Pozzo Gal und Pozzo Amsicora zeigen unterschiedliche Seiten des Bergbauerbes. Das restaurierte Bergbaugelände Pozzo Gal beherbergt ein multimediales Museum mit fünf Räumen. Interaktive Videotafeln erzählen von den Bergleuten und ihren Familien, die dort arbeiteten und lebten. Pozzo Amsicora ist ein restauriertes Zeugnis der Bergbauarchäologie innerhalb des Bergbaugeländes von Telle im Montevecchio-Komplex. Der Ort steht für einen wichtigen Teil der lokalen Bergbaugeschichte und die Arbeitskämpfe der Bergleute: 1991 besetzten etwa 86 Arbeiter den Schacht und blieben dort ungefähr 27 Tage. Für einen Besuch von Pozzo Amsicora kann CEAS Ingurtosu kontaktiert werden.

Museen, Bauwerke und historische Schichten

Das Museo del Coltello Sardo widmet vier Säle dem Erbe sardischer Klingen und der Geschichte der Messerschmiedekunst. Zum Besuch gehören Filme über die Techniken der Messerherstellung und Führungen, bei denen Mastro Pusceddu gelegentlich live ein Messer anfertigt. Prüfen Sie vor einem Besuch die aktuellen Besuchsmöglichkeiten. Das Museo Etnografico Antonio Corda bewahrt Gegenstände, Werkzeuge und Einrichtungsgegenstände des bäuerlichen Lebens sowie rekonstruierte traditionelle Innenräume. Im Museo dei Diorami stellen Dioramen das Leben im Bergbau in verschiedenen Epochen dar; ein eigens entwickelter Bildungsrundgang vermittelt diese Inhalte. Das Museo Mineralogico zeigt eine umfangreiche Mineraliensammlung, die überwiegend aus der Mine von Montevecchio stammt und durch Stücke aus anderen sardischen, italienischen und ausländischen Minen ergänzt wird.

Im Zentrum von Arbus liegt das historisch wertvolle Montegranatico an der Piazza Immacolata. Es beherbergt das Informationszentrum und dient als Veranstaltungsort für zahlreiche Wechselausstellungen. Der Palazzo della Direzione Ingurtosu ist ein um 1870 errichtetes neomittelalterliches Verwaltungsgebäude des Bergbaus, das vor Ort auch „Schloss“ genannt wird. In Ingurtosu wurde die Chiesa di Santa Barbara 1916 als der Schutzpatronin der Bergleute geweihte Kirche eingeweiht. Sie besitzt drei Kirchenschiffe und einen Glockenturm. Das archäologische Gelände von San Lussorio vereint römisch-kaiserzeitliche Thermen und eine Nekropole mit einem Friedhof und einer Kirche aus der spanischen Zeit, die mindestens aus dem 17. Jahrhundert stammen.

Unterkunft und Planung nach den eigenen Schwerpunkten

Bei der Suche nach Hotels in Arbus hilft es, zuerst festzulegen, welche Orte und Themen den Aufenthalt prägen sollen. Küstenziele wie Piscinas und Funtanazza, Naturgebiete wie Scivu und Monte Arcuentu sowie Bergbaustätten und Museen setzen unterschiedliche Akzente. Statt alle Stationen als ein festes Ausflugsprogramm zu behandeln, können Sie die Auswahl an Ihren Interessen ausrichten und Raum für die tatsächlich geplanten Besuche lassen.

Für Piscinas nennt die Gemeinde zwei Zufahrtsmöglichkeiten: über Guspini und die Bergbauroute oder von Arbus in Richtung Ingurtosu und anschließend weiter nach Piscinas. Straßenbedingungen und Routenführung können sich ändern; prüfen Sie daher die gewählte Strecke vor der Fahrt.

Weitere Reiseziele entdecken: Guspini, Portu Maga, Villanovaforru, Sant'antonio Di Santadi, Gonnosfanadiga, Sanluri, Villamar, Furtei.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Medio Campidano.

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