San Martino In Campo verbindet eine Landschaft am Tiber mit einer Geschichte, die von einer möglicherweise frühmittelalterlichen Gründung bis zu einem Landsitz des 18. Jahrhunderts reicht. Kirchen, Fresken, Burgreste und etruskische Urnen prägen den kulturhistorischen Schwerpunkt. Wenn Sie einen Aufenthalt nach den Themen des Reiseziels auswählen, bieten sakrale Kunst, Baugeschichte und Villa Donini konkrete Anknüpfungspunkte.
Ebene am Tiber
San Martino In Campo liegt vollständig in der alluvialen Ebene und erstreckt sich bis zum rechten Ufer des Tiber. Das Gebiet umfasst den kurzen Raum vom Fluss bis zu den Ausläufern der Hügel und eine Reihe historischer Zeugnisse. Fluss, Ebene und historische Bauwerke bilden so die wesentlichen Bezugspunkte für die Einordnung des Ortes.
Kirchen, Fresken und unterschiedliche Zeitschichten
In einer Urkunde Kaiser Friedrichs I. Barbarossa aus dem Jahr 1163 wird die Pieve di San Martino In Campo erwähnt. Historische Studien halten eine Gründung zwischen dem 7. und 8. Jahrhundert für möglich. Die mögliche frühe Entstehung und die Erwähnung im 12. Jahrhundert gehören damit zu unterschiedlichen Zeitschichten der Pieve.
Die Chiesa di San Martino In Campo wurde während des Episkopats von Gioacchino Pecci, von 1846 bis 1878, nach einem Entwurf des Architekten Nazareno Biscarini erneuert. Ihr Portikus erinnert an Bauten des 15. Jahrhunderts, während der einschiffige Innenraum im Stil des 19. Jahrhunderts gestaltet ist. An diesem Bau treffen somit eine Anlehnung an ältere Formen und eine Innenraumgestaltung des 19. Jahrhunderts aufeinander.
Das Fresko Madonna della Scala zeigt Maria mit dem Jesuskind. Es wurde am 10. Januar 1701 während Renovierungsarbeiten in der Pfarrkirche von San Martino In Campo entdeckt. Die Feiern zu Madonna della Scala finden am dritten Sonntag im Mai statt; prüfen Sie vor Ihrer Reise das konkrete Programm.
Madonnuccia und Castello
Das Oratorio della Madonnuccia bestand seit der Mitte des 15. Jahrhunderts und gehörte zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert der Bruderschaft der Disciplinati di San Martino In Campo. Wegen struktureller Schäden wurde es 1815 abgerissen. Nur die Apsis blieb erhalten und bildet die heutige Chiesa della Madonnuccia. Knapp außerhalb des Ortsgebiets werden Fresken des Oratoriums Andrea Aloigi, genannt l’Ingegno, zugeschrieben, einem Maler der Schule Peruginos.
Die Überreste des Castello di San Martino In Campo sind neben der Kirche sichtbar. Erhalten ist insbesondere der Fuß einer Verteidigungsstruktur mit einem typischen abgewinkelten Verlauf. Das Castello lässt sich auf etwa 1382 datieren. Diese bauliche Spur bietet einen eigenen Blick auf die Geschichte des Ortes, neben der Entwicklung seiner Kirchen und religiösen Kunst.
Villa Donini und etruskische Urnen
Villa Donini wurde 1760 von der Familie Donini als Landsitz und Jagdresidenz errichtet. Sie ist von einem 22.000 Quadratmeter großen Park mit jahrhundertealten Bäumen umgeben. Entlang einer Allee stehen fünf etruskische Aschenurnen aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. So verbindet sich die Geschichte eines Landsitzes des 18. Jahrhunderts mit archäologischen Zeugnissen aus der Antike. Zusammen mit den kirchlichen Bauwerken erweitert die Villa den Blick auf die verschiedenen historischen Themen San Martino In Campos.
Orientierung für die Planung
Ein touristischer Routenverlauf erreicht San Martino In Campo bei ungefähr Kilometer 23,5; am Kreisverkehr führt die Route rechts in Richtung Forgiano. Da sich Verlauf und Beschilderung ändern können, prüfen Sie die Angaben vorab. Für die zeitliche Planung bietet auch der Termin der Feiern zu Madonna della Scala einen konkreten saisonalen Anhaltspunkt; das Programm sollten Sie gesondert bestätigen.
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