Assisi erschließt sich über mehrere Zeitschichten: Unter der heutigen Piazza del Comune befindet sich das Forum der antiken Stadt Asisium; der sogenannte Tempel der Minerva steht für römische Sakralarchitektur, während mittelalterliche Kirchen und franziskanische Stätten weitere Schwerpunkte setzen. Assisi und sein bebautes Gebiet sind ein herausragendes Beispiel für eine umbrische Hügelstadt und Kulturlandschaft, deren historische Schichtung seit der Antike erhalten geblieben ist. Für Ihre Reiseplanung heißt das: Sie können den Aufenthalt nach den Themen ordnen, die Sie besonders interessieren, statt Assisi auf eine einzige Epoche zu reduzieren. Wenn Sie ein Hotel in Assisi suchen, lohnt es sich zunächst, zu entscheiden, ob Sie römische Zeugnisse, Kirchenkunst oder die Landschaftsperspektive in den Mittelpunkt stellen möchten.
Hügelstadt und Landschaftsperspektiven
Die Rocca Maggiore bietet eine markante Landschaftsperspektive: Ihr Wehrgang und der polygonale Turm eröffnen Panoramablicke über das umbrische Tal. Im Museo della Rocca Maggiore kommen Ausblicke von den Türmen und dem Außenplatz, mittelalterliche Innenräume sowie historische Wappen hinzu. Damit treffen an der Rocca Landschaftsblick und mittelalterliche Bau- und Wappenthemen zusammen; das ergänzt die römischen und sakralen Schwerpunkte Assisis um eine weitere Perspektive.
Römische Orte und Architektur
Das Forum der antiken Stadt Asisium liegt unter der heutigen Piazza del Comune. Der sogenannte Tempel der Minerva bildet einen anderen römischen Bezugspunkt: Er ist in seiner vollständigen Aufrisshöhe erhalten und zählt zu den am besten erhaltenen und verständlichsten Beispielen römischer Sakralarchitektur. So zeigen sich zwei unterschiedliche Aspekte der antiken Stadt: das Forum unter dem heutigen Platz und ein Tempel, dessen vollständige Höhe erhalten ist. Die Gegenüberstellung hilft bei der thematischen Orientierung: Beim Forum steht seine Lage im antiken Stadtgefüge im Vordergrund, beim Tempel die erhaltene Architektur eines Sakralbaus.
Franziskanische Geschichte und Kirchenkunst
Die Basilika San Francesco besteht aus zwei übereinanderliegenden Kirchen, der Unter- und der Oberkirche. In beiden Kirchen befinden sich dekorative Werke von Cimabue, Giotto, Simone Martini, Pietro Lorenzetti und Jacopo Torriti. Die Zweiteilung gibt der Betrachtung einen klaren Rahmen: Die Werke sind in den beiden Ebenen verortet, nicht nur in einem einzigen Kirchenraum. Assisi nimmt weiterhin seine mittelalterliche Rolle als geistliches Zentrum des Franziskanerordens und als wichtiger christlicher Pilgerort wahr. Seit 2000 gehören Assisi, die Basilika San Francesco und weitere franziskanische Stätten zum UNESCO-Welterbe. Auch die Basilika Santa Chiara lässt sich über ihre Baugeschichte einordnen: Die Bauarbeiten begannen 1257 auf dem Gelände der Kirche San Giorgio, die in die neue Struktur integriert wurde. Im Vergleich zu San Francesco stehen hier Baubeginn und Einbindung eines früheren Kirchenbaus im Vordergrund, während San Francesco durch seine zwei Kirchen und die dort befindlichen Werke geprägt ist.
Fußweg und Waldgeschichte
Auch außerhalb der Bauwerke bieten Assisi und seine Umgebung unterschiedliche Landschaftsbezüge. Vom Porta Cappuccini aus ist das Eremo delle Carceri zu Fuß über den Weg 350 auf einer 3,5 Kilometer langen Strecke erreichbar. Ausgangspunkt, Wegnummer und Streckenlänge machen diesen Fußweg zu einem konkret umrissenen Planungsthema. Der Bosco di San Francesco bei Assisi erstreckt sich über 64 Hektar und blickt auf eine 800-jährige Geschichte zurück. So stehen zwei unterschiedliche Landschaftsperspektiven nebeneinander: Beim Eremo ist der Fußweg mit Startpunkt, Nummer und Länge benannt; beim Bosco sind Fläche und historischer Zeitraum die prägenden Eckdaten.
Weitere Reiseziele entdecken: Pilonico Materno, Gubbio, Fanciullata, Monte Petriolo, San Brizio, Savelli, Marsciano, San Litardo
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Perugia.