Villagrande Strisaili liegt wenige Autominuten von der Ostküste Sardiniens entfernt. Die Umgebung ist von steilen Felswänden und Wäldern mit jahrhundertealten Eichen und Steineichen geprägt. Zu den archäologischen Themen gehören Gräber, Tempelanlagen und ein Heiligtumsdorf. In den Wäldern und an den Wasserläufen des Gebiets leben Mufflons und Steinadler. Wer eine Reise nach Villagrande Strisaili plant, kann Kulturstätten, Landschaft und Festtermine als unterschiedliche Schwerpunkte betrachten.
Grabstätten und nuragische Heiligtümer
Im Steineichenwald von Sa Carcaredda befinden sich sechs Gigantengräber und ein nuragischer Rundtempel. Das Gigantengrab 1 ist gut erhalten und zeichnet sich durch außergewöhnliche Monumentalität aus. Der nuragische Tempel gilt als seltenes Beispiel einer Struktur „in antis“ mit kreisförmigem Penetrale. Für pädagogische Workshops in Sa Carcaredda ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.
S’Arcu ‘e is Forros ist ein nuragisches Heiligtumsdorf mit zwei großen rechteckigen Megaron-Tempeln. Es gilt als wichtigstes metallurgisches Zentrum des nuragischen Sardiniens. Im Vergleich zu den Gräbern und dem Rundtempel von Sa Carcaredda steht hier das Heiligtumsdorf mit seinen Tempeln im Mittelpunkt. Wer die archäologischen Stätten thematisch auswählt, kann so zwischen Grabmonumenten und einer Anlage mit Heiligtumsfunktion unterscheiden.
Die rechteckige Grabkammer des Gigantengrabs von Troculu ist 9,50 Meter lang, 1,35 Meter breit und 1,60 Meter hoch. Während des Baus der Schnellstraße Nuoro–Lanusei wurde das Grab abgetragen und an einer nahe gelegenen Stelle wieder aufgebaut. Es liegt außerdem in der Nähe von zwei Nuraghen und einem Dorf. Für pädagogische Workshops am Gigantengrab von Troculu ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.
Das Gigantengrab von Pradu Su Chiai liegt in Santa Barbara am Ostufer des Lago Flumendosa und ist auch als Campu de Pira Onni bekannt. Es ist eine Bestattung vom Isodomos-Typ, errichtet aus Granitblöcken und mit einem „gezahnten Fries“. Im Vergleich zu den Kammermaßen von Troculu stehen hier Bautyp, Material und Fries im Vordergrund. Auch pränuragische Stätten gehören zum Gebiet: Domus de Janas sind in Coile Bruxiau, su Strumpu, s’Orciada und su Settili erhalten; in sa Preda ‘e s’Orcu steht ein Menhir.
Wasserfälle und Landschaft
Die Cascate di Sothai erreicht man über einen markierten Weg, der durch dichten Steineichenwald führt und mit Steinstufen, Handläufen und Zäunen ausgestattet ist. Prüfen Sie die Wegbedingungen vor Ihrer Reise vor Ort. Die Wasserfälle stürzen etwa 30 Meter über eine Granitfelswand. Weiter flussabwärts bildet der Rio Bau Vigo den gleichnamigen Canyon. In der Nähe von Sa Carcaredda bilden die Wasserfälle von Bau Mela natürliche Becken, die der Beschreibung zufolge zum Baden erreichbar sind.
Feste und lokale Küche
Die jährliche Festa di Santa Barbara ist ein ländliches Fest, das teilweise im Bosco Santa Barbara am zweiten Sonntag im Juli stattfindet. Zu ihrer Prozession gehören Reiter in Tracht, Folkloregruppen, ein von Ochsen gezogener Wagen, Launeddas und religiöse Gesänge. Das Fest San Gabriele wird am 1. August gefeiert und dauert vom 31. Juli an drei Tage; dazu gehören Prozessionen, Musik und sardische Tänze. Am Palmsonntag verbindet eine religiöse Prozession die Pfarrkirche San Gabriele mit der Kirche Santu Giaccu. Wenn Sie Ihre Reise an einem Fest ausrichten möchten, prüfen Sie den Termin für das gewünschte Jahr vorab.
Das Prosciutto di Villagrande wird aus dem Fleisch lokaler Schweine hergestellt, die in den umliegenden Bergen weiden. Culurgiones sind Ravioli mit einer Füllung aus Kartoffeln und Pecorino-Käse.
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