Perugia lässt sich über sehr unterschiedliche Zeugnisse seiner Geschichte erschließen: von der Fontana Maggiore über Kunstsammlungen bis zu einem begehbaren Viertel im Inneren der Rocca Paolina. Wenn Sie die Stadt als Aufenthaltsziel auswählen, können Sie den Schwerpunkt auf mittelalterliche Baukunst, Renaissance und Museumsräume legen oder auch einen Rundweg mit Abschnitt an den Wäldern des Monte Malbe berücksichtigen.
Brunnenkunst und Museumsräume
Zwischen 1278 und 1280 errichteten Nicola und Giovanni Pisano die Fontana Maggiore, um die Fertigstellung des neuen Aquädukts von Perugia zu feiern. Zwei übereinanderliegende, konzentrische Becken bilden den Brunnen; 50 Flachreliefs und 24 Statuen schmücken ihn. Die beiden Becken geben dem Bauwerk eine klar gestaffelte Form, während Reliefs und Figuren den Blick auf seine vielfältige Gestaltung lenken. Die Fontana Maggiore liegt im Freien und ist für Menschen mit motorischen Behinderungen zugänglich.
Im Palazzo dei Priori befindet sich die Galleria Nazionale dell’Umbria. Ihre Sammlung reicht vom 13. bis zum 19. Jahrhundert. Die Galerie verfügt über 3.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche, verteilt auf 40 Säle, einen Turm und eine Kapelle, und vermittelt einen Überblick über 800 Jahre italienischer Kunstgeschichte. Das gotische Portal des Palazzo führt außerdem zur Sala dei Notari. Hier treffen ein weiter kunsthistorischer Überblick und ein konkretes architektonisches Detail aufeinander: die Sammlung in den Ausstellungsräumen und das Portal als Zugang zu einem eigenen historischen Saal.
Architektur mit mehreren Zeitschichten
Die Rocca Paolina wurde zwischen 1540 und 1543 nach einem Entwurf von Antonio da Sangallo dem Jüngeren errichtet. In die Anlage sind Häuser, Türme und Straßen eines ganzen Viertels einbezogen; dieser Bereich im Inneren ist bis heute begehbar. Zugleich ist die Rocca heute ein Ausstellungszentrum, durch das Rolltreppen führen. Für die Besuchsauswahl sind damit zwei Seiten des Ortes wichtig: die begehbaren Teile des einbezogenen Viertels und die heutige Ausstellungsfunktion.
Auch der Palazzo della Penna trägt mehrere historische Bezüge in seiner Bausubstanz. Er steht auf den Resten des römischen Amphitheaters Marzio und bezieht teilweise einen mittelalterlichen Straßenverlauf sowie eine mittelalterliche Stadtmauer ein. Im Palazzo sind zwei Sammlungen untergebracht: eine zu Gerardo Dottori und den umbrischen Futuristen, die andere zu Joseph Beuys in Perugia. Das Oratorio di San Bernardino gilt in Perugia als herausragendes Beispiel der Renaissancekunst. Der Arco Etrusco wiederum ist ein monumentales etruskisches Tor aus dem 3. Jahrhundert v. Chr.; er liegt im Freien und ist für Menschen mit motorischen Behinderungen zugänglich.
Weitere kulturelle Stationen und ein Rundweg
Das Laboratorio–Museo Giuditta Brozzetti befindet sich in der Kirche San Francesco delle Donne, einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert und der ersten franziskanischen Niederlassung in Perugia. Die Cattedrale di San Lorenzo bietet Zugang zum Museo Capitolare mit archäologischen Ausgrabungen. Der Pozzo Etrusco liegt auf der heutigen Piazza Piccinino und ist auch als Pozzo Sorbello bekannt. Diese Stationen setzen unterschiedliche Akzente: eine historische Kirche, ein Museum mit Ausgrabungen und ein Brunnen an einem benannten Platz.
Eine andere Frage ist, ob Sie neben den kulturgeschichtlichen Orten auch den Rundweg Anello di Perugia in Ihre Auswahl einbeziehen möchten. Er beginnt am Percorso Verde von Pian di Massiano, verläuft an den Wäldern des Monte Malbe entlang und erreicht anschließend San Marco. Damit sind Startpunkt, bewaldeter Abschnitt und Ziel benannt. Der Rundweg setzt einen anderen Schwerpunkt als die Sammlungen und Bauwerke: Er bietet einen konkreten Routenverlauf, während die kulturellen Stationen von Brunnenkunst über Museumsbestände bis zu archäologischen und architektonischen Zeugnissen führen.
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