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Fordongianus vereint mehrere kulturgeschichtliche Perspektiven: römische Thermen, ein romanisches Heiligtum, eine mittelalterliche Portalergänzung, historische Wohnarchitektur und Felsarchäologie. Auch die örtliche Steinbearbeitung gehört zum Bild. So richtet sich der Blick nicht auf eine einzelne Epoche, sondern auf verschiedene Bauformen und Materialien, die jeweils eigene Fragen aufwerfen. Wenn Sie bei einer Reise gern Architektur und archäologische Orte in Beziehung setzen, bietet Fordongianus dafür mehrere klar unterscheidbare Themen.

Römisches Erbe und Thermen

Die Antiche Terme Romane liegen am linken Ufer des Tirso. Die spätere Anlage des Thermalbads Aquae Ypsitanae stammt aus dem 2. bis 3. Jahrhundert n. Chr. und umfasst ein Frigidarium, zwei Tepidarien und zwei Caldaria. Diese fünf Räume sind in einem ringförmigen hygienisch-therapeutischen Rundgang angeordnet. Die Bezeichnungen markieren unterschiedliche Temperaturbereiche: Das Frigidarium gehört zum kühlen, das Tepidarium zum temperierten und das Caldarium zum warmen Bereich. Damit stehen neben der Datierung auch die Raumtypen und ihre Anordnung im Mittelpunkt des archäologischen Interesses.

San Lussorio: Bauphasen und Heiligtum

An San Lussorio lassen sich zwei Bauphasen auseinanderhalten. Die romanische Kirche wurde in den frühen Jahren des 12. Jahrhunderts errichtet; zwischen 1250 und 1270 kam während der aragonesischen Epoche das gotisch-katalanische Portal hinzu. Das Portal gehört damit zu einer späteren Ergänzung und nicht zur ursprünglichen Datierung des Kirchenbaus. San Lussorio ist zugleich ein romanisches Heiligtum und ein Ziel für Wallfahrten. Bei San Lussorio gibt es außerdem einen unterirdischen Weg, der mit Mosaiken und Fresken ausgestattet ist. So treffen an diesem Ort Baugeschichte, religiöse Bedeutung und ein ausgestalteter unterirdischer Weg zusammen.

Trachyt und Wohnarchitektur

Fordongianus ist für seine Steinbrüche mit rotem, grünem und grauem Trachyt bekannt. Örtliche Steinmetzen verwendeten den Stein zum Bau und zur Verzierung von Häusern. Die Bedeutung des Materials reicht damit von seiner Gewinnung bis zu seiner handwerklichen Verwendung an Gebäuden. Die Casa Aragonese eröffnet einen weiteren Blick auf die Baugeschichte des Ortes. Sie stammt aus der Zeit zwischen dem späten 16. und dem frühen 17. Jahrhundert und verbindet eine für Mittel-Sardinien typische Wohnform mit architektonischen und dekorativen Elementen eines internationalen Formenschatzes, der durch die spanische Vermittlung geprägt ist. Am Haus stehen somit eine regionale Wohnform und Einflüsse eines internationalen Formenschatzes nebeneinander.

Felsarchäologie und Berglandschaft

Die Nekropole Domigheddas mit Domus de Janas im Gebiet von Fordongianus ist in den Fels gehauen und liegt in einer eindrucksvollen natürlichen Umgebung. Hier ist der Fels nicht allein Hintergrund, sondern das Material, in das die Anlage gehauen wurde. Das unterscheidet diesen archäologischen Schwerpunkt von der örtlichen Steinbearbeitung, bei der Trachyt für den Bau und die Verzierung von Häusern verwendet wurde.

Die Nuraghen Paranu Antoni und Putzola stehen auf den Felsen der Berge Maiori und Ollastra. Die Formen dieser Berge sind von Wind und Wasser geprägt. So verbindet sich hier die Beschreibung archäologischer Bauten mit einer Landschaft, deren Formen durch natürliche Kräfte geprägt wurden.

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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Oristano.

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