Fanciullata hat mit der Kirche Madonna del Fanciullo einen klaren kulturhistorischen Anker. Hinzu kommen eine Marmorgedenktafel für Bruno Andreoli und archäologische Funde. Die Themen reichen damit von älteren Grabformen über sakrale Kunst bis zum Gedenken an einen Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Madonna del Fanciullo: Bildstock und Nische
Die Kirche wurde im 17. Jahrhundert errichtet, um einen älteren Bildstock zu schützen. Der Bildstock erhielt 1459 ein Fresko des peruginischen Malers Bartolomeo Caporali. Bauwerk und Fresko gehören damit unterschiedlichen Zeitabschnitten an: Das Fresko entstand lange vor der Kirche, die den älteren Bildstock bewahrt.
Eine kürzlich restaurierte Nische in der Kirche zeigt die Madonna mit dem Kind zwischen Engeln. Im Bogenzwickel wird der Ewige Vater dargestellt; seitlich der Nische erscheinen die Heiligen Jakobus und Antonius Abt. Die Beschreibung des Bildfelds umfasst so die zentrale Mutter-Kind-Darstellung ebenso wie die Figuren darüber und an den Seiten.
Gedenken und archäologische Funde
Eine rechteckige Marmorgedenktafel erinnert in Fanciullata an den Tod des Leutnants Bruno Andreoli im Ersten Weltkrieg. Auf der Fassade seines Wohnhauses befindet sich ein Reliefporträt. Tafel und Relief geben dem Gedenken zwei konkrete Formen: die Inschrift auf Marmor und das Bildnis an der Hausfassade.
Das Kriegsministerium verlieh dem Unterleutnant Bruno Andreoli am 17. Mai 1920 eine Silbermedaille für militärische Tapferkeit sowie einen jährlichen Zuschuss von 250 Lire. Zu den archäologischen Funden in Fanciullata zählen außerdem Travertinurnen und sogenannte Cappuccina-Gräber. Die historischen Bezugspunkte reichen damit von Bestattungsfunden über sakrale Kunst bis zu einem Denkmal für einen im Krieg Gefallenen.
Keramik und Kultur in Deruta
In Deruta steht die Keramikgeschichte im Mittelpunkt des Museo della Ceramica. Eine Gruppe örtlicher Honoratioren gründete es 1898; es gilt als ältestes Museum seiner Art in Italien. Die chronologisch gegliederte Sammlung reicht von mittelalterlicher bis zu zeitgenössischer Keramik. Überreste der Fornaci di San Salvatore und zahlreiche Keramikfunde bereichern den Rundgang. So verbindet der Museumsbestand eine zeitliche Ordnung der Keramik mit Funden zur örtlichen Produktionsgeschichte.
Die Pinacoteca Comunale befindet sich im Palazzo dei Consoli aus dem 14. Jahrhundert. Die Ex Fornace Grazia stammt aus dem 16. Jahrhundert, wurde vollständig von der Gemeinde restauriert und dient heute als Museums- und Ausstellungszentrum. Diese Orte setzen unterschiedliche Akzente: hier eine Gemäldegalerie in einem mittelalterlichen Palazzo, dort ein restauriertes Gebäude mit Museums- und Ausstellungsfunktion.
Ein Santuario mit Majolikafliesen
Das Santuario della Madonna dei Bagni wurde 1687 an einem Ort errichtet, der mit einem Wunderereignis verbunden ist; es liegt unweit des Zentrums von Deruta. Im Laufe von drei Jahrhunderten wurden dort mehr als 700 Majolikafliesen zusammengetragen. Neben der Fresko- und Nischenkunst der Kirche Madonna del Fanciullo eröffnet das Santuario damit einen weiteren Blick auf religiöse Orte und Keramik.
Unterwegs mit Zug und Rad
Eine Abfahrtsanzeige vom 16. August 2026 führte Fanciullata als Halt des Zuges PG131 in Richtung Terni auf. Prüfen Sie vor der Reise den aktuellen Fahrplan. Auch für Radreisende gibt es einen konkreten Streckenbezug: Die Radroute Torgiano–Deruta führt bei Kilometer 17,6 nach Fanciullata.
Weitere Reiseziele entdecken: Ponte Centesimo, Volterrano, Giano Dell Umbria, Panicarola, Assisi, Cerqueto, Pucciarelli, Casanova di Torre.
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