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Gubbio verbindet ein mittelalterliches Labyrinth aus Gassen und Sträßchen mit archäologischen, religiösen und landschaftlichen Themen. Die Stadt ist als „Stadt aus Stein“ bekannt. Für die Wahl eines Aufenthaltsziels können Sie sich fragen, ob Sie vor allem Zeugnisse der Stadtgeschichte, kirchliche Kunst oder die Umgebung am Monte Ingino und an der Gola del Bottaccione interessiert.

Stadtgeschichte zwischen Bronze und Kunst

Ein besonders markantes Zeugnis sind die Tavole Iguvine: Sie bestehen aus sieben Bronzetafeln. Ihr bedeutender Text ist in umbrischer Sprache verfasst und beschreibt religiöse Riten ausführlich. Damit steht neben dem mittelalterlichen Charakter der Stadt auch eine viel ältere Überlieferung im Blick. Die Tafeln sind ein konkreter Anhaltspunkt für alle, die sich für frühe Schriftzeugnisse und religiöse Geschichte interessieren.

Im historischen Zentrum befindet sich das Museo Diocesano di Gubbio im Palazzo del Capitolo dei Canonici. Seine Sammlung umfasst Steinmaterialien aus römischer, byzantinischer und frühmittelalterlicher Zeit, Gemälde des 14. und 15. Jahrhunderts sowie kirchliche Ausstattungsgegenstände und liturgische Gewänder. Die verschiedenen Epochen und Objektarten geben dem Museumsbesuch eine andere Perspektive als die Tafeln: Hier stehen religiöse Kunst und kirchliche Ausstattung neben älteren Steinzeugnissen.

Auch das römische Theater und das Antiquarium setzen unterschiedliche Akzente. Das Theater wurde im 1. Jahrhundert v. Chr. begonnen und zwischen 55 und 20 v. Chr. fertiggestellt. Im größten Raum des Antiquariums ist ein Mosaik mit geometrischer Umrahmung zu sehen, das Odysseus und Skylla aus Homers Odyssee darstellt. Im Palazzo Ducale wiederum befindet sich in den oberen Stockwerken ein Bereich mit den Siegerwerken der Biennale d’Arte Contemporanea di Gubbio. So reichen die genannten Kunst- und Geschichtszeugnisse von römischen Bau- und Bildwerken bis zu zeitgenössischer Kunst.

Mit der Basilica di Sant’Ubaldo ist auch ein wichtiger religiöser Bezugspunkt verbunden: Sie beherbergt die Bronzeurne mit der Asche des Schutzpatrons von Gubbio. Bei der Festa dei Ceri werden die Ceri im Lauf durch die Straßen der Stadt bis zur Basilica auf dem Monte Ingino getragen. Diese Prozession ist eine andere Art, die Verbindung zwischen Stadt und Berg zu betrachten, als die Funivia „Colle Eletto“, die Gubbio mit dem Monte Ingino verbindet und bis zur Basilica führt.

Monte Ingino und Gola del Bottaccione

Die Gola del Bottaccione liegt nördlich von Gubbio zwischen den Bergen Ingino und Foce. Der Bach Camignano hat die Schlucht im Verlauf der letzten drei Millionen Jahre durch Erosion geformt. Damit verbindet sich die Landschaft hier mit einer geologischen Zeitdimension, die weit über die Bau- und Kunstgeschichte der Stadt hinausreicht. Von Gubbio aus ist die Gola zu Fuß über die Porta Metronio erreichbar; das mittelalterliche Aquädukt an der Schlucht kann bei einem Spaziergang begangen werden. Wer sich für den Weg entscheidet, kann vor dem Besuch die aktuellen Weg- und Beschilderungsbedingungen prüfen.

Der Monte Ingino ist durch ausgedehnte Pinienwälder geprägt. Für die Verbindung zwischen Gubbio und dem Berg steht die Funivia „Colle Eletto“; sie führt bis zur Basilica di Sant’Ubaldo. Für eine konkrete Fahrt empfiehlt sich ein Blick auf den aktuellen Fahrplan. Damit lassen sich die unterschiedlichen Bezüge zum Monte Ingino auseinanderhalten: die Landschaft mit ihren Pinienwäldern, die Verbindung mit der Stadt und die Basilica als Ziel der Funivia und der Festa dei Ceri.

Gubbio bietet somit verschiedene Themen, die sich unabhängig voneinander erkunden lassen: umbrische Schriftzeugnisse, kirchliche Sammlungen, römische und zeitgenössische Kunst sowie die Landschaft nördlich der Stadt. Die Gola spricht dabei besonders für einen Spaziergang mit Blick auf Geologie und Aquädukt, während Theater, Museen und Basilica jeweils eigene historische oder religiöse Schwerpunkte setzen. Welche dieser Facetten Ihren Aufenthalt prägen soll, ist ein hilfreicher Ausgangspunkt für die Planung.

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